Wie schon mit der ersten Generation soll der Spiny 2 Reibrollenantrieb fast jedes Fahrrad zu einem E-Bike umrüsten. Kompakte E-Bike-Nachrüstantriebe sind allerdings häufig auf kurze Strecken ausgelegt. Das will Spiny mit der neuen Generation ändern. Sie soll bis zu 90 Kilometer Reichweite schaffen.
Spiny 2 mit 35 Nm und 90 km Reichweite
Laut Hersteller verfügt der Spiny 2 über einen 266-Wh-Akku, für den Spiny eine Lebensdauer von mehr als 800 Ladezyklen angibt. In den meisten Märkten, darunter Europa, soll das System auf 250 Watt und eine Unterstützung bis 25 km/h begrenzt sein. Das maximale Drehmoment gibt Spiny mit 35 Newtonmetern an.
Ein häufiges Problem bei Nachrüstantrieben: Der Vorgänger und andere vergleichbare Modelle wie der Oxiis E250G1 von Asus geben eine maximale Reichweite von nur 50 Kilometern an. Der Spiny 2 soll unter idealen Testbedingungen bis zu 90 Kilometer schaffen. Damit würde der Nachrüstmotor nicht nur für kurze Erledigungsfahrten im unmittelbaren Umkreis interessant sein. Auch längere Wege wie Freizeitausflüge oder Fahrten zur Arbeit wären somit denkbar.
Welche Fahrräder lassen sich mit Spiny 2 nachrüsten?
Das System soll laut Spiny mit einer Vielzahl von Fahrradmodellen wie Cityrädern, Rennrädern, Tourenrädern und Hybridrädern kompatibel sein – gegebenenfalls auch über optionale Adapter. Entscheidend ist ein ausreichender Abstand zwischen Rahmen und Hinterrad. Lediglich für Bikes mit Hinterbaufederung, wie bei Full-Suspension-Bikes, schränkt der Hersteller die Kompatibilität ein. Bei Fahrrädern mit hinterem Schutzblech muss zudem möglicherweise ein kleines Stück dort entfernt werden, wo der Motor den Reifen berührt.
Die Erstmontage soll nach der Ankündigung der Vorgängerversion nur 5 Minuten dauern. Für den Einsatz muss lediglich eine Halterung für die Motor-Akku-Einheit am Sattelrohr sowie ein Trittfrequenz- und ein Geschwindigkeitssensor zur Motorsteuerung am Fahrrad angebracht werden. Die Intensität der Unterstützung kann der Fahrer über eine App oder eine optionale Bluetooth-Fernbedienung am Lenker einstellen. Dabei soll es fünf Unterstützungsstufen geben.
An- und Abbau in 3 Sekunden
Ist die Erstmontage erfolgt, soll sich die nur 2,2 kg schwere Motor-Akku-Einheit innerhalb von drei Sekunden an- und abnehmen lassen. Zusätzlich ist optional ein Second-Bike-Kit bestehend aus einem zweiten Satz Sensoren und einer weiteren Halterung erhältlich. Damit könnte derselbe Spiny an verschiedenen Fahrrädern im Wechsel genutzt werden.

Ein weiterer Vorteil einer abnehmbaren Einheit ist, dass der Akku zum Laden mitgenommen werden kann. Der einfache An- und Abbau hat zudem einen zusätzlichen Nutzen: Nach dem Abstellen des Fahrrads können Antrieb und Akku abgeklickt werden, um Diebstahl zu vermeiden. Außerdem kann das Fahrrad bei Bedarf weiterhin ohne elektrische Unterstützung genutzt werden. Der Motor hebt sich außerdem laut Spiny automatisch vom Reifen ab, sobald nicht mehr getreten wird.
Typische Probleme bei Reibrollenantrieben
Das System ist grundsätzlich praktisch. Doch ein paar typische Schwächen von Reibrollenantrieben sind beim Spiny bisher unbeantwortet. Zu den Fragen wie sich der Motor bei Nässe verhält, wie die Lautstärke im Betrieb ist, und ob die Reibrolle für einen erhöhten Reifenverschleiß sorgt, gibt der Hersteller keine Auskunft. Ein anderer Nachrüstantrieb hat einige dieser Probleme beispielsweise gelöst, indem die Reibrolle nicht am Reifen, sondern an der Felge greift.
Spiny 2 bei Kickstarter ab 300 Euro erhältlich
Das normale Kit wird in den ersten 72 Stunden zum Einführungspreis von 339 US-Dollar angeboten, was etwa 300 Euro entspricht. Die Finanzierung über Kickstarter ist bei E-Bike-Nachrüstantrieben nicht neu. Auch das Konkurrenzprodukt Kamingo wurde bereits erfolgreich über Kickstarter finanziert.
Für Fahrräder mit engeren Platzverhältnissen am Rahmen bietet Spiny außerdem ein Sport-Kit für 366 US-Dollar an. Der enthaltene Sport-Adapter positioniert den Antrieb anders als die Standardhalterung. Interessenten sollten deshalb vor der Unterstützung anhand der Messanleitung des Herstellers prüfen, ob ihr Fahrrad kompatibel ist. Für Brompton-Falträder gibt es zudem ein Brompton-Kit mit passendem Adapter für 394 US-Dollar.
Wer die Kampagne unterstützt, muss sich bewusst sein, dass für den fertigen Spiny 2 möglicherweise Geduld gefragt ist. Nach eigenen Angaben plant Spiny die weltweite Auslieferung nach erfolgreichem Ende der Kampagne für April 2027. Die Versandkosten kommen zu den genannten Preisen hinzu und sollen erst nach Abschluss der Kampagne in der Unterstützerumfrage berechnet werden. Zudem sind Kickstarter-Projekte mit Risiken wie Lieferverzögerungen, Abweichungen bei der finalen Ausführung oder einem Scheitern des Projekts verbunden.











