Das Gazelle Curb soll möglichst wenig nach E-Bike aussehen: Akku, Kabel und Beleuchtung verschwinden weitgehend im Rad, selbst ein klassisches Display fehlt. Ab 2.399 Euro gibt es zwei Varianten mit Boschs neuem Nabenmotor – das C1 mit Riemen und einem Gang oder das T9 mit Kette und neun Gängen.
Gazelle Curb mit Bosch-Nabenmotor und Licht im Lenker
Der Motor sitzt beim Gazelle Curb in der Hinterradnabe und nicht wie sonst bei Bosch üblich in der Mitte des E-Bikes. Dadurch entfällt ein großes Motorgehäuse zwischen den Pedalen und der Rahmen kann schlank bleiben.

Bis zu 45 Nm liefert die Bosch Hub Line. Sie steckt auch im Scott Sweep und in Kalkhoffs 1er-Reihe. Das Curb ist damit ein weiteres aktuelles City-E-Bike, bei dem die Bosch-Technik möglichst unauffällig im Fahrrad verschwindet.
Auch die Beleuchtung folgt diesem Konzept: Das Frontlicht steckt im Lenker, das Rücklicht im Schutzblech. So fügt sie sich in die Fahrradform ein, statt mit zusätzlichen Lampengehäusen hervorzustehen.

Der integrierte 360-Wh-Akku lässt sich zum Laden herausnehmen. Wer im Fahrradkeller keine Steckdose hat, kann ihn also mit in die Wohnung nehmen, ohne das ganze Rad tragen zu müssen. Der Akku soll laut Gazelle trotz seiner relativ geringen Kapazität eine Reichweite von bis zu 90 Kilometern ermöglichen. Für längere Touren bietet Gazelle den Bosch PowerMore 250 mit zusätzlichen 250 Wh als optionalen Range Extender an.
Das Smartphone ersetzt bei Bedarf das Display
Bei der Anzeige der Fahrdaten schlägt der Hersteller einen weniger konventionellen Weg ein und verzichtet auf ein Display. Eine Schnittstelle nimmt stattdessen Smartphone-Halterungen von SP Connect oder Quad Lock auf. Mit der Gazelle-App zeigt das Handy dann Geschwindigkeit und verbleibende Reichweite an. Ohne Smartphone zeigt der kleine Bosch-System-Controller weiterhin den Akkustand über Leuchtbalken und die Unterstützungsstufe farbig an.
Das hält das Cockpit aufgeräumt, macht die ausführlichere Anzeige aber vom eigenen Smartphone abhängig. Der Handy-Akku muss geladen sein, die App funktionieren. Sollte die App-Unterstützung durch den Hersteller irgendwann enden, könnte auch die Smartphone-Anzeige wegfallen. Zum Fahren selbst ist das Handy nicht erforderlich.

Curb C1 oder T9: Weniger Pflege oder mehr Gänge
Beim Curb C1 gibt es einen Gang und einen Gates-Riemen. Kettenölen und das Einstellen einer Gangschaltung entfallen damit. Das passt vor allem zu überwiegend flachen Wegen, auf denen eine feste Übersetzung genügt und möglichst wenig Pflege anfallen soll.

Das Curb T9 hat dagegen eine Shimano-Kettenschaltung mit neun Gängen. Damit lässt sich die eigene Trittfrequenz besser an Steigungen und unterschiedliche Geschwindigkeiten anpassen. Auf abwechslungsreichen Strecken ist das ein Vorteil, dafür verlangt die Kette regelmäßig Reinigung und Schmierung.

Beide Ausführungen sind mit tiefem oder hohem Einstieg vorgesehen. Hydraulische Scheibenbremsen und ein Rahmenschloss gehören dazu, Front- und Heckgepäckträger sind optional. C1 und T9 starten jeweils bei 2.399 Euro.
Wann ist das Gazelle Curb erhältlich?
Gazelle kündigt das Curb mit einer Verfügbarkeit ab Mitte Oktober an. Ein deutscher Händler listet das Curb T9 bereits für 2.399 Euro und nennt eine Lieferung ab 30. Oktober. Damit dürften die Räder nach und nach im Handel eintreffen. Die tatsächliche Verfügbarkeit kann je nach Händler und Variante abweichen.
Damit ist das Curb vor allem für Stadtfahrer interessant, die ein möglichst unauffälliges E-Bike mit Bosch-System suchen. Die entscheidende Wahl ist weniger der Preis als der Antrieb: wartungsarmer Riemen und ein Gang beim C1 oder mehr Übersetzungsbandbreite mit Kette und neun Gängen beim T9.








