Das PVY Z20 Ultra vereint gleich drei Komfortideen, die bei einem Falt-E-Bike für 1.399 Euro ungewöhnlich sind: einen leisen Carbon-Riemen, eine automatische 3-Gang-Schaltung und zwei umschaltbare Fahrmodi. Im Test klären wir, ob der Wechsel zwischen Kadenz- und Drehmomentsensor wirklich mehr als ein Technik-Gimmick ist – und wo PVY gespart hat. ➜ Zum Angebot bei PVY
Klein und stabil: Erster Eindruck zum PVY Z20 Ultra
Der Alurahmen, die 20-Zoll-Räder und die recht sauber integrierten Komponenten passen optisch gut zusammen. Trotz Klappmechanismus wirkt das Rad ausgewachsen, fast wie ein vollwertiges E‑Bike statt eines einfachen Faltrads für gelegentliche Kurzstrecken. Das Z20 Ultra hinterlässt in seiner Preisklasse einen hochwertigen ersten Eindruck.

Auch die Verarbeitung kann sich sehen lassen. Der Rahmen mit CE-Kennzeichnung wirkt stabil, der Gepäckträger nicht wie eine Notlösung. Auch die Anbauteile sitzen ordentlich. Das zulässige Gesamtgewicht gibt PVY mit 150 kg an. Schweißnähte sind nur wenige zu sehen. Kurioserweise ist das PVY-Logo am Testgerät falsch herum angebracht.

Mit 21 kg inklusive Akku gehört es für ein voll ausgestattetes E-Faltrad zu den leichteren Modellen. Zum Vergleich hier alle aktuellen Z-Falträder von PVY:
| Name | Gewicht |
|---|---|
| Z20 Ultra | 21 kg |
| Z20 Pro | 22 kg |
| Z20 Pro Evo | 22,5 kg |
| Z20 Max | 27 kg |
| Z20 Plus | 29 kg |
Mit sichtbarem Klappgelenk im Rahmen und schwarzen Anbauteilen wirkt das Design insgesamt eher geradlinig und etwas technisch. Die hoch aufragende Lenksäule dominiert dabei das Erscheinungsbild.
Der Aufbau geht einfach von der Hand, das Rad ist schnell fahrbereit. Auspacken, Lenker und Sattel in Position bringen, das vordere Schutzblech und die Pedale anbringen, fertig. Im Paket liegt neben der Anleitung kaum Zubehör.
Kurzfazit: Das Z20 Ultra ist ein agiles, relativ leichtes E-Faltrad für Pendler und Stadtfahrer. Die automatische Gangschaltung, der leise Carbon-Riemen und der umschaltbare Sensor sind in dieser Preisklasse echte Highlights. Abstriche gibt es bei den mechanischen Bremsen des Testgeräts und der fehlenden Standfestigkeit im gefalteten Zustand.
Ausstattung im Detail: Was bietet das Z20 Ultra?
Die spannendste Technik des E‑Bikes steckt in der Motorsteuerung. PVY nennt das System „SensorSwap“: Per Knopfdruck wechselt der Fahrer zwischen Kadenzsensor und Drehmomentsensor.
Das ist ziemlich ungewöhnlich, aber nicht völlig neu. Auch Lankeleisi stattet seine Räder, wie beispielsweise das MG600 Lite oder das MG600 Pro, schon länger mit dieser Technik aus. Viele günstige Modelle arbeiten dagegen nur mit einem einfachen Kadenzsensor, höherwertige E-Bikes setzen meist auf einen Drehmomentsensor. Das Z20 Ultra bietet beide Varianten.

