E-Bikes von Kalkhoff waren preislich bisher eher in der oberen Mittelklasse aufwärts zu finden. Doch der Fahrradbauer, der sich selbst als „Premium-Hersteller“ sieht, möchte seine Marken-E-Bikes jetzt auch für ein kleineres Budget zur Verfügung stellen – und setzt dafür auf eine günstigere Antriebstechnik.
Kalkhoffs neue Modelle mit Nabenmotor von Bosch
Das Modelljahr 2027 soll das Jahr markieren, in dem Kalkhoff für jedermann verfügbar ist – zumindest wenn es nach dem Hersteller geht. Ganz „Low-Budget“ wird es aber nicht: Die drei Modelle der neuen 1er-Reihe starten bei 2.399 Euro. Mit mehr Akkukapazität und etwas Zubehör geht es dennoch schnell in Richtung 3.000 Euro.
Eine preislich relevante Veränderung im Vergleich zu vorherigen Modellen ist der Antrieb. Statt eines Mittelmotors kommt ein Heckmotor zum Einsatz. Große Qualitätseinbußen muss das jedoch nicht bedeuten, da Kalkhoff auf den neuen Nabenantrieb von Bosch mit 45 Nm Drehmoment setzt. Für die Stadt und das flache Land dürfte die Bosch Hub Line in den meisten Situationen gut ausreichen. Bei regelmäßigen steilen Anstiegen oder viel Gepäck bietet ein kräftigerer Mittelmotor aber mehr Reserven.
Kalkhoffs 1er mit Tiefeinsteiger-Rahmen
Kalkhoff stellt gleich drei Modellvarianten der 1er-Reihe vor. Alle drei Bikes ähneln sich optisch sehr: Der Wave-Rahmen wirkt sportlich-modern und erleichtert gleichzeitig durch das fehlende Oberrohr den Einstieg.
Die neuen Einsteiger-Modelle gibt es in den Akku-Varianten mit 360 oder 540 Wh. Zusätzlich sind sie mit einem Heckträger ausgestattet, der mit dem MIK-HD-System kompatibel ist und bis zu 27 kg trägt. Das zulässige Gesamtgewicht für die drei 1er-Modelle beträgt jeweils bis zu 150 kg, was für einen Tiefeinsteiger ziemlich üppig ist. Viele vergleichbare Modelle sind auf 120 kg begrenzt.

Die drei neuen City-E-Bikes im Detail
Das günstigste Image 1 Move soll besonders mit seiner urbanen Eleganz überzeugen – und eben mit dem Preis von 2.399 Euro für die 360-Wh-Variante. Mit 540 Wh kostet es 2.599 Euro. Dafür gibt es das E-Bike mit wartungsarmem Riemenantrieb, aber nur als Singlespeed-Variante, also fester Übersetzung. Zusätzlichen Komfort soll das Image 1 Advance mit einer Kombination aus Riemenantrieb und einem auf das Bosch-System angepassten 2-Gang-Planetengetriebe bieten. Mit 540-Wh-Akku kostet es dann aber 2.799 Euro.

Das Endeavour 1 Move wurde hingegen ein wenig mehr auf den Touring-Bereich ausgelegt und ist mit einer 9-Gang-Kettenschaltung der Cues-Reihe von Shimano ausgestattet. Hinzu kommen eine Federgabel und eine gefederte Sattelstütze. Es kostet 2.399 Euro mit 360 Wh beziehungsweise 2.599 Euro mit 540 Wh.
So stehen die Kalkhoff 1er im Vergleich zur Konkurrenz da
Kalkhoff positioniert seine neue 1er-Reihe in einem Preisbereich, der für die Marke vergleichsweise günstig ist. Dafür bekommen Käufer ein vollständig ausgestattetes Alltagsrad mit Bosch-System, hydraulischen Scheibenbremsen, Federgabel, Lichtanlage, Schutzblechen und Gepäckträger.
Während Hersteller wie zum Beispiel Tenways mit dem Ago Air in derselben Preisklasse sogar einen Mittelmotor verbauen, stuft Kalkhoff die Motorisierung zwar ein wenig herab, spart dafür weniger bei der sonstigen Ausstattung und bietet ein breites Händlernetz. Die Image-Modelle bieten zudem einen wartungsarmen Riemenantrieb.
Alternativ lassen sich online noch zahlreiche günstigere Tiefeinsteiger finden. Das cleane Reany V1 Vivo+ gibt es beispielsweise aktuell für 1.999 Euro und das 16 kg leichte Engwe N1 Air ist sogar für 1.299 Euro zu haben. Hierbei handelt es sich aber um klassische Versandräder ohne Händler- und Servicenetzwerk vor Ort.
Der Vergleich macht damit eins klar: Kalkhoffs neue 1er sind keine Preisbrecher. Sie machen den Einstieg in die Marke aber günstiger und richten sich vor allem an Fahrer, die ein unkompliziertes Alltagsrad mit Bosch-System suchen. Wer häufig steile Strecken fährt, sollte wegen der 45 Nm eher zu einem Modell mit kräftigerem Mittelmotor greifen.











