Ein Mountainbike-Rahmen, zwei grundverschiedene Aufbauten: ACTOFIVE entwickelt eine Plattform, die entweder als E-MTB mit leichtem Maxon-E-Antrieb oder als klassisches Bio-Bike mit Pinion-Getriebe und Riemen funktionieren soll. Noch ist das ungewöhnliche Projekt allerdings eine Konzeptstudie.
ACTOFIVE plant gemeinsamen Rahmen für Maxon und Pinion
Für die E-MTB-Version plant ACTOFIVE mit dem Maxon BIKEDRIVE AIR S. Die Antriebseinheit wiegt laut Maxon 2,0 kg, liefert maximal 90 Nm und unterstützt bis 25 km/h. Beim Akku stehen 400 oder 600 Wh zur Wahl, zusätzlich ist ein Range Extender mit 250 Wh vorgesehen. Der Akku sitzt im Unterrohr und lässt sich über eine Abdeckung entnehmen.
Alternativ soll derselbe Rahmen mit einem Pinion-Getriebe und Riemenantrieb funktionieren. Motorunterstützung gibt es bei diesem Aufbau nicht. Ganz ohne Elektronik kommt das Rad dann trotzdem nicht aus, denn die Smart.Shift-Steuerung übernimmt die Schaltvorgänge elektronisch. Beide Varianten nutzen laut ACTOFIVE denselben Rahmen und dieselbe grundlegende Schnittstelle, heißt es in der offiziellen Ankündigung.
Rahmenmanufaktur der Metzner Engineering GmbH
Der Rahmen selbst passt zum bisherigen Konzept der Dresdner Designer. ACTOFIVE, ein Projekt von Metzner Engineering, fertigt aufwendig bearbeitete Aluminium-Rahmen und verkauft keine fertig aufgebauten Serienräder. Beim neuen Konzept kommt 7075-T6-Aluminium zum Einsatz, das per CNC in Hohlbauweise bearbeitet wird. Käufer würden ihr Rad also individuell um diesen Rahmen herum aufbauen.

Der vielleicht flexibelste Fahrradrahmen überhaupt?
Auch Fahrwerk und Laufräder sollen flexibel bleiben. Die Plattform ist für Trail- und Enduro-Aufbauten sowie unterschiedliche Laufradkombinationen vom klassischen 29er bis zum Mullet vorgesehen. Die zahlreichen Möglichkeiten sind Teil der Konstruktion, ohne dass dafür jeweils ein neuer Rahmen nötig wäre.
Ein nettes Detail zeigt jetzt schon, wie gründlich die beiden Varianten gedacht sind: Fehlt beim Pinion-Aufbau der E-Bike-Akku, wird der freie Platz im Unterrohr zum Stauraum. Das Volumen soll ungefähr zwei normalen Trinkflaschen entsprechen und kann etwa Werkzeug oder Ersatzteile aufnehmen.
Fahrbarer Prototyp ist bis Ende 2026 geplant
Noch handelt es sich allerdings um eine Konzeptstudie. ACTOFIVE hat uns auf Nachfrage aber mitgeteilt, bis Dezember 2026 einen fahrbaren Prototyp fertigstellen zu wollen. Was danach passiert, bleibt vorerst offen. Einen Serienstart hat der Hersteller ebenso wenig angekündigt wie Preis, finales Gewicht oder Verfügbarkeit.
Die gemeinsame Plattform macht einen späteren Wechsel zwischen beiden Antriebskonzepten grundsätzlich denkbar. Ein schneller Umbau nach dem Prinzip „Motor heraus, Getriebe hinein“ ist damit aber wahrscheinlich nicht möglich. Wie aufwendig ein solcher Wechsel wäre und welche zusätzlichen Teile oder Adapter dafür nötig wären, hat ACTOFIVE bislang nicht kommuniziert.











