Porsche steigt aus dem E-Bike-Geschäft aus. Die Porsche eBike Performance GmbH wird komplett aufgelöst, die Standorte in Ottobrunn und Zagreb geschlossen. Kein Autobauer hatte mehr in E-Bikes investiert als Porsche.
Was Porsche alles aufgebaut hatte
Kein anderer Autokonzern hatte so konsequent auf E-Bikes gesetzt wie Porsche. 2022 übernahmen die Stuttgarter den Antriebshersteller Fazua, der für seine besonders leichten und kompakten Motorsysteme bekannt ist. Im selben Jahr ging auch der kroatische E-Bike-Hersteller Greyp Bikes an Porsche.
Kurz darauf gründete der Konzern die Porsche eBike Performance GmbH in Ottobrunn bei München. Die Gesellschaft sollte eigene High-End-Antriebssysteme entwickeln und weltweit vermarkten. Erst kürzlich hatte Porsche noch ein umfangreiches Software-Update für seinen E-Bike-Antrieb veröffentlicht.
Rund 360 Mitarbeiter arbeiteten zuletzt allein an der E-Bike-Sparte. Zum Vergleich: Das ist mehr Personal als bei manch etabliertem E-Bike-Hersteller.
Warum Porsche jetzt die Reißleine zieht
Porsche-Chef Michael Leiters begründet den Schritt mit einer strategischen Neuausrichtung: „Wir müssen uns auf unser Kerngeschäft konzentrieren. Das zwingt uns zu schmerzhaften Einschnitten, auch bei unseren Tochtergesellschaften.“
Die E-Bike-Sparte ist nicht der einzige Bereich, den Porsche aufgibt. Auch die Batteriezellen-Tochter Cellforce und der Software-Dienstleister Cetitec werden geschlossen. Insgesamt fallen über 500 Arbeitsplätze weg. Porsche trennt sich außerdem von seinen Anteilen an Bugatti Rimac und der Rimac Group.
Schlechtes Signal für die Branche
Porsche selbst spricht von „grundlegend veränderten Marktbedingungen für E-Bike-Antriebssysteme“. Die Konkurrenz unter den Antriebsherstellern ist groß: Bosch, Shimano, Brose und zuletzt auch neue Spieler wie das Avinox-System kämpfen um Marktanteile.
Die Nachricht kommt in einer Phase, in der sich der E-Bike-Markt ohnehin im Umbruch befindet. In den vergangenen Monaten meldeten mehrere Hersteller Insolvenz an. Dass nun ausgerechnet ein Konzern mit den Ressourcen von Porsche das Handtuch wirft, dürfte die Stimmung in der Branche kaum verbessern.
Offene Fragen bleiben
Was genau mit den entwickelten Technologien passiert, ist derzeit unklar. Auch die Zukunft der Marke Fazua ist offen. Ob die Technologie verkauft, lizenziert oder komplett eingestellt wird, hat Porsche bislang nicht kommuniziert.














