Der iScooter iX7 Pro ist ein straßenzugelassener Offroad-E-Scooter mit Dual-Motor und großem Akku. Die Zielgruppe: Fahrer, die im Alltag mit schlechten Wegen und vielen Steigungen zu kämpfen haben. Ob sich der kräftige, belastbare E-Scooter für 859,99 Euro lohnt, erfährst du im Test.
Erster Eindruck zum E-Scooter iScooter iX7 Pro
Der iX7 Pro kommt nahezu vollständig montiert an. Der Aufbau beschränkt sich im Kern auf das Verschrauben des Lenkers. Der Hersteller liefert auch eine kleine Tasche samt iScooter-Branding mit, die per Klett am Lenker sitzt und Platz für Kleinteile bietet. Außerdem liegt das hintere Schutzblech bei, das schnell montiert ist.


Viele Teile bestehen aus Metall, der Rahmen wirkt dadurch ziemlich massiv. Hierbei handelt es sich nicht um eine filigrane Konstruktion, sondern um einen E-Scooter, der auf Belastbarkeit ausgelegt ist. Zum Falten wird eine Sicherung gelöst, der Lenker klappt nach unten und lässt sich am Heck einhaken.
Ganze 30 kg bringt der E-Scooter auf die Waage, das ist mehr als so manches E-Bike. Für häufiges Umsteigen in Bus und Bahn oder tägliches Hinauf- und Hinabtragen über mehrere Stockwerke ist der E-Scooter daher nicht vorgesehen.


Die Standfläche wirkt sehr gelungen. Das Trittbrett ist groß und bietet genug Platz, um die Füße versetzt zu stellen. Der Lenker ist bei diesem Modell nicht höhenverstellbar, die Ergonomie hängt also stark von der Körpergröße ab. Laut Hersteller ist der E-Scooter für Fahrer zwischen 155 und 195 cm geeignet. Die maximale Belastung liegt bei 150 kg.



Ausstattung des iScooter iX7 Pro im Detail
Die deutsche ABE-Variante des E-Scooters ist im Vergleich zur internationalen abgespeckt. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 20 km/h (statt bis zu 60 km/h), Motor und Akku leisten etwas weniger. Dafür hat der deutsche iScooter iX7 Pro aber auch eine Straßenzulassung (ABE) und kann mit Haftpflichtversicherung und Kennzeichen ganz legal gefahren werden.
Richtig Power bietet der Dual-Motor-Antrieb trotzdem: 1.600 Watt Spitzenleistung, die sich auf 2 x 800 Watt im Allradmodus verteilen. Als Fahrmodi stehen ein Gehmodus zum Schieben (6 km/h) sowie die Fahrmodi Eco, Race und Sport bereit. Du kannst dabei jederzeit zwischen Ein- und Dual-Motor-Betrieb umschalten, mit direkten Auswirkungen auf Leistung, Beschleunigung und Akkuverbrauch.


Der Lithium-Akku arbeitet mit 48 V und hat eine Kapazität von 15 Ah, was 720 Wh entspricht. Die Ladezeit gibt iScooter mit 6 bis 7 Stunden an, als theoretische Reichweite bis zu 80 km. Der Akku lässt sich zum Laden nicht entnehmen.
Die Tubeless-Reifen des E-Scooters messen 10 Zoll. Das Fahrwerk besteht aus einer Schwingenfederung vorn und hinten aus zwei Stoßdämpfer mit Federn. Gebremst wird mit mechanischen Scheibenbremsen, ergänzt durch E-ABS (Electronic Assisted Braking System), was Blockieren verhindert solange der Motor dreht.


Ein Frontscheinwerfer und ein Rücklicht sind ebenfalls verbaut. Die Blinker an der Lenkerstange sind nach vorn und nach hinten sichtbar. Licht und Blinker sind laut iScooter StVZO-zertifiziert. Das nicht neigbare LC-Display zeigt u.a. Geschwindigkeit, Akkustand und Fahrmodus gut lesbar an. Über den USB-A-Port am Display lässt sich beispielsweise ein Handy aufladen.



