Dutzende Farbtöne aus nur fünf Spulen, ohne einmal die Rolle zu wechseln, und das gratis. Genau das verspricht Prusas neues ColorMix. Der Clou: Es ist kein neuer Drucker, sondern ein kostenloses Update für Geräte, die viele längst zu Hause haben. Klingt zu schön, um wahr zu sein?
Aus wenigen Spulen plötzlich Dutzende Farben
Wer mehrfarbig druckt, ist bisher auf die Spulen festgelegt, die im Drucker stecken. Beim verbreiteten AMS-System sind das meist vier Farben, und mehr Töne hießen bislang: mehr Rollen kaufen, einlegen und vor allem wechseln. ColorMix dreht das um. Statt neue Farben nachzukaufen, mischt die Software aus wenigen Grundfarben selbst neue Töne zusammen.
Kosten tut das nichts. ColorMix steckt im hauseigenen PrusaSlicer (ab Version 2.9.6) und im Web-Slicer EasyPrint. Das mathematische Modell dahinter hat Prusa als Open Source freigegeben, jeder darf es nutzen und weiterentwickeln.
Der Trick dahinter: mischen wie beim Tintenstrahler
Das Prinzip kennt jeder von Zeitungen oder Tintenstrahldruckern: Dort entstehen alle Farben aus winzigen Punkten in wenigen Grundfarben. ColorMix überträgt das auf den 3D-Druck. Der Drucker legt extrem dünne Schichten unterschiedlicher Filamentfarben übereinander. Aus normalem Abstand kann das Auge die einzelnen Lagen nicht mehr trennen und verschmilzt sie zu einem neuen Farbton.
Druckt das Gerät abwechselnd eine schwarze und eine weiße Lage, sieht man Grau. Als Basis dienen fünf Farben: Cyan, Magenta, Gelb, Schwarz und Weiß. Welche Mischung welchen Ton ergibt, rechnet die Software selbst aus. Man bemalt das Modell einfach wie gewohnt am Bildschirm.


Geld und Platz sparen: Was das Update für Nutzer bedeutet
Wer schon einen Multimaterial-Drucker hat, bekommt mit ColorMix ein echtes Gratis-Upgrade. Auf einmal sind Farbverläufe und Töne möglich, für die man vorher ein Dutzend Spezial-Spulen gebraucht hätte. Neue Hardware braucht es dafür oftmals nicht, ein Software-Update genügt.
Richtig interessant wird es beim Filament-Einkauf. Statt viele teure Einzelfarben zu horten, kauft man große, günstige Mengen in wenigen Grundfarben und mischt sich den Rest zusammen. Das spart Geld und Platz im Regal. Ganz ohne Haken ist die Sache aber nicht: Weil der Drucker beim Mischen ständig die Farbe wechselt, dauert ein Druck länger und es fällt je nach Modell gegebenenfalls mehr Abfall an.

Welchen Drucker braucht man?
Ganz ohne Voraussetzung geht es nicht. Ein Mehrfarb- oder Multimaterial-System muss her, etwa ein AMS bei Bambu Lab oder die MMU3 bei Prusa. Ein klassischer Drucker mit nur einer Düse ohnen Wechseloption bleibt außen vor. ColorMix selbst läuft über Prusas Slicer und ist auf fünf Farben ausgelegt, also Cyan, Magenta, Gelb, Schwarz und Weiß. Prusas MMU3 bringt genau diese fünf Plätze mit, die XL und die CORE One sogar mehr.
Für den Einstieg muss es trotzdem kein teures Profigerät sein. Schon erschwingliche Vierfarb-Systeme reichen, um in den Mehrfarbdruck zu starten. Wer sich orientieren will, findet bei uns ausführliche Tests, zum Bambu Lab A1 mit dem AMS Lite oder zum Anycubic Kobra 3 mit seinem ACE-Pro-Farbwechsler. Mit solchen Geräten lassen sich die ersten bunten Modelle sofort angehen.
Warum Prusa sein Wissen verschenkt
Spannend ist, wie offen Prusa damit umgeht. Das Farbmodell ist nicht an Prusa-Hardware gebunden: Laut den Entwicklern funktioniert es sowohl mit Mehrkopf-Druckern als auch mit Einkopf-Systemen samt Farbwechsler, egal welcher Bauart. Und weil der Code frei verfügbar ist, kann ihn im Prinzip jeder Slicer übernehmen.
Das ist clever, gerade im Wettstreit mit Bambu Lab. Der Konkurrent verdient unter anderem am Verkauf bunter Filamentrollen und arbeitet längst an einer eigenen Mischfunktion. Prusa geht den umgekehrten Weg und legt seine Lösung offen, statt sie für sich zu behalten. Der Code liegt frei auf GitHub, einer Plattform, auf der Entwickler weltweit Programmcode teilen und gemeinsam verbessern.















Ja, bin drauf reingefallen. Übelste Clickbait-Überschrift. Nein, nicht „fast“ jeder Drucker kann jetzt dutzende Farben drucken. Nur Drucker mit AMS, die schon immer mehrere Farben drucken können, die können jetzt halt mehr Farben drucken ohne die Spulen zu wechseln.
Interessiert euch ja eh nicht, aber das gibt nen Unfollow in Feedly. Wir kann man nur so dämliche Überschriften schreiben.
Hi, du hast recht, „fast jeder“ war zu weit gegriffen. Es geht um Mehrfarb-Drucker (AMS/MMU), die jetzt aus wenigen Spulen Dutzende Farbtöne mischen, ohne zu wechseln. So steht es auch im Artikel. Die Überschrift haben wir bereits geändert. Danke fürs ehrliche Feedback.