Im Kadenzmodus reicht es, dass sich die Kurbel bewegt. Dann setzt die Unterstützung ein und orientiert sich an der gewählten Stufe. Im Drehmomentmodus reagiert der Antrieb auf den Druck am Pedal: Wer kräftiger tritt, bekommt mehr Unterstützung, wer locker rollt, weniger.
Das gibt dem Rad tatsächlich zwei unterschiedliche Charaktere: bequem und gleichmäßig oder direkter und natürlicher. Wie deutlich der Unterschied im Alltag ausfällt, klären wir im Praxisteil.
Der Nabenmotor arbeitet mit 250 Watt und bis zu 40 Nm und unterstützt bis 25 km/h. Damit bleibt das Z20 Ultra im legalen Rahmen für Pedelecs in Deutschland. Der Antrieb erfolgt über einen Carbon-Riemen anstelle einer klassischen Fahrradkette.

Abhängig von Fahrgeschwindigkeit und Trittfrequenz wählt die automatische 3-Gang-Nabenschaltung selbstständig eine der Übersetzungen. Ein Schalthebel ist daher nicht nötig. Beim Anfahren nutzt sie einen niedrigen Gang, bei höherem Tempo schaltet sie automatisch weiter. Gebremst wird beim Testgerät allerdings nur mit mechanischen statt hydraulischen Scheibenbremsen. Der Hersteller bewirbt aktuell allerdings ein kostenloses Upgrade auf hydraulische Bremsen. Beim Kauf solltest du deshalb vor der Bestellung prüfen, welche Version geliefert wird.
Beim entnehm- und abschließbaren Akku nutzt PVY ein 36-Volt-System mit 14,5 Ah, rechnerisch also 522 Wh, und LG-Zellen. Als Reichweite gibt der Hersteller bis zu 120 km an. Wie immer ist das ein theoretischer Maximalwert, der unter anderem von Temperatur, Strecke und Fahrergewicht abhängt. Wie viel das PVY nach den Praxiseindrücken tatsächlich schafft, klärt sich weiter unten.


Schutzbleche und Gepäckträger gehören zur Serienausstattung. Der Lenker ist höhenverstellbar und lässt sich beim Zusammenlegen des Rads nach hinten klappen, sofern der Sattel weit nach unten geschoben ist. Der Rahmen ist ebenfalls über einen Mechanismus schnell zusammengeklappt.



Eine Federung gibt es nicht. Vorne sitzt laut Hersteller ein Scheinwerfer mit 1.200 Lumen, hinten ist ein Bremslicht im Rücklicht integriert, das auch als rudimentärer Blinker arbeitet. Für Licht und Blinker stehen eigene physische Knöpfe bereit.


Am Lenker sitzt ein LC-Display, das Geschwindigkeit, Akkustand, Unterstützungsstufe und Kilometerstand anzeigt. Ein USB-Anschluss zum Aufladen eines Smartphones ist nicht verbaut.

Eine begleitende App von PVY verbindet das E-Bike per Bluetooth mit dem Smartphone. Als nützlichste Funktion fällt hier der Lock-Modus auf, der den Motor des E-Bikes sperrt und entsperrt. Weniger brauchbar sind Funktionen wie die Ortung, da das nur in Bluetooth-Reichweite funktioniert. Als Diebstahlschutz taugt das daher nicht.

PVY Z20 Ultra im Test: So fährt sich das E-Bike
Das Z20 Ultra fährt sich vor allem unkompliziert. Es gibt sich auf der Straße handlich und lässt sich leicht kontrollieren. Durch die kompakte, aber stabile Bauweise kommt man schnell mit dem Rad zurecht, ohne dass es nervös wirkt.
Auf Asphalt und festen Radwegen rollt das E-Bike leicht und lässt sich präzise steuern. Auf Schotter und schlechten Wegen dringen Unebenheiten deutlich zum Fahrer durch. Geeignet ist das Bike zudem nur für Personen bis maximal 1,80 m, darüber wird es unbequem.

Mit maximal 40 Nm fällt der Motor etwas zurückhaltender aus, liefert im Alltag aber ausreichend Unterstützung. Beim Anfahren setzt der Schub sauber ein, in den höheren Stufen nimmt er spürbar zu. An Steigungen muss der Fahrer allerdings deutlich mehr mitstrampeln.
Zwei Sensoren, zwei Fahrgefühle
Die Sensorumschaltung über „SensorSwap“ verändert das Fahrgefühl auf Knopfdruck deutlich. Im einfachen Kadenzmodus unterstützt der Motor, sobald die Pedale bewegt werden. Für gleichmäßiges Rollen auf geraden Strecken funktioniert das bestens.