So fährt sich der iX7 Pro
Der iX7 Pro fährt sich wie ein richtig kräftiger E-Scooter. Der Antritt ist sehr direkt, besonders im Dual-Motor-Betrieb. Beim Losrollen reicht eine kleine Bewegung am Daumengas, schon schiebt der E-Scooter spürbar an. Das fühlt sich energisch an, verlangt aber auch deine Aufmerksamkeit. Wer voll aufzieht, muss einen guten Stand und viel Balance haben.
Die Kraft wird dem iX7 Pro allerdings manchmal auch zum Verhängnis. Im Dual-Motor-Betrieb reagiert der Scooter teilweise etwas ruppig. In den stärkeren Modi wirkt die Gasannahme teilweise nicht mehr dynamisch, sondern abgehakt. Auf losem Untergrund dreht das Hinterrad beim harten Anfahren auch mal kurz durch. Das ist alles kein richtiger Nachteil, sondern vielmehr ein Hinweis auf den Charakter des E-Scooters. Der iX7 Pro richtet sich an Fahrer, die mit so viel Power umgehen wollen und können.

Deutlich entspannter fährt sich der Scooter im Ein-Motor-Betrieb. Hier kommt die Kraft kontrollierter an, das Losfahren wirkt harmonischer und die Dosierung fällt leichter. Gerade im Stadtverkehr oder auf schmalen Wegen passt das besser, weil man nicht ständig mit einem sehr aggressiven Punch rechnen muss. Der Dual-Motor-Betrieb ist dagegen die passende Wahl, wenn der Untergrund nach Traktion verlangt oder wenn Steigungen anstehen. Dann liefert die zweite angetriebene Achse ein spürbares Plus, das ein klassischer Ein-Motor-Scooter oft nicht bieten kann.
Beim Komfort gibt es ebenfalls viel Licht, aber auch etwas Schatten. Auf schlechter Asphaltdecke nimmt das vollgefederte Fahrwerk spürbar Schärfe aus den Schlägen. Dennoch bleibt die Abstimmung eher straff, weshalb beispielsweise auf grobem Schotter noch viel Rückmeldung durchkommt. Das liegt nicht nur an der Federung, sondern auch an den Eigenschaften der Räder: 10 Zoll bleiben eben 10 Zoll.


Die Reifen zeigen grundsätzlich dagegen klar den Offroad-Anspruch des E-Scooters. Auf Gras, festem Erdreich und Schotter baut das Profil spürbar Grip auf. Das Fahrgefühl bleibt dabei stabil, solange man keine Wunder erwartet. Für leichte Trails und Feldwege ist das ausreichend, bei wirklich ruppigen, steinigen Passagen kommt das System an Grenzen.
Auf Asphalt macht sich das hohe Gewicht positiv bemerkbar. Der Lauf ist stabil, der Scooter fühlt sich weniger nervös an als leichtere City-Modelle. In Kurven liegt er berechenbar. Enges Rangieren klappt, verlangt aber mehr Nachdruck als bei deutlich leichteren Scootern wie dem Honeywhale E9 Max.
Richtig überzeugend ist die Bremswirkung. Die mechanischen Scheibenbremsen packen kräftig zu, die Verzögerung ist gut dosierbar. Bei einer Vollbremsung kann das Hinterrad trotz E-ABS auch mal blockieren, wenn der Hebel zu hart gezogen wird. Insgesamt vermittelt das System aber Sicherheit, auch weil die Vorderradbremse ebenso klar zupackt.

