Aldi Nord verkauft ab dem 28. September einen Saug-Wischroboter für 89,99 Euro. Die Topmodelle von Roborock oder Dreame kosten weit über 1.000 Euro. Wo dazwischen das Geld hingeht, ist auf den ersten Blick kaum zu erkennen.
Die Stiftung Warentest hat zuletzt 44 Saug- und Wischroboter zwischen 240 und 1.300 Euro geprüft. Ihr Urteil zum Preis ist deutlich: „Der Preis sagt nicht immer etwas über die Qualität aus und die Unterschiede sind groß.“ Wie weit beides auseinanderliegen kann, zeigen aktuelle Tests: Ein vierstelliges Preisschild garantiert weder die beste Navigation noch die gründlichste Wischleistung.
Wie viel kostet ein guter Saug-Wischroboter?
Unter 150 Euro bekommst du einen Helfer ohne Raumkarte für kleine, aufgeräumte Hartböden. Zwischen 250 und 400 Euro findest du viele Geräte mit Lasernavigation und Raumkarte. Das derzeit interessanteste Preis-Leistungs-Feld liegt aus unserer Sicht zwischen 500 und 800 Euro: Dort bekommst du bereits aktive Wischsysteme und Stationen, die einen großen Teil der Pflege übernehmen. Mehr als 1.000 Euro lohnen sich vor allem dann, wenn deine Wohnung die zusätzlichen Spezialfunktionen wirklich braucht.
Was ein Saug-Wischroboter kann und wo er an Grenzen stößt
Gebaut sind die Geräte für die tägliche Unterhaltsreinigung, also für Staub, Krümel und Haare, die sie auch dann wegsaugen, wenn niemand zu Hause ist. Den gründlichen Hausputz ersetzen sie nicht. Kabel, Socken und Spielzeug bleiben je nach Hinderniserkennung ein Problem. Hohe Schwellen und Hochflorteppiche überfordern ebenfalls manche Modelle.
Beim Wischen sind die Unterschiede besonders groß. Die Stiftung Warentest sieht gerade dort bei vielen Geräten Schwächen, findet aber auch etliche gute. Pflege braucht jedes Modell, denn Bürsten, Filter und Tanks wollen regelmäßig gereinigt werden – bei Geräten mit Station auch die Station selbst.
Saug-Wischroboter unter 150 Euro: Fahren ohne Karte
Der Aldi-Roboter Ambiano E6B zeigt, was in dieser Klasse drinsteckt. Er navigiert per Gyroskop, fährt also Bahnen nach Lagesensor und legt keine Raumkarte an. Einzelne Zimmer ansteuern oder Sperrzonen festlegen geht damit nicht. Gewischt wird mit einem waschbaren Tuch, das Wasser kommt aus einem Tank mit 250 Millilitern.
Eine Station, die den Staubbehälter leert oder das Tuch wäscht, gibt es nicht. Aldi nennt eine Saugleistung von etwa 2.700 Pascal. Diese Herstellerangabe sagt wenig darüber, wie viel Schmutz am Ende im Behälter landet. Ein unabhängiger Test des E6B ist uns bisher nicht bekannt.
Für eine kleine Wohnung mit Hartboden, in der wenig herumliegt, kann so ein Gerät reichen. Leeren, Tuch waschen und Ecken nacharbeiten bleiben dir überlassen.
250 bis 400 Euro: Ab hier kennt der Roboter deine Wohnung
Der größte Sprung liegt in der Navigation, denn in dieser Preisklasse findest du viele Geräte mit Lasernavigation, meist LiDAR genannt. Der Roboter vermisst die Räume, legt eine Karte an und merkt sich den Grundriss. So kannst du gezielt die Küche saugen lassen oder den Bereich um den Futternapf sperren. Auch Absaugstationen, die den Staubbehälter selbst leeren, gibt es schon in dieser Klasse.