Im Drehmomentmodus reagiert das PVY feiner auf den eigenen Krafteinsatz. Das E-Bike ist dadurch besser kontrollierbar, weil die Unterstützung an die eigene Tretleistung gebunden ist.
Ist das nun wirklich sinnvoll oder doch nur ein Nice-to-have? Aus meiner Sicht ist die Kombination aus beiden Sensorarten tatsächlich nützlich, weil sie dem Z20 Ultra zwei unterschiedliche Charaktere gibt.
Der Kadenzmodus passt, wenn es bequem und gleichmäßig als Cruiser-E‑Bike vorangehen soll. Der Drehmomentmodus ist die bessere Wahl, sobald mehr flexible Kontrolle gefragt ist. Der Mehrwert liegt also nicht darin, ständig umzuschalten, sondern den Charakter des Rads an Strecke, Fahrstil oder Eigenleistung anpassen zu können.

Sehr angenehm ist auch die automatische 3-Gang-Schaltung. Sie wechselt die Übersetzung selbstständig und nimmt dem Fahrer Arbeit ab. Insbesondere beim Anfahren und im Stadtverkehr ist das komfortabel. Man gewöhnt sich schnell an diesen kleinen Luxus.
Die Schaltvorgänge sind weich und während der Fahrt kaum hörbar. Auch bei wechselndem Tempo findet die Automatik fast immer rasch die passende Übersetzung. Nur bei kurzfristigen Lastwechseln braucht sie gelegentlich einen Moment. Insgesamt arbeitet das System zuverlässig und unauffällig.

Gleiches lässt sich über den Carbon-Riemen sagen, der in keinem anderen Z-Modell des Herstellers zu finden ist und als weiteres Premium-Extra dient. Er läuft schön leise und benötigt im Vergleich zu einer herkömmlichen Kette kaum Pflege.
Im Test verzögern die mechanischen Scheibenbremsen zuverlässig. Für stärkeres Bremsen ist allerdings bauartbedingt mehr Handkraft nötig als bei hydraulischen Bremsen. Bei einem 1.399-Euro-Rad ist das ein klarer Punkt, wo der Hersteller gespart hat. Das betrifft allerdings unser Testfahrrad, PVY stattet laut aktuellem Hinweis auf der Website zukünftige Modelle wohl mit hydraulischen Bremsen aus.

Durch den hohen Lenker sitzen Fahrer auf Wunsch eher aufrecht und haben Rad und Umgebung gut unter Kontrolle. Schulterblicke fallen leicht, der Oberkörper bleibt entspannt, die Hände liegen eher hoch. Das passt gut zu Pendelstrecken und längeren Freizeitfahrten, bei denen Übersicht wichtiger ist als Tempo.
Beim Schieben, Drehen und Abstellen zeigt sich, dass das Z20 Ultra ein relativ leichtes E-Bike ist. Die Faltfunktion hilft zusätzlich beim Verstauen und Transportieren. Zusammengeklappt braucht das Rad deutlich weniger Platz, etwa in Garage, Wohnmobil, Kellerabteil oder Kofferraum. Auch die Pedale sind einklappbar.

