Bafang macht seine neuen RS-Antriebe serienreif und legt dabei Leistungswerte vor, die in der Branche schon wieder neue Benchmarks setzen. Beim M510RS sind kurzfristig bis zu 1.300 Watt möglich, der größere M560RS kommt sogar auf 1.700 Watt. Das Wettrüsten geht also weiter.
Das Wettrüsten nimmt vorerst kein Ende
Das Wettrüsten bei E-Bike-Motoren nimmt inzwischen fast absurde Züge an. Nachdem DJI mit Avinox die etablierten Hersteller unter Druck gesetzt und Bosch mit immer höheren Leistungswerten nachgelegt hat, dreht nun auch Bafang kräftig an der Leistungsschraube. Drehmoment, Spitzenleistung und Unterstützungsfaktoren steigen in kurzer Folge – und ausgerechnet der Wettbewerb um immer intelligentere Motorsteuerungen sorgt gleichzeitig dafür, dass die nackten Zahlen immer extremer werden.
Bafang M510RS liefert im Boost bis zu 1.300 Watt
Beim M510RS nennt Bafang jetzt für die Serienversion bis zu 1.100 Watt bei 36 Volt und 1.300 Watt bei 48 Volt. Bei der ersten Vorstellung 2025 standen noch 790 Watt im Datenblatt. Das reguläre Spitzendrehmoment liegt weiterhin bei 110 Nm, wie der Hersteller bereits vor einem Jahr erklärt hat. Im neuen Modus „Boost-to-Limit“ steigt die Leistung aber kurzfristig auf 120 bzw. 130 Nm.
Eine neue Einschränkung kommt aber wohl doch hinzu: Die früheren 790 Watt sollten bis zu 15 Minuten zur Verfügung stehen. Die neuen Maximalwerte gelten dagegen ausdrücklich für „einen kurzen Boost“. Für wie lange, verrät Bafang aber bislang nicht.

Interessanter ist eher, wofür der zusätzliche Schub eigentlich gedacht ist. „Boost-to-Limit“ soll nämlich per Tastendruck bis zu 800 Prozent Unterstