Bosch galt bislang als Verfechter des Mittelmotors. Jetzt überrascht der Marktführer mit einem eigenen Heckantrieb. Ein Wiener Faltrad-Spezialist bringt ihn als Erster auf die Straße.
Vello zeigt erstes E-Faltrad mit Boschs erstem Heckmotor
Bosch ist auf der Eurobike 2026 zwar nicht mit einem eigenen Messestand vertreten, der neue Motor ist dort aber dennoch zu sehen. Vello präsentiert dort sein neues Modell VIA+ mit dem HubLine-Antrieb, dem neuen Heckmotor von Bosch.
Dass Bosch erstmals einen Heckmotor anbietet, kommt durchaus überraschend. Bislang setzte der Marktführer ausschließlich auf Mittelmotoren. Kompakte Räder wie die Modelle von Vello werden häufig mit Heckantrieben ausgestattet, weil sie weniger Bauraum benötigen.

45 Nm und Flow-App: Das steckt im neuen Bosch-Heckmotor
Das System von Bosch hält den Rahmen schlank und soll dennoch ausreichend Unterstützung für Alltag und Freizeit bieten. Mit bis zu 400 Watt Spitzenleistung und einem Drehmoment von bis zu 45 Nm bewegt sich die HubLine im oberen Bereich kleiner Heckmotoren. Für die feine Abstimmung des Motors ist sogar ein zusätzlicher Neigungssensor verbaut worden.
Das HubLine-System lässt sich wie die Mittelmotoren von Bosch mit der eBike-Flow-App verbinden. Dort stehen Funktionen wie Navigation oder der Bosch-Diebstahlschutz zur Verfügung.
Der externe Akku von Bosch bringt mit 500 Wh mehr Energie als viele andere E-Falträder. Die Reichweite gibt Vello mit 62 km an. Eine zusätzliche Aufnahme am Rahmen erlaubt sogar die Mitnahme eines weiteren Akkus.

Besonderheit von Vello: So funktioniert der Faltmechanismus
Neben dem neuen Bosch-Antrieb verbaut Vello Komponenten namhafter Hersteller. Die hydraulischen Scheibenbremsen und die 10-Gang-Schaltung stammen von Shimano und für die Lichtanlage greift Vello auf den Hersteller Supernova zurück. Alternativ zur Kettenschaltung bietet Vello auch eine wartungsarme Single-Speed-Version mit Carbonriemen an.
Typisch für Vello ist vor allem der ungewöhnliche Faltmechanismus. Der Rahmen wird im Gegensatz zu herkömmlichen Falträdern nicht in der Mitte gefaltet. Stattdessen werden die Räder über die Gabel und den Hinterbau nach innen geklappt. Dadurch wird die Länge auf 79 cm reduziert.
Im gefalteten Zustand lässt sich das Bike anschließend am Sattel hinterherziehen. Mit 17,6 Kilogramm fällt das VIA+ für ein E-Faltrad vergleichsweise leicht aus und lässt sich über kurze Distanzen tragen.

Vello VIA+: Preis und Verfügbarkeit
Mit dem VIA+ bleibt Vello seiner Linie treu und kombiniert ein kompaktes Format mit hochwertiger Ausstattung. Der als MTB-tauglich zertifizierte Stahlrahmen und der neue Bosch-Antrieb sollen dabei Fahrkomfort und Alltagstauglichkeit verbinden.
Das VIA+ ist aktuell über die Website von Vello als Tour-Version für 2.990 Euro erhältlich. Die Urban-Variante kostet 3.290 Euro. Wer auf der Suche nach einem Allrounder für kurze bis mittlere Strecken ist, der auch in der Bahn oder im Kofferraum seinen Platz findet, könnte im Vello VIA+ eine interessante Option finden.
Alternativen für günstige oder hochwertige E-Falträder
Wer auf der Suche nach einem günstigeren, aber ebenfalls recht leichten Faltrad ist, könnte mit dem ADO Air Ultra ab 1.499 Euro die günstigere Alternative finden. Für gelegentliche Fahrten oder als kompaktes Zweitrad unterwegs eignet sich zum Beispiel auch das PVY Z20 Pro Evo, das trotz Drehmomentsensor für weit unter 1.000 Euro zu haben ist.
Noch leichter fällt das Lemmo Zero aus. Das 12,5 kg leichte, faltbare E-Bike liegt mit einem Preis von derzeit 2.390 Euro ebenfalls nicht in der untersten Preisklasse, bietet jedoch ebenfalls ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.














