Asus kennt man vor allem von Notebooks. Jetzt wagt sich der Tech-Hersteller in einen ganz anderen Bereich: Mit dem Oxiis E250G1 steht ein kompakter Nachrüstantrieb in den Startlöchern, der Fahrräder elektrifiziert. Das Konzept hat einige Vorteile, aber auch Nachteile.
Asus E-Bike-Motor setzt auf Reibrollenantrieb
Beim „Oxiis Intelligent Bike Booster“ sitzt der Motor nicht an der Kurbel oder in der Radnabe. Stattdessen drückt eine Rolle auf den Hinterreifen und treibt ihn direkt an. Solche Reibrollenantriebe wie auch Kamingo oder Spiny sind sicher keine neue Erfindung, punkten aber grundsätzlich mit einer unkomplizierten Montage. Schaltung und Bremsen bleiben dabei unangetastet, spezielles Werkzeug soll laut Asus ebenfalls nicht nötig sein – der Antrieb wird einfach an die Sattelstütze geklemmt.
Für ein E-Bike-Nachrüstsystem fällt der Oxiis E250G1 zudem recht leicht aus. Motor, Halterung und Akku bringen zusammen 3,7 kg auf die Waage. Der Motor liefert dauerhaft 250 W, kurzfristig sind bis zu 500 W möglich. Damit wäre er auch auf deutschen Straßen einsetzbar.
Der Akku fällt mit nur 158,4 Wh deutlich kleiner aus als die Energiespeicher richtiger E-Bikes. Dafür lässt er sich laut Hersteller aber besonders einfach entnehmen und mit bis zu 100 W über USB-C Power Delivery in ca. 2 Stunden laden.

Wie viel Reichweite ist möglich?
Asus verspricht im Eco-Modus bis zu 50 km Reichweite, was bei der Kapazität durchaus ein ordentlicher Wert wäre. Im Sport-Modus schrumpft die Angabe allerdings auf etwa 10 km. Das zeigt auch ziemlich gut, wofür der Oxiis eigentlich gedacht ist: gelegentliche und sanfte Unterstützung für City-E-Bikes oder Falträder.
Auch versucht der Hersteller, eine typische Schwäche von Reibrollenantrieben abzufangen. Der Anpressdruck der Rolle soll automatisch angepasst werden, damit der Reifen möglichst wenig durchrutscht. Wie gut das bei Nässe, Schmutz oder einem abgenutzten Reifen funktioniert, muss sich allerdings erst zeigen.
Wofür ist der ASUS Nachrüstmotor geeignet?
Der Oxiis ergibt wohl am meisten Sinn für Menschen, die bereits ein Fahrrad besitzen, mit dem sie zufrieden sind. Ein gutes Gravelbike, Citybike oder Faltrad muss dann nicht verkauft werden, nur weil die elektrische Unterstützung fehlt.
Auch für kurze Pendelstrecken passt das Konzept sicher gut. Wer morgens ein paar Kilometer zur Arbeit fährt und nur an einer Steigung oder bei Gegenwind Unterstützung möchte, braucht nicht zwingend einen starken und schweren Akku. USB-C ist ebenfalls richtig praktisch, weil kein proprietäres Ladegerät mitgeführt werden muss.
Wo hat das System Grenzen?
Weniger überzeugend dürfte der Asus-Motor für Fahrer sein, die lange Touren oder viele Höhenmeter absolvieren. Ein Mittelmotor mit starker Unterstützung ist da nach wie vor eine andere Liga.
Auch beim Fahrgefühl müssen Fahrer eventuell Abstriche machen. Asus nennt immerhin einen Kadenzsensor, der erkennt, ob sich die Kurbel bewegt. Ein Drehmomentsensor, der meist deutlich natürlicher unterstützt, führt der Hersteller nicht auf.
Für Allwetterfahrer gibt es ebenfalls einen Haken. Der Oxiis ist laut Asus nur für leichten Regen ausgelegt, was für Berufspendler deutliche Einschränkungen nach sich ziehen kann.
Kann der ASUS Oxiis ein Erfolg werden?
Ob Asus mit dem „Oxiis Intelligent Bike Booster“ am Ende eine sinnvolle Lösung anbietet, hängt natürlich stark vom Preis ab. Genau den nennt der Hersteller bislang aber gar nicht. Auch ein konkreter Verkaufsstart fehlt noch. Damit bleibt abzuwarten, wie die Eckdaten des Systems zum Verkaufsstart wirklich aussehen – und für welche Einsätze sich das System damit qualifiziert.












