Ein Vater und sein Sohn aus Polen wollen ein neuartiges E-Bike auf den Markt bringen. Der Rahmen soll nur aus zwei gebogenen Aluprofilen bestehen. Doch wie soll das funktionieren?
Schweißnähte sind bislang Standard bei E-Bikes
Unterschiedliche E-Bike-Hersteller pflegen unterschiedlichen Umgang mit Schweißnähten. An vielen günstigeren E-Bikes sind diese Verbindungen zwischen den Rahmenteilen deutlich und gelegentlich unschön sichtbar.
Hochpreisige Anbieter, aber auch einige günstigere Marken, schleifen die Nähte nach dem Schweißen für einen cleaneren Look ab, zum Teil bis sie unsichtbar sind. Und dann gibt es noch Hersteller, deren grobe Nähte das Markenzeichen der Handwerkskunst sind.
Jetzt soll mit einer neuen Bautechnik eine weitere Option dazukommen: keine Schweißnähte. Das polnische Vater-Sohn-Gespann „Novbyx“ soll beim Bau ihres ersten E-Bikes ganz ohne Schweißverbindungen auskommen. Einen ähnlichen Anlauf gab es bereits beim genieteten E-Bike Avial, allerdings mit völlig anderem Ergebnis.

Gebogenes Aluminium als Rahmen
Der Rahmen des Novbyx ist bereits patentiert und besteht aus zwei gebogenen, elliptischen Aluminiumprofilen. Beide Profile starten im Vorbau und verlaufen asymmetrisch, einmal oberhalb und einmal unterhalb, zum Heck. Nötige Verbindungen und Befestigungen für Komponenten werden weitgehend über Klemmen gelöst. Dadurch lässt sich das E-Bike auch modular aufbauen. Einzelne Komponenten können somit leicht ersetzt werden.
Häufig bringen neue Bauweisen ihren ganz eigenen Look mit. Das gilt auch für Novbyx. Das fehlende Sitzrohr verleiht dem E-Bike einen durchweg minimalistischen Touch. Im Gegensatz zu früheren E-Bikes ohne Sitzrohr, wie dem Urtopia oder dem Urwahn Platzhirsch, wirkt das Novbyx-Design nicht sportlich, sondern fast etwas künstlerisch.
Nachhaltige Bauweise durch Modularität und Langlebigkeit
Nicht nur die leichte Reparatur und sparsamer Materialeinsatz sollen das Novbyx besonders nachhaltig machen. Bereits das Bauprinzip sorgt laut Hersteller für weniger Belastung an den Verbindungen und damit für eine entsprechende Langlebigkeit. Sogar beim Versand sollen Emissionen eingespart werden können.
Der Verzicht aufs Schweißen soll die Produktionsemissionen laut Novbyx sogar soweit senken, dass der gesamte Fußabdruck des E-Bikes bis zur Lieferung zum Kunden laut Hersteller um fast ein Viertel gegenüber herkömmlichen Modellen reduziert wird.
Akku im Heckmotor enthalten
Neben dem minimalistisch-künstlerischen Design soll das E-Bike mit einem 35-Nm-Heckmotor punkten. Vermutlich, um die minimalistische Optik des Rahmens nicht zu stören, ist der Akku gleich im Nabenmotor integriert. Mit nur 4 Ah ist die Kapazität jedoch ebenfalls stark reduziert.
Das Gewicht des Antrieb liegt etwa bei 4 kg – ähnlich wie der Rahmen. Dieser soll am Prototyp aktuell 3,8 kg wiegen. Ziel der Hersteller ist es, den Rahmen in der Größe M und S auf unter 3 kg Gewicht zu bringen. Das dann erreichte Gesamtgewicht des E-Bikes gibt Novbyx bisher allerdings nicht bekannt.

Kickstarter-Projekt läuft bald an
Aktuell befindet sich der Prototyp noch im Belastungstest und die Finanzierungsphase sollte bereits im September anlaufen, lässt jedoch noch auf sich warten. Bei Kickstarter ist das Novbyx immerhin angekündigt und die Website des Herstellers verrät, dass die 77 ersten „Backer“ des Novbyx nur 1.999 Dollar (ca. 1.785 Euro) in das Projekt investieren müssen. Sollte es zur Serienproduktion kommen, ist der Preis bei 3.499 Dollar angesetzt. Wann genau es losgeht, ist jedoch unklar.











