Bosch stellt neue Saug-Wischroboter vor, die bei hartnäckigen Flecken vom Saugen zum Schrubben wechseln. Dafür bekommen die Modelle Spotless 2 Advanced+ und Max+ eine Kamera und eine ausfahrbare Wischrolle. Das günstigere Basismodell arbeitet hingegen mit einer anderen Wischtechnik.
Bosch Spotless 2: Wischrolle oder rotierende Pads?
Das Basismodell Spotless 2 nutzt zwei runde Wischaufsätze, die sich über den Boden drehen. Advanced+ und Max+ arbeiten stattdessen mit einer Rolle und bieten laut Bosch bis zu 30.000 statt 25.000 Pa Saugdruck. Dieser Wert beschreibt den maximal erzeugten Unterdruck beim Ansaugen.
Erkennt die Kamera einen hartnäckigen Fleck, sollen Advanced+ und Max+ das Saugen unterbrechen und ihre Haupt- und Seitenbürste anheben. Diese Bürsten befördern normalerweise losen Schmutz zur Saugöffnung.

Durch das Anheben sollen sie den Fleck nicht verteilen. Die feuchte Wischrolle übernimmt die Stelle, anschließend fährt der Roboter zum Auswaschen der Rolle zur Station.
Für Fußleisten und Kanten fährt die Rolle sogar seitlich aus. Auch das Basismodell soll den Rand mit einem ausfahrbaren Wischaufsatz erreichen. Auf Teppichen sollen Advanced+ und Max+ die Rolle um 15 mm anheben und zusätzlich abdecken, um Kontakt mit dem feuchten Wischmaterial zu verhindern. Beim Basismodell heben sich die Pads immerhin um 9 mm.

Ein weiterer wichtiger Unterschied betrifft Türschwellen. Bosch nennt bis zu 20 mm für Spotless 2 während die anderen Modelle bis zu 24 mm schaffen sollen. Klingt zunächst nach keinem großen Unterschied, kann aber darüber entscheiden, ob der Roboter selbstständig ins nächste Zimmer kommt oder nicht.
Bosch-Station übernimmt Waschen und Trocknen
Nach der Reinigung entleert die Station den Staubbehälter, wäscht die Wischaufsätze und trocknet sie mit Heißluft. Reinigungsmittel dosiert sie ebenfalls automatisch. Das reduziert die regelmäßige Pflege von Hand. Frischwasser nachfüllen und Schmutzwasser ausleeren bleiben aber Aufgaben der Besitzer.

Bei Advanced+ und Max+ lässt sich die Waschtemperatur über eine App je Raum festlegen. Bosch schlägt etwa 40 °C fürs Wohnzimmer, 55 °C für die Küche und 75 °C fürs Badezimmer vor. So muss nicht jede Rollenwäsche mit der höchsten Temperatur laufen und kann dadurch Energie sparen. Das heiße Wasser reinigt allerdings die Rolle in der Station, nicht den Fußboden.
Konkurrenten Ecovacs und Roborock sind schon weiter
Dass die Merkmale der neuen Bosch-Saug-Wischroboter keine Rekorde darstellen, zeigt ein kurzer Blick auf die Konkurrenz. Das Unternehmen Ecovacs nennt für seinen Deebot T90 Max Pro Omni 40.000 Pa und eine Stationswäsche mit bis zu 100 °C. Roborock bewirbt den Saros 20 Flow mit 36.000 Pa und ebenfalls bis zu 100 °C.
Auch die automatische Schmutzerkennung gibt es bereits bei Wettbewerbern. In unserem Test des Narwal Flow 2 passte das Gerät seine Reinigung an stärkere Verschmutzungen an und kehrte für verbliebene Reste zurück.
Für Besitzer zählt letztlich, wie viel Schmutz zurückbleibt. Haare und Krümel müssen Bürsten lösen, der Luftstrom muss sie aufnehmen. Um eingetrocknete Flecken muss sich das feuchte Wischsystem kümmern. Ein höherer maximaler Saugdruck allein verspricht deshalb noch keinen saubereren Küchenboden.
Bosch nennt für die Serie eine unverbindliche Preisempfehlung ab 729 Euro. In dieser Preisklasse sind aktive Wischsysteme und Pflegestationen bereits verbreitet. Das Basismodell ist schon erhältlich, Advanced+ seit Oktober. Max+ soll im Januar 2027 folgen. Die Preise der beiden größeren Varianten sind noch offen.







