Saugen, wischen, Polster reinigen: Der Jimmy PW11 Pro Max will mehrere Haushaltsgeräte ersetzen. Ich habe den 5-in-1-Sauger rund drei Wochen in einem Haushalt mit Baby und Hund getestet – und dabei vor allem eins festgestellt: Ist die miese Anleitung überwunden, macht das Ding richtig Spaß.
Mein Kurzurteil: Der PW11 Pro Max ist ein starker und hochwertig wirkender Allrounder für Haushalte, in denen ständig irgendetwas auf dem Boden landet. Er saugt gründlich, wischt überraschend gut und kommt mit sinnvollem Zubehör. Die größten Schwächen sind die unnötig komplizierte Inbetriebnahme, der kleine Staubbehälter und die hohe Wischdüse.
Jimmy PW11 Pro Max: Das Wichtigste im Überblick
- Stärken: sehr gutes Saug- und Wischergebnis, hochwertige Haptik, starke Polsterbürste, wechselbarer Akku, komplette Station
- Schwächen: schlechte und teils widersprüchliche Anleitung, kleiner Staubbehälter, Wassertank nur am Gerät befüllbar
- Geeignet für: Haushalte mit Kindern, Haustieren und vielen Hartböden
- Weniger geeignet für: sehr niedrige Möbel (Wischaufsatz)
- Preis: 599 Euro UVP, 399 Euro bei Zigbuy mit Rabattcode WATMAXB
Was bedeutet „5-in-1“ überhaupt?
Jimmy vermarktet den PW11 Pro Max als 5-in-1-System. Das klingt aber spektakulärer, als es eigentlich ist. Gemeint sind im Wesentlichen die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten und Aufsätze: Hartböden nass und trocken reinigen, Teppiche saugen, Polster beziehungsweise Matratzen bearbeiten und enge Stellen mit der Fugendüse erreichen.
Der 5-in-1 Vorteil ist trotzdem real: Der PW11 Pro Max ist nicht bloß ein Sauger mit Wischaufsatz. Mit separatem Metallrohr und normaler Bodendüse fungiert er wie ein vollwertiger Akkustaubsauger. Die komplette Wischtechnik stellt eigentlich ein eigenes Gerät dar. Beide Varianten teilen sich lediglich die Motoreinheit. Der Wechsel zwischen den Aufsätzen gelingt nach kurzer Eingewöhnung schnell, unkompliziert und nicht fummelig.

Jimmy selbst ist für mich übrigens kein Unbekannter und baut verschiedene Haushaltsprodukte, hauptsächlich Staubsauger und Wasseraufbereitungsanlagen. Die Jimmy M9 Pro Umkehrosmose-Wasserstation habe ich erst kürzlich getestet – und trinke Leitungswasser seitdem nur noch, wenns sein muss.
Produktdetails und Lieferumfang
| Motorleistung: | 460 Watt |
| Saugleistung: | 110 AW beziehungsweise 21 kPa |
| Akku: | 4.600 mAh / 99,36 Wh, wechselbar |
| Laufzeit | bis zu 40 Minuten auf Hartboden, bis zu 20 Minuten auf Teppich |
| Ladezeit | 4 bis 5 Stunden |
| Staub- und Wassertanks | 0,6 / 0,45 / 0,3 Liter |
| Reinigungsmodi | Auto, Hartboden und Teppich |
| Display | LED-Anzeige mit Restlaufzeit in Minuten |
| Selbstreinigung | Walzenreinigung und 80 Grad Trocknung |
| Gewicht | 9,9 Kilogramm |
| Lieferumfang | Fugendüse, elektrische Polsterbürste, Polsterdüse, Reinigungsbürste, Reiniger, Lade- und Aufbefahrungsstation |
Der Hersteller nennt für das aktuelle 2026er-Modell einen Preis von 599 Euro. Je nach Angebot ist der PW11 Pro Max allerdings deutlich günstiger erhältlich. Bei Zigbuy kostet er mit dem Code WATMAXB gerade nur 399 Euro.
Unboxing: viel Zubehör, wenig Durchblick
Beim Auspacken hatte ich zunächst gemischte Gefühle. Positiv ist das umfangreiche Zubehör – eigentlich jede relevante Düse ist dabei und die Station nimmt trotz ihrer recht kompakten Abmessungen alles auf. Das verhindert, dass man später die Fugendüse wieder im Keller oder der Abstellkammer suchen muss.

