Richtig starker Motor, Vollfederung, aber trotzdem günstig: Das neue Touroll U3 Pro braucht sich nicht zu verstecken. Im Praxistest schauen wir, für wen sich das U3 Pro mit 70-Nm-Motor und 720-Wh-Akku lohnt. Mit Gutscheincode kostet das E-Bike nämlich nur 799 Euro. ➜ Zum Angebot bei Zigbuy
Was bekommt man für 799 Euro?
Touroll verschickt dafür kein filigranes E-Bike, sondern ein großes Fully-E-MTB. Vor dem Losfahren gibt es einige Schritte zu erledigen: Angebracht werden müssen Lenker, Vorderrad, Scheinwerfer, Rücklicht, Sattel, Pedale und noch der Schutzbügel für das Schaltwerk. Immerhin haben die Reifen ab Werk schon ausreichend Luft.
Der Aufbau verlangt minimal mehr Zeit als üblich, bleibt aber gut machbar. Die deutsche Anleitung ist verständlich geschrieben, gut bebildert und erklärt die einzelnen Schritte nachvollziehbar. Werkzeug liegt bei.


Optisch wirkt das Touroll U3 Pro kräftig, aber nicht überdimensioniert. Die 29-Zoll-Reifen prägen den ersten Eindruck. Hinzu kommt der recht sichtbare Akku am Rahmen. Ausgesprochen grazil wirkt das Rad nicht, klobig aber auch nicht.
Auffällig ist die Federung vom Hinterbau. Eine Fully-Konstruktion habe ich bei Touroll-E-Bikes bisher noch nicht gesehen. Der Hersteller konzentriert sich meist auf sehr günstige Bikes. Doch möglicherweise schließt sich die Kombination seit diesem Modell nicht mehr aus.
Zusammen mit der Federgabel soll das Fully-Konzept jedenfalls schlechte Wege und Kopfsteinpflaster angenehmer machen. Im Praxistest zeigt sich später schnell, ob die Vollfederung im Alltag wirklich überzeugt.
Kurzfazit: Das Touroll U3 Pro überrascht im Test mit kräftigem 70-Nm-Motor, großem 720-Wh-Akku und echter Vollfederung. Für aktuell 799 Euro bekommt man hier ungewöhnlich viel E-Bike fürs Geld. Schwächen gibt es bei Smart-Features, Gewicht und Sensorik — das starke Preis-Leistungs-Verhältnis bleibt aber das Hauptargument.

Wo Touroll spart – und wo nicht
Das U3 Pro gibt es nur in Schwarz. So wirkt es sachlicher als das ebenfalls neue Touroll U2 Pro, das sehr viel farbenfroher ist. Die Verarbeitung des E-Bikes macht grundsätzlich einen ordentlichen Eindruck. Der Rahmen wirkt stabil, der Akku sitzt sauber an seinem Platz.
Mit 28 kg inklusive Akku ist das U3 Pro kein Leichtgewicht. Für ein großes, ziemlich günstiges E-Bike mit Stahlrahmen und zusätzlicher Hinterradfederung überrascht das Gewicht aber auch nicht besonders.

Bezüglich der Ausstattung für den Straßeneinsatz hält sich das U3 Pro dagegen bedeckt. Schutzbleche und ein Kettenschutz hätten dem Bike für den Allroad-Einsatz gut gestanden. Auch beim Rücklicht setzt Touroll auf eine einfache Lösung. Es wird nicht vom Hauptakku gespeist, sondern nutzt eigene Batterien. Diese liegen zwar bei, könnten bei einem E-Bike aber eigentlich überflüssig sein.
Der erste Eindruck fällt insgesamt trotzdem positiv aus. Das Touroll U3 Pro liefert viel Rad fürs Geld, zeigt aber auch direkt, wo der Hersteller ein wenig gespart hat. Der Aufbau ist etwas umfangreicher, das Design eher funktional. Schauen wir als Nächstes auf die Details.
Ausstattung des Touroll U3 Pro im Detail
Das Touroll U3 Pro fährt mit einem 48-Volt-Antrieb und einem Motor, der 70 Newtonmeter Drehmoment liefert. Die Nennleistung liegt bei legalen 250 Watt, die maximale Motorleistung gibt Touroll mit 850 Watt an.
Bei 25 km/h endet elektrische Unterstützung. Zur Wahl stehen fünf Unterstützungsstufen, die bei 13, 16, 19, 22 und 25 km/h liegen. Auch ein Schiebemodus (4 km/h) ist mit dabei. Statt eines Drehmomentsensors ist leider nur ein Trittfrequenzsensor vorhanden, wie in dieser Preisklasse üblich.
Hintergrund: Ein Trittfrequenzsensor erkennt nur, ob sich die Pedale drehen. Der Motor unterstützt aufgrund von diesem Signal, unabhängig davon, wie kräftig getreten wird. Ein Drehmomentsensor hingegen misst die Kraft durch den Fahrer und passt die Motorleistung entsprechend an. Wer stärker tritt, bekommt mehr Unterstützung. Das fühlt sich direkter und natürlicher an.

