Viele E-Bike-Hersteller werben mit mehr Reichweite und immer stärkeren Motoren. N+ geht bei zwei neuen Modellen unter Volkswagen-Lizenz einen anderen Weg und setzt auf Rückfahrkamera, Radar, Lichtsignale und einen smarten Helm. Die Technik soll Gefahren erkennen und Fahrer besser schützen.
Sicherheitssystem mit Kamera und Radar
Für die beiden E-Bikes hat N+ ein vernetztes Sicherheitssystem entwickelt, das Funktionen aus modernen Autos aufs Fahrrad überträgt. Optisch erinnert zumindest das Sport-Bike an VanMoof Modelle.
Das „Smart View“ kombiniert dafür eine rückwärtsgerichtete Kamera mit Radar und einem Display im Lenker. Während die Kamera zeigt, was hinter dem Rad passiert, soll das Radar vor herannahenden Fahrzeugen und Verkehr im toten Winkel warnen.

Auch das durchgehende LED-Band im Oberrohr (in der Grafik angedeutet) hat mehr als eine optische Funktion. Beim Bremsen leuchtet es rot, beim Abbiegen gelb und soll die Absichten des Fahrers dadurch für andere Verkehrsteilnehmer sichtbarer machen.
Ein optionaler „Smart Helmet“ verbindet sich per Bluetooth mit dem Rad, zeigt Brems- und Blinksignale ebenfalls nach hinten an und kann bei einem erkannten Unfall Angehörige benachrichtigen.
Zwei Premium-Modelle ab 3.999 Euro
N+ bietet die neuen E-Bikes in zwei Varianten an. Das Sport-E-Bike für 3.999 Euro mit klassischem Diamantrahmen richtet sich an Menschen, die ein sportlicheres Fahrgefühl bevorzugen. Das Crossover-E-Bike für 4.349 Euro setzt als Tiefeinsteiger dagegen stärker auf Komfort.
In beiden Modellen ist der Yamaha-Mittelmotor PW-X3 mit 85 Nm Drehmoment verbaut. Ein Automatikmodus passt die Unterstützungsstufen selbstständig an Fahrsituation, Beschleunigung und Steigungen an. Laut Anbieter sind bis zu 160 km Reichweite möglich.

Ganz fertig scheinen die Räder allerdings noch nicht zu sein. N+ bezeichnet die beiden E-Bikes derzeit als Vorserienmodelle, die sich weiterhin in der Entwicklung befinden. Die Auslieferung soll erst erfolgen, wenn die Produktion abgeschlossen ist und die E-Bikes die erforderlichen EU-Zertifizierungen erhalten haben.
Laut Website soll das ab dem vierten Quartal 2026 der Fall sein. Daher sind die Räder aktuell mit 49 Euro Reservierungsgebühr vorbestellbar. Das „Smart View“-Paket mit Rückfahrkamera und Radar im Wert von 699 Euro gibts dann ohne Aufpreis dazu.
Volkswagen und N+ haben bereits E-Bike-Erfahrung
Der Marke Volkswagen auf E-Bikes ist nicht völlig neu. Schon zuvor gab es ein handgefertigtes VW-Bulli-E-Bike im Retro-Stil sowie ein VW-Cargo-E-Bike für den Lastentransport. Auch N+ ist mit solchen Kooperationen bereits vertraut. Das Unternehmen hat bereits unter anderem ein Mercedes-AMG E-Bike auf den Markt gebracht.
Ob das System Radfahren tatsächlich sicherer macht? Die Idee ist spätestens seit Cyklaer, einer Kooperation aus Storck und Porsche Digital, nicht neu. Das E-Bike soll seine Umgebung intelligent erfassen, vor Gefahren warnen und anderen Verkehrsteilnehmern zeigen, wann gebremst oder abgebogen wird. Marktdurchdringend waren solche Systeme bisher allerdings noch nicht.