Die Anleitung und der Quickstart-Guide sind dagegen wenig aufschlussreich. Je nachdem in welcher Sprache man die Anleitung liest, wirken Angaben auf mich teilweise widersprüchlich, einige Abbildungen scheinen von anderen Geräten zu stammen und das grundsätzliche Konzept wird nicht vernünftig erklärt. Gerade weil der Jimmy zwischen vollwertigem Sauger und Wischsauger wechselt, sollte auf Anhieb klar sein, welche Teile zusammengehören und wie die verschiedenen Modi funktionieren. Als durchaus technisch versierter Mensch, hatte ich hier kurzzeitig Probleme.
Das Gerät musste ich mir daher weitgehend selbst erklären und Informationen zusammensuchen. Die Produktseite hilft dabei ebenfalls nur bedingt. Nach etwas Einarbeitung findet man sich zwar gut zurecht – bei einem 599-Euro-Gerät bietet der Einstieg trotzdem verbesserungspotenzial.
Haptik und Handling
Hat man das System erst einmal verstanden, wirkt es sogar schnell richtig hochwertig. Die Aufsätze lassen sich fix wechseln und die Bedienung ist im Alltag einfach. Das Display zeigt die verbleibende Laufzeit in Minuten statt nur als wenig hilfreichen Prozentwert. Eine Sprachausgabe gibt zusätzlich Hinweise auf Modus und Wartung. Wen das auf Dauer nervt, kann die Sprachausgabe auch per Knopfdruck ausschalten.

Vor allem die Haptik hat mich positiv überrascht. Der Jimmy liegt etwas schwerer in der Hand und fühlt sich dadurch weniger nach billigem Plastik an als viele andere Akkusauger. Im direkten Vergleich mit meinem deutlich teureren Dyson V15 Absolute gefällt mir der PW11 Pro Max vom Gefühl in der Hand deutlich besser. Beim Betrieb muss man außerdem kein Abzug gedrückt halten, ein Knopfdruck für An und Aus genügt.
Die Station wirkt etwas wackelig, was für solche Konstruktionen aber eher typisch ist. Dafür ist sie kompakt, lädt den Sauger, reinigt und trocknet die Wischwalzen und hält das Zubehör zusammen.

Saugtest mit Haferflocken, Leinsamen und Blumenerde
Für einen aussagekräftigen Saugtest habe ich Haferflocken, Leinsamen und Blumenerde auf Hartboden verteilt – bewusst auch direkt an der Fußleiste. Im Automatikmodus erkennt der Jimmy, wie auch unser Dyson, stärkere Verschmutzungen und erhöht hörbar die Leistung.
Der Jimmy PW11 Pro Max schlägt sich in diesem Test richtig gut. Kleine und mittlere Partikel nimmt der Sauger zuverlässig auf, ohne sie großartig vor sich herzuschieben. Auch die Blumenerde verschwindet nahezu vollständig. Lediglich sehr große Stücke direkt an der Fußleiste wurden erwartungsgemäß nicht eingesaugt. Hier muss man die Düse kurz anheben. Detaillierte Aufnahmen davon zeigt außerdem unser Testvideo.

Diese Aufgabe hat der Sauger ohne Turbomodus erledigt. Auch im normalen Alltag reicht die Automatik vollkommen aus und erspart das ständige Umschalten zwischen Leistungsstufen.
Wischtest: Erdnussbutter und Ketchup sind keine Herausforderung
Die eigentliche Überraschung ist für mich neben der guten Haptik die Wischfunktion. Für den Test musste mein Laminat Ketchup, eingetrocknete Sojasoße und eine ziemlich dicke Schicht Erdnussbutter ertragen. Dazu kamen noch die Reste von Haferflocken und Blumenerde.
Vor allem bei der Erdnussbutter hätte ich erwartet, dass der Jimmy sich wenigstens ein bisschen schwer tut. Stattdessen löst er die Flecken ziemlich zügig, für hartnäckige Reste lässt sich zusätzlich per Knopfdruck etwas Wasser aufsprühen. Nach nur wenigen Bahnen war der Boden wieder blitzblank sauber.

Noch wichtiger für den Alltag: Die Wischwalze nimmt auch Staub und Krümel erstaunlich gelassen mit auf. Haferflocken und Blumenerde landeten ebenfalls im Schmutzwassertank. Man muss vor dem Wischen also nicht zwingend separat saugen, solange sich kein Dreck über drei Wochen angesammelt hat oder das Fell eines halben Hundes auf dem Boden liegt.
Für „mal eben durchwischen“ ist das Ding nahezu perfekt. Der Boden ist danach sichtbar und spürbar sauber – und der Inhalt des Schmutzwassertanks zeigt ziemlich eindrucksvoll, wie es vorher aussah.
Unter Möbel entstehen Grenzen
Wunder kann allerdings auch die Wischwalze nicht vollbringen. Da die Düse etwa 8,5 Zentimeter hoch ist und und damit nicht überall hinkommt, beschränkt sich das Wischen hauptsächlich auf freie Flächen. Unter Möbel wie Schränke, Couch oder Bett kommt man je nach Höhe einfach schlecht.

