Dieses E-Bike soll eine Steigung erkennen, bevor du sie erreichst – und die Unterstützung schon vor dem Anstieg anpassen. Das verspricht ADO für sein neues Faltrad Air 20 LiDAR. Ein Sensor blickt nach vorn, ein Radar überwacht den rückwärtigen Verkehr. Gemeinsam sollen sie nicht nur Motor und Schaltung steuern, sondern auch vor möglichen Zusammenstößen warnen.
So passt das ADO Air 20 LiDAR die Unterstützung an
Laut ADO misst der LiDAR, wie steil die Straße vor dir wird und wie weit der Anstieg noch entfernt ist. ADO Sense 3.0 kombiniert diese Informationen mit deinem Pedaldruck und dem Zustand des Rads. Den Druck erfassen Drehmomentsensoren auf beiden Seiten. Noch bevor du den Anstieg erreichst, soll das System die Unterstützung erhöhen, damit du nicht ständig von Hand nachregeln musst. Die Steigung zeigt das Display als Winkel an: bergauf positiv, bergab negativ.

Auf längeren Anstiegen übernimmt ein Gyroskop die Neigungserkennung. Je länger du bergauf fährst, desto weiter regelt das System die Unterstützung hoch. Beim Anfahren und in Kurven reduziert das Rad außerdem die Unterstützung je nach Situation, damit der Motor nicht zu kräftig anschiebt.
Den Antrieb übernimmt ein Motor mit automatischer Dreigangschaltung, den ADO mit Sensorik und Steuerung abstimmt. Eine Dreigangautomatik hatte schon das Air 20 Ultra, das wir im Mai getestet haben.
LiDAR und Radar warnen vor Kollisionsrisiken
Der LiDAR achtet laut ADO auch auf mögliche Hindernisse. Die Frontkollisionswarnung berechnet, wie viel Zeit bis zu einem möglichen Zusammenstoß bleibt. Eine zweite Funktion meldet Fahrzeuge oder Fußgänger, deren Weg die Fahrlinie des E-Bikes kreuzen könnte. Den Bereich vor dem Rad teilt das System in links, Mitte und rechts auf und zeigt Richtung sowie Entfernung des erkannten Objekts an.
Nach hinten überwacht ein Millimeterwellenradar den toten Winkel und warnt beim Spurwechsel. Laut ADO unterscheidet es Autos, Zweiräder und Fußgänger. Nicht jedes erkannte Objekt löst einen Alarm aus, entscheidend ist das berechnete Kollisionsrisiko. Bei Nacht, Regen oder Nebel soll das Rad außerdem schlechte Lichtverhältnisse erkennen und den Scheinwerfer entsprechend anpassen.
In die Bremsen greift das System nicht ein. Das Nachrüstsystem von Hyperfox etwa soll im Ernstfall selbst abbremsen. Beim Air 20 LiDAR bleibt es dagegen bei Warnungen – bremsen musst du weiterhin selbst.
Preis, Marktstart und Praxistauglichkeit bleiben offen
Einen finalen Preis und einen genauen Starttermin hat ADO für sein neues LiDAR E-Bike bislang nicht öffentlich genannt. Nach unseren Informationen soll das Bike jedoch zwischen November und Januar auf den Markt kommen. Das Air 20 Ultra ohne die neue Sensorik kostet im ADO-Shop derzeit 1.899 Euro. ADO hatte die Sensorplattform bereits Anfang August vorgestellt, nun folgt mit dem Air 20 LiDAR das konkrete E-Bike dazu. Der Hersteller vermarktet das System als erste LiDAR-Plattform für ein Fahrrad.

Der Akku hat eine Kapazität 370 Wattstunden. ADO nennt damit zwar bis zu 80 Kilometer Reichweite, weist aber selbst darauf hin, dass LiDAR, Radar und die übrige Sensorik zusätzlich Strom benötigen.
Ungeklärt ist außerdem, wie zuverlässig die Sensoren bei Verschmutzung oder Starkregen arbeiten und wie oft das System falsch warnt. Ob sich die automatische Anpassung der Unterstützung übersteuern lässt, verrät ADO ebenfalls nicht. Die Technik klingt ungewöhnlich und potenziell nützlich. Ob sie den Alltag tatsächlich komfortabler und sicherer macht oder eher mit Fehlalarmen nervt, kann deshalb erst der Praxisalltag zeigen.











