Erst filmst du mit Gimbal aus der Hand, dann wird die gleiche Kamera zur Drohne. Genau das zeigt HoverAir mit der neuen Versa, die der Hersteller am 29. Juli vorgestellt hat. Damit vereint HoverAir das Beste aus zwei Welten – und wird nicht nur für Solo-Creator interessant.
Aus der Hosentasche in die Luft
Die Versa ist im Grunde eine kompakte Handkamera mit Drei-Achsen-Gimbal und kleinem Display. Das Ganze ist ähnlich aufgebaut wie beispielsweise die beliebte DJI Osmo Pocket. Zusätzlich bietet die Versa aber ein Flugmodul, wodurch aus der Gimbal-Kamera mit einem Klick eine autonome Drohne wird.
Die folgt dir per KI-Tracking, ganz ohne Fernsteuerung, und bietet laut HoverAir über zehn automatische Flugmodi. Der Hersteller verspricht außerdem KI-Vorschläge für die beste Kameraposition. Außerdem soll die Drohne selbstständig ein 3D-Modell der Umgebung anlegen können.
Dass vollautomatisches Fliegen funktioniert, hat HoverAir schon bei der X1 (Test) gezeigt. Auch DJI beherrscht die Technik in der DJI Neo 2 (Test). Bei beiden handelt es sich allerdings um reine Drohnen, bei denen die Kamera fest im Fluggerät sitzt.
Ein Gerät statt zwei, zumindest das Versprechen
Der Reiz liegt bei der Kombination der Versa auf der Hand. Wer bisher gute Aufnahmen von sich selbst will, muss meist zwei Geräte kaufen. Bisher ist das aber nur ein Versprechen. Was die Versa kostet, wie schwer sie ist, wie lange der Akku hält und welcher Sensor drinsteckt, sagt HoverAir noch nicht. Es heißt nur, mehr Details kämen bald.
Warum ausgerechnet HoverAir vorprescht
Der Schritt ist der Firma zuzutrauen – und passt. Hinter HoverAir steht das Unternehmen Zero Zero Robotics, das 2023 mit der X1 die erste selbstfliegende Kamera auf den Markt gebracht hat, die wirklich ohne Handy und Controller abhob.
DJI zog knapp ein Jahr später mit der Neo nach. Anders als der Riese DJI, der sich Pocket-Kameras und mehrere Drohnenlinien nebeneinander leisten kann, ist HoverAir ein Nischenanbieter. Ein einziges Gerät, das gleich mehrere Produkte ersetzt, ergibt für einen kleinen Player durchaus Sinn. Die X1 Pro hat gezeigt, wie viel Kamera in so ein kleines Gehäuse passt.
Das Risiko steckt in den Steckkontakten
So clever die Idee klingt, Modulbauweise hat in dieser Branche eine Vorgeschichte. GoPro brachte 2016 die Karma-Drohne, bei der man eine separate Kamera einklickte. Rund zwei Wochen nach dem Start rief GoPro etwa 2.500 Stück zurück, weil sich der Akku im Flug lösen konnte.
Eine Drohne ohne Strom ist ein fallendes Objekt. GoPro besserte nach, doch 2018 war die Firma ganz aus dem Drohnengeschäft raus. Jeder Steckkontakt und jede Verriegelung sind daher mögliche Schwachstellen. Fakt ist aber auch, dass HoverAir seine Hardware selbst baut und mit der X1 und der wasserfesten Aqua bewiesen hat, dass die Technik trägt.
Was noch offen ist
Die spannenden Fragen lässt HoverAir aber noch offen: Ob das Kameramodul einen eigenen Bildstabilisator hat, was das Ganze kostet und wann es erhältlich sein wird. Bis die Zahlen da sind, bleibt die Versa ein starkes Versprechen. Dass sich gerade viel in diesem Segment bewegt, zeigt auch der Kameraroboter Beni, der vom Boden statt aus der Luft filmt.