Bei mir passt das Gerät außerdem gerade so nicht mehr unter die Schränke meiner Ikea-Küche für das kleine Stück bis an die Sockelleiste. Das hängt natürlich von der jeweiligen Küche ab, kann im Alltag aber nerven. Auch wenn es deutlich anstrengender ist: Mit dem klassischen Wischmopp funktionieren speziell diese Sachen etwas besser.
Ein kleines Highlight: die Polsterbürste
Ein Zubehörteil hat es mir besonders angetan: Die elektrische Matratzen- und Polsterbürste hat nämlich, anders als bei vielen starren Aufsätzen, ein bewegliches Gelenk. Durch den Saugdruck legt sich die Bürste dadurch mehr oder weniger selbst an das Polster an. Das hat den großen Vorteil, dass man nicht penibel den richtigen Winkel halten muss.


Auch am Hundekörbchen funktioniert das hervorragend. Haare und Schmutz sind schnell entfernt, ohne dass sich ständig was in die Bürste zieht oder verkantet.
Akkulaufzeit: 100 Quadratmeter kein Problem
Die Akkulaufzeit hat mich tatsächlich ebenfalls positiv überrascht. Obwohl der Hersteller selbst nur 40 Minuten angibt, waren rund 70 Quadratmeter Saugen und Wischen im Test überhaupt kein Problem. Zudem zeigt mein Display frisch aus der Station sogar 46 Minuten Laufzeit an. Auch das ganze Haus mit etwa 150 qm können wir mit einer Akkuladung ohne Stress saugen. Das sind jedoch lediglich Werte aus unserem Praxistest: die tatsächliche Laufzeit hängt von Untergrund, Modus und Verschmutzungsgrad ab.
Praktisch ist in der Hinsicht auch der einfach wechselbare Akku. Mit einem zweiten Akkupack ließe sich die Laufzeit theoretisch noch deutlich verlängern.

Selbstreinigung und Wassertank: gut gelöst, aber nicht perfekt
Nach der Arbeit wird der Wischsauger einfach auf die Station zurückgestellt. Dort werden die Walzen gereinigt und anschließend mit heißer Luft getrocknet. Das soll Feuchtigkeit, Gerüchen und Schimmel vorbeugen, dauert etwa 10 Minuten und funktioniert grundsätzlich gut. Staubtrocken ist es aber je nach vorheriger Arbeit nicht. Geschimmelt ist in unserem Testzeitraum aber auch noch nichts – auch nicht als ich den Trockenmodus nach dem Saugen nicht angeschaltet hab.
Etwas umständlich ist der Frischwassertank. Er wird direkt am Gerät befüllt. Man muss den Sauger also zum Wasserhahn tragen oder mit einer Kanne auffüllen.

Fazit: Guter Allrounder für Familien
Der Jimmy PW11 Pro Max hat mich im Test wirklich überzeugt. Und ich habe gemerkt, wie oft ich ihn selbstverständlich dem Dyson vorgezogen habe. Für rund 400 Euro bekommt man einen leistungsstarken Akkusauger, eine vollständige Wischfunktion und die wichtigsten Aufsätze in einem System. Besonders stark sind das Wischergebnis, die hochwertige Haptik und die flexible Polsterbürste.
Kurz wischen ist schnell gemacht und zumindest für mich mit deutlich weniger Überwindung verbunden, als die gute alte Vileda-Stange aus der Kammer zu kramen. Für diejenigen, für die ein hochwertiger Saug-Wischroboter noch nicht das passende Konzept ist, baut der Jimmy PW11 Pro Max die Brücke vom klassischem Wischmopp zur vollständigen Automatik.
Perfekt ist der Jimmy trotzdem nicht. Die Anleitung passt für mich nicht zum Preis, der Staubbehälter ist im Vergleich eher klein und die Aufsätze sind mit 8,5 cm zwar kompakt, kommen aber trotzdem nicht unter jede Sockelleiste. Außerdem ist das Befüllen des Wassertanks unnötig umständlich.
Trotzdem ist der PW11 Pro Max für mich ein absoluter Tipp für alle, die möglichst vielseitig und schnell sauber machen wollen. Gerade mit Kind und Hund hat er sich im Alltag bewährt und stand bei uns im Testzeitraum nicht nur rum, sondern wurde gerne benutzt. Ob das Set das Geld wert ist, ist hierbei sicher eine individuelle Frage. Konkurrenzprodukte wie beispielsweise der Roborock F25 GT Gen 2 sind teilweise deutlich günstiger, aber auch weniger flexibel.