Anders sieht es bei der Beleuchtung aus. Das Frontlicht ist leider nicht besonders hell. Wer auf dunklen Wegen fährt, wünscht sich schnell einen breiteren Lichtkegel. Das Rücklicht ist besser, aber ebenfalls zurückhaltend. Die sechs integrierten Blinker sind hingegen gut sichtbar. Während die Blinker aktiv sind, ist beim Abbiegen ein leises Signal zu hören und auf dem Display erscheint zusätzlich ein Symbol.
Dass sich der Lenker nicht in der Höhe verstellen lässt, bringt zwar Stabilität, ist aus meiner Sicht jedoch auch ein ergonomischer Nachteil. Für Fahrer mit Körpergrößen zwischen 165 cm und 185 cm passt die Haltung gut. Personen, die darunter oder darüber liegen, schließt die starre Höhe eher aus.
Die iScooter-App lohnt sich kaum. Sie verbindet sich per Bluetooth mit dem E-Scooter und zeigt auf dem Handy den aktuellen Status und weitere Infos an. In der Praxis bleibt der Mehrwert überschaubar, weil sich die Fahrfunktionen einfacher über das Display am Lenker steuern lassen. Nützlich ist aber die Lock-Funktion, wenn der Scooter mal kurz abgestellt wird. Ein echtes Schloss ist dennoch zu empfehlen.
Reichweite: Der Akku im Alltag
In der Praxis hängt die mögliche Reichweite wie immer stark von Fahrstil, Modus, Untergrund, Steigungen und Fahrergewicht ab. Wer den Scooter sehr dynamisch fährt, häufig stark beschleunigt und den Dual-Motor konsequent nutzt, kommt auf rund 35 Kilometer. Wer nur langsam im Eco-Modus, mit einem Motor und ohne Beleuchtung unterwegs ist, kann rund 50 km herausholen. Im Test habe ich die Herstellerangaben also nicht erreicht, zum Testzeitpunkt im Februar war es allerdings auch ziemlich kalt.

Die Leistung nimmt mit sinkendem Akkustand zwar etwas ab, bricht aber nicht schlagartig ein. Der iX7 Pro bleibt auch mit niedrigem Akkustand noch fahrbar. Beim Laden von 0 auf 100 bleibt es bei der Herstellerangabe von 6 bis 7 Stunden mit dem mitgelieferten 2-A-Ladegerät. Das Batteriemanagementsystem überwacht dabei Temperatur und Spannung.
Der große Akku samt USB-A-Anschluss am Display machen den E-Scooter zur fahrbaren Powerstation. Smartphones oder andere Geräte lassen sich damit unterwegs aufladen. Es ist Meckern auf hohem Niveau, aber USB-A ist mittlerweile nicht mehr ganz zeitgemäß. Ein kleinerer USB-C-Port wäre daher zukunftssicherer gewesen und hätte mir besser gefallen.

Zusammenfassung Pro & Contra
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| ⬆ hohe Leistung und starker Antritt (Dual-Motor) | ⬇ hohes Gewicht (30 kg), nix für Pendler |
| ⬆ ideal für Steigungen und schlechte Wege | ⬇ Lenker nicht höhenverstellbar |
| ⬆ robuste Bauweise & hohe Zuladung (150 kg) | ⬇ Gasannahme im Dual-Mode teils ruppig |
| ⬆ gute Offroad-Skills | ⬇ schwacher Frontscheinwerfer im Dunkeln |
| ⬆ gut dosierbare Scheibenbremsen | |
| ⬆ mit Straßenzulassung (ABE) und Blinkern |
Lohnt sich der iScooter iX7 Pro?
Ja. Der iScooter iX7 Pro für 859,99 Euro überzeugt im Test vor allem dort, wo straßenzugelassene E-Scooter immer noch rar sind: auf schlechten Wegen, auf Schotter, in hügeligen Landschaften und überall dort, wo Traktion und Reserven zählen. Der direkte Antritt, der Dual-Motor, die Offroad-Reifen und die Federung ergeben ein stimmiges Gesamtpaket. Auch die im Vergleich hohe Zuladung kann sich sehen lassen.


Am besten passt der iX7 Pro zu Fahrern, die einen kräftigen Offroad-E-Scooter mit Straßenzulassung suchen, der sicher ist und nicht so schnell schlappmacht. Weniger gut passt er zu Pendlern, die einen E-Scooter für die letzte Meile suchen. Erhältlich ist er direkt im Herstellershop von iScooterglobal.
Alternativen zum iScooter iX7 Pro
Als Alternative bietet sich der Joyor S5 Pro (Test) an. Der Offroad-E-Scooter hat einen viel größeren Akku und erlaubt ebenfalls eine Zuladung von 150 kg. Die Motorleistung beträgt jedoch nur 500 Watt. Deutlich mehr bietet der Isinwheel T8 (Test) mit seinen 1.200 Watt. Genau wie beim iScooter iX7 Pro kommt der Akku auf eine Kapazität von 720 Wh.