Sichtbar am Rahmen sitzt der abschließbare und herausnehmbare Akku mit 720 Wattstunden Kapazität. Touroll nennt eine maximale Reichweite von 150 Kilometern, die dürfte aber eher theoretischer Natur sein.

Für die mechanische Übersetzung ist eine Shimano-Schaltung verbaut. Sie stellt 7 Gänge zur Verfügung und ergänzt damit die 5 elektrischen Unterstützungsstufen. Gebremst wird erfreulicherweise mit hydraulischen Scheibenbremsen.


Das Fahrwerk besteht aus einer Federgabel vorne und der erwähnten Schraubenfederung am Hinterbau. Die Federgabel besitzt eine Sperre, mit der sie blockiert werden kann. Der Federweg liegt bei 80 Millimetern.
Touroll empfiehlt das U3 Pro für Fahrer mit einer Körpergröße von 1,60 bis 2,00 m. Der Lenker ist 70 cm breit und passt damit zum eher sportlichen Auftritt des E-Bikes. Das zulässige Gesamtgewicht gibt Touroll mit 120 kg an.
Auf smarte Features verzichtet der Hersteller ganz. Es gibt also weder eine App noch besondere Sensoren. Das Display am Lenker hat keinen USB-Anschluss.

Touroll U3 Pro im Test: Fahrverhalten und Komfort
Das E-Bike fährt sich angenehm stabil, was den klassischen MTB-Reifen mit 29-Zoll und 2,4 Zoll Breite zu verdanken ist. Es wirkt dabei aber nicht sperrig, sondern bleibt gut kontrollierbar. In Kurven braucht es etwas mehr Druck als ein leichtes City-E-Bike, bleibt dabei aber immer berechenbar.

Nach den ersten Kilometern zeigt sich schnell, wo sich das U3 Pro am wohlsten fühlt. Feldwege, Waldwege und eher schlechter Straßenbelag passen gut zu diesem E-Bike. Dort spielt die Vollfederung ihre Stärke voll aus. Die Sitzhaltung ist dabei eher sportlich. Man sitzt nicht extrem gestreckt, aber klar aktiver als auf einem gemütlichen Trekking-E-Bike.

Die Reifen nehmen kleinere Schläge schon spürbar aus dem Untergrund. Zusammen mit der Federgabel fährt sich das U3 Pro auf unruhigem Belag schön ruhig. Kopfsteinpflaster und ausgewaschene Wege verlieren dadurch ihren Schrecken.


Nach kurzer Zeit möchte man die Hinterbaufederung nicht mehr missen. Sie macht genau das, was sie soll. Sie glättet schlechte Wege, entlastet den Rücken und hält das Rad auf ruppigem Untergrund besser in der Spur.
Aus dem U3 Pro wird dadurch zwar kein sportliches Trailbike für harte Abfahrten, aber tatsächlich ein komfortables E-Mountainbike für Alltag, Freizeit und einfache Offroad-Strecken.

Der Motor schiebt kräftig an, was ebenfalls positiv ist. Die 70 Newtonmeter merke ich vor allem beim Anfahren und an größeren Steigungen. Auch längeres Bergauffahren bereitet dem U3 Pro keine Probleme. Der Heckmotor zieht sauber durch und unterstützt zuverlässig, solange man mittreten kann. Die Motorunterstützung setzt nach ungefähr einer Pedalumdrehung ein.