Beim Wischen lohnt der genaue Blick ins Datenblatt. Manche Geräte ziehen nur ein feuchtes Pad hinterher, andere haben schon rotierende Mopps. Eine Station, die Mopps wäscht und trocknet, ist hier die Ausnahme.
Das günstigste Gerät im Test der Stiftung Warentest lag bei 240 Euro. Für Hartboden ist die Auswahl guter und teils preiswerter Roboter nach ihrem Befund viel größer als für Teppich. Wer viel Teppich liegen hat, sollte in dieser Klasse genauer auf die Testergebnisse schauen.
500 bis 800 Euro: Das stärkste Preis-Leistungs-Feld
In dieser Klasse wirkt der Preisverfall besonders stark: Geräte, die als Flaggschiffe gestartet sind, rutschen nach einigen Monaten in die Mittelklasse. Ein Beispiel ist der Ecovacs Deebot X11 OmniCyclone um 550 Euro. Er wischt mit einer Walze, die während der Fahrt mit Frischwasser versorgt wird, und seine Station leert den Staub ohne Beutel.
Notebookcheck lobte im Test die zuverlässige Hinderniserkennung und die hohe Ausdauer durch das Schnellladen während der Reinigungsstopps. Bei der Navigation zeigte der Roboter jedoch Schwächen.
Der Mova Z60 Ultra Roller Complete ist derzeit für rund 700 Euro zu bekommen. Auch er arbeitet mit einer Wischwalze. Seine Station saugt den Staub ab, wäscht den Mopp und trocknet ihn. Damit bietet er bereits viele Komfortfunktionen, für die vor kurzer Zeit noch vierstellige Preise aufgerufen wurden.
Aktive Wischsysteme und Stationen, die dir fast die ganze Pflege abnehmen, bekommst du also schon unter 800 Euro. Deshalb passen Preis und Ausstattung in dieser Klasse derzeit besonders gut zusammen.
Ab 1.000 Euro: Was teure Saug-Wischroboter zusätzlich können
Oberhalb von 1.000 Euro bezahlst du vor allem für Spezialfähigkeiten. Der Roborock Saros 20 Flow Complete kostet aktuell 1.299 Euro. Laut Roborock ist er nur rund neun Zentimeter hoch und kann seinen Laserturm einfahren, um unter flache Möbel zu kommen. Doppelte Schwellen bis rund 8,8 Zentimeter soll er überwinden.
Damit kaufst du vor allem Technik für schwierige Wohnungen: sehr flache Möbel, hohe Schwellen und viele Hindernisse. Eine bessere Reinigung in jeder Disziplin garantiert der höhere Preis aber nicht.
Wie sich Geräte dieser Preisklasse im Alltag schlagen, zeigen unser Härtetest des Narwal Flow und der Test seines Nachfolgers Narwal Flow 2. In beiden Fällen zeigt sich: Walzentechnik und gute Hinderniserkennung können echten Mehrwert bringen, doch auch teure Modelle bleiben nicht frei von Schwächen.
Folgekosten beim Saug-Wischroboter mit einplanen
Rechne in jeder Preisklasse die Verbrauchsteile mit. Mopps, Bürsten, Filter und bei vielen Stationen auch Staubbeutel musst du regelmäßig nachkaufen. Bei manchen Herstellern kommt spezielles Reinigungsmittel hinzu.
Fazit: Für die meisten reichen 500 bis 800 Euro
Der Aldi-Roboter für 89,99 Euro kann als einfacher Helfer auf kleinen, aufgeräumten Hartbodenflächen reichen. Komfort wie Raumkarten, gezielte Reinigung und automatische Pflege fehlen dort aber.
Für die meisten Haushalte ist deshalb die Klasse zwischen 500 und 800 Euro die sinnvollste Wahl. Hier bekommst du bereits gute Navigation, aktive Wischsysteme und weitgehend selbstständige Stationen. Mehr als 1.000 Euro lohnen sich vor allem für schwierige Grundrisse und besondere Anforderungen – nicht automatisch für sauberere Böden.