Leider hat das E-Bike nur einen herkömmlichen Seitenständer und ansonsten keine Option. Im gefalteten Zustand steht das Fahrrad deshalb nicht von selbst, sondern muss gehalten oder angelehnt werden. Das ist gerade beim Pendeln ein ärgerlicher Komfortnachteil.
Reichweite: Wie weit kommt das E-Bike wirklich?
Der Hersteller gibt eine maximale Reichweite von bis zu 120 km an. In der Praxis sieht das anders aus, zumal sich die beiden Sensormodi auf den Verbrauch auswirken. Im Kadenzmodus sind nach den Erfahrungen im Test eher 50 bis 65 km realistisch. Im Drehmomentmodus liegt die Spanne bei 60 bis 75 km, bei sehr sparsamer Fahrweise auch darüber.
Der Unterschied liegt vor allem darin, wie gleichmäßig der Akku belastet wird. Im Kadenzmodus zieht das System tendenziell früher und konstanter Energie, sobald eine passende Unterstützungsstufe gewählt ist. Das ist bequem, kostet aber Reichweite. Im Drehmomentmodus fällt der Verbrauch niedriger aus, wenn der Fahrer mehr Eigenleistung beisteuert. Die Energieabgabe folgt dort stärker dem tatsächlichen Bedarf.


Garantiert ist dieser Vorteil aber nicht. Wer im Drehmomentmodus viel bergauf fährt und eine hohe Unterstützung abruft, leert den Akku ebenfalls schnell. Umgekehrt lässt sich auch im Kadenzmodus Reichweite sparen, wenn niedrigere Stufen ausreichen und das Tempo moderat bleibt.
Beim Ladevorgang zieht das Netzteil maximal 65 Watt. Eine vollständige Ladung von 0 auf 100 Prozent dauert entsprechend etwa 8 bis 9 Stunden. Laden über Nacht bietet sich daher an. Das Ladegerät arbeitet dabei lautlos.
Für wen lohnt sich das Z20 Ultra?
Das Z20 Ultra für aktuell 1.399 Euro lohnt sich für alle, die ein kompaktes E-Faltrad mit ziemlich viel Komforttechnik für den Alltag suchen. Die automatische Gangschaltung nimmt Arbeit ab, der Carbon-Riemen läuft leise und der „SensorSwap“ ist mehr als ein Gimmick.

Damit passt es besonders gut zu Pendelstrecken, Stadtfahrten und längeren Touren auf Asphalt oder gut ausgebauten Radwegen. Auch auf Reisen ist das Z20 Ultra ein unkomplizierter Begleiter, weil es ohne Kette und Schaltwerk auskommt. Wer ein möglichst kleines Faltrad häufig tragen muss, sollte die 21 kg dennoch nicht unterschätzen.
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| agil und relativ leicht | mechanische Bremsen am Testgerät |
| automatische Gangschaltung | keine Federung |
| wartungsarmer Carbonriemen | steht gefaltet nicht selbstständig |
| saubere Verarbeitung | nur bis etwa 1,80 m komfortabel |
| 150 kg max. Belastbarkeit |
Weniger passend ist das Z20 Ultra für lange, sehr steile Strecken oder häufige Fahrten auf schlechtem Untergrund. Dafür fehlen sowohl eine kräftigere Motorunterstützung als eine auch Federung. Die mechanischen Bremsen des Testgeräts und der fehlende sichere Stand im gefalteten Zustand verhindern zudem eine uneingeschränkte Empfehlung.
Relativ einfache Falträder gibt es auch schon deutlich unter dem Preis von 1.399 Euro. Das Z20 Ultra bietet aufgrund der 3-Gang-Automatik, dem Riemenantrieb und dem für das relativ leichte Faltrad großen Akku sowie der Sensorwahl aber ein ziemlich gutes Preis-Leistungsverhältnis. PVY vertreibt seine Räder ausschließlich direkt, ein Händler- oder Servicenetz vor Ort in Deutschland gibt es nicht. Auch darüber erklärt sich der günstige Preis.
Zum Vergleich: Ein ähnliches E-Faltrad ist das ADO Air 20 Ultra V2026 (Test) mit 3-Gang-Automatik und Carbonriemen für 1.899 Euro. Mit kleinerem Akku kostet dieses Modell 500 Euro mehr. Im gleichen Preissegment angesiedelt ist das Mate Go+ (Test) mit hydraulischen Tektro-Bremsen. Mit 689 Euro deutlich günstiger, aber auch schwerer ist das faltbare Touroll S3 Pro (Test) mit großem 1.296-Wh-Akku.