Die Unterschiede zwischen den Unterstützungsstufen sind relativ deutlich spürbar. In den unteren Stufen fährt das U3 Pro ruhiger und sparsamer, in den höheren Stufen legt der Motor deutlich nach. In Stufe 5 beschleunigt das E-Bike sehr zügig auf 25 km/h.
Der Motor arbeitet für diese Preisklasse überraschend leise. Unter Last und an Steigungen bleibt er zwar durchaus hörbar, insgesamt fällt die Geräuschkulisse für einen einfachen Heckmotor aber positiv auf. Das habe ich bei günstigen E-Bikes auch schon ganz anders erlebt.

Auch die hydraulischen Scheibenbremsen brauchen sich nicht zu verstecken. Sie verzögern das U3 Pro rasch und gut kontrollierbar und sorgen für ein sicheres Gefühl, zumal hydraulische Bremsen bei einem E-Bike unter 1.000 Euro nicht selbstverständlich sind. An dieser wichtigen Stelle hat Touroll also glücklicherweise nicht gespart.
Vorne ist die Ausleuchtung für typische Fahrten im Alltag ausreichend. Straßen, Radwege und Feldwege bleiben auch bei Dunkelheit ausreichend sichtbar. Hinten sorgt das extern batteriebetriebene Rücklicht für eigene Sichtbarkeit.


Zur Reichweite: Starker Akku im Alltag
Der 720-Wh-Akku macht einen guten Job. Die von Touroll genannten 150 Kilometer erreicht das U3 Pro im Praxistest zwar nicht, das war jedoch auch nicht erwartbar.
Auf Basis meiner Fahrten in Freiburg und später am Kaiserstuhl ergibt sich eine realistische Reichweite von rund 70 bis 80 Kilometern. Dabei ging es über flache Abschnitte, hügelige Strecken und typische Alltagsrouten. Die Temperaturen lagen bei etwa 25 Grad.


Für ein E-Bike in dieser Preisklasse und dem verbauten Antrieb ist dieser Wert stark. Der große Akku passt bestens zum kräftigen Motor, weil man nicht nach jeder längeren Runde direkt wieder laden muss. Wer viel in niedrigen Unterstützungsstufen fährt und flache Strecken nutzt, kann natürlich mehr an Reichweite herausholen. Wer oft Stufe 5 nutzt oder viele Anstiege fährt, muss entsprechend öfter laden.
Die Ladezeit von 0 auf 100 Prozent gibt Touroll mit 8 Stunden an. Das bestätigt sich in der Praxis. Das mitgelieferte 2-A-Netzteil zieht etwa 120 Watt und arbeitet dabei lautlos, weil das Ladegerät ohne Lüfter auskommt.
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| ⬆ starkes Preis-Leistungs-Verhältnis | ⬇ kein Drehmomentsensor |
| ⬆ kräftiger Heckmotor | ⬇ keine Schutzbleche ab Werk |
| ⬆ großer 720-Wh-Akku | ⬇ kein integriertes Rücklicht |
| ⬆ Vollfederung | ⬇ keine Smart-Features und USB-Anschluss |
| ⬆ hydraulische Scheibenbremsen | ⬇ Design eher funktional |
Lohnt sich das Touroll U3 Pro?
Ja, das Touroll U3 Pro lohnt sich vor allem dann, wenn möglichst viel E-Bike fürs Geld gesucht wird. Für 799 Euro mit dem Gutscheincode TOUROLLU3P liefert es ein starkes Gesamtpaket aus kräftigem Motor, großem 720-Wh-Akku, hydraulischen Scheibenbremsen und vollgefedertem Rahmen.

Für wen eignet sich das Touroll U3 Pro? Am besten passt das Touroll U3 Pro zu Fahrern, die ein günstiges E-Mountainbike für Alltag, Freizeit, Waldwege, Feldwege und hügelige Strecken suchen. Es ist kein leichtes Sportgerät und auch kein edles Premium-Fully, aber ein kräftiges, bequemes und ausdauerndes E-Bike mit viel Nutzwert.
Als gehobenere, aber dennoch preiswerte Alternative lohnt sich ein Blick auf das E-Fully Vakole EMT29 12S (Test). Deutlich günstiger sind die Modelle PVY M29 (Test) mit XXL-Akku oder das Bodywel M275 (Test), das ebenfalls einen starken Akku verbaut hat.














