Für Pendler und Reisende wird das Lemmo Zero noch interessanter. Der Berliner Hersteller erweitert sein leichtes E-Faltrad um praktische Neuerungen: Künftig nimmt es Brompton-Zubehör auf, lässt sich gefaltet leichter schieben und soll bald auch mit Automatikschaltung erhältlich sein.
Passt in einen Rollkoffer: So kompakt ist das Lemmo Zero
Auf der Eurobike 2026 in Frankfurt haben wir das aktuelle Lemmo Zero selbst ausprobiert. Neben dem bekannten kompakten Faltkonzept zeigte Lemmo dort auch die neuen Zubehör- und Komfortfunktionen. Das Besondere: Das Carbon-Faltrad wiegt laut Hersteller lediglich 13,3 Kilogramm. Davon entfallen 2,3 Kilogramm auf den Akku. Dank seines dreifach faltbaren Rahmens passt es sogar in einen handelsüblichen Rollkoffer.
Gefaltet ist das Lemmo Zero laut Hersteller mit 590 x 515 x 250 mm rund 40 Prozent kleiner als ein gewöhnliches 20-Zoll-Faltrad. Der Akku und die Steuerungselektronik stecken in einer abnehmbaren Box namens Smartpac Air – im Prinzip ein externer Akku mit eingebauter Elektronik, der sich auch als Powerbank nutzen lässt.

Gerade für Flugreisende ist der Akku besonders interessant: Mit 159 Wattstunden bleibt er knapp unter der Grenze von 160 Wattstunden, bis zu der viele Airlines Akkus nach vorheriger Genehmigung akzeptieren. Vor dem Flug lohnt sich aber ein Blick in die Anforderungen der jeweiligen Fluggesellschaft.
Das gefaltete Rad reist während des Flugs im Koffer im Frachtraum mit. So ist das Lemmo-Team nach eigener Aussage auch zur Messe nach Frankfurt gereist. Den Antrieb übernimmt ein 0,9 Kilogramm leichter Nabenmotor mit Drehmomentsensor und bis zu 400 Watt Spitzenleistung. Die Reichweite liegt bei rund 40 Kilometern.
Neuer Frontträger: Brompton-Zubehör passt künftig ans Zero
Eine wesentliche Neuerung sitzt vorn am Rahmen: ein Frontträger-Block, an dem sich Zubehör befestigen lässt, das es auf dem Markt bereits für Falträder wie das Brompton gibt. Verschiedene Körbe, Taschen oder Transportboxen lassen sich so direkt am Zero montieren.


Bei den Demobikes hatte Lemmo dafür eine passende Fronttasche montiert, die sich mit wenigen Handgriffen wieder abnehmen lässt. Für ein Rad, das ohnehin als Pendler- und Reisebegleiter gedacht ist, macht das den Alltag deutlich praktischer: Einkauf, Laptoptasche oder Reisegepäck wandern auf den Träger statt in den Rucksack. Der Trägerblock soll schon bald über die Lemmo-Website verfügbar sein.
Dritte Rolle erleichtert das Schieben
Eine weitere Neuerung ist ein Schutzblech-Set. Es schützt nicht nur vor Spritzwasser und Schmutz, sondern bringt noch eine weitere Funktion mit: Am hinteren Blech sitzt jetzt eine dritte Rolle. Zusammen mit den vorhandenen beiden Stützrollen steht das zusammengefaltete Zero damit auf drei Punkten.

Das klingt nach einem kleinen Detail, macht im Alltag aber einen großen Unterschied. Insbesondere, wenn man mit gefaltetem Rad durch einen Bahnhof oder über den Flughafen muss, scheitern viele Falträder. Sie sind zwar klein, lassen sich gefaltet aber schlecht rollen und wegen des Gewichts nur kurze Strecken tragen. Mit der zusätzlichen Rolle lässt sich das Lemmo Zero noch stabiler schieben.
Das neue Schutzblech-Set ist aus Carbon, wird von Lemmo separat verkauft und aktuell für 99 statt 149 Euro gelistet. Laut Shop wird das Set jedoch erst zwischen Anfang Oktober und Anfang November ausgeliefert.
Prototyp mit Automatikschaltung und Hydraulikbremsen
Eine zusätzliche Ausbaustufe zeigt Lemmo außerdem an einem Prototypen mit Collab.Ride-Automatikschaltung und hydraulischen Scheibenbremsen. Das System schaltet selbstständig, hat uns schon beim Lemmo One Collab.Ride im Test überzeugt und hält künftig auch im Faltrad Einzug. Das aktuelle Serien-Zero ist dagegen mit mechanischen Scheibenbremsen und klassischer Schaltung unterwegs.


Die Collab.Ride-Version soll laut Lemmo noch in diesem Jahr auf den Markt kommen. Einen genauen Termin sowie Preis gibt es aber noch nicht. Der Prototyp zeigt, wohin die Reise geht: Das Zero ist für den Hersteller weniger ein fertiges Produkt und mehr eine Plattform, die Stück für Stück wächst.
Für wen sich das Zero lohnt
Das Lemmo Zero ist aktuell im Rahmen einer limitierten Sommeraktion bis zum 19. Juli ab 1.990 Euro statt regulär 2.490 Euro direkt beim Hersteller erhältlich. Alle neuen Features lassen sich mit dem Lemmo Zero nutzen – bis auf die Automatikschaltung, die in einer separaten Variante auf den Markt kommt.
Wer auf den E-Antrieb verzichtet, bekommt das Faltrad bereits ab 1.490 Euro. Das Smartpac Air lässt sich auch später noch nachrüsten. Frontträger und Schutzblech-Set erweitern das Konzept sinnvoll, ohne den Grundgedanken an ein leichtes und kompaktes Faltrad zu verändern. Das Lemmo Zero ist ein Faltrad für Menschen, die viel pendeln oder reisen – auch im Flugzeug. Zum Vergleich: Der Faltrad-Klassiker von Brompton startet beim Hersteller in annähernd vergleichbarer Ausstattung ab 1.699 Euro.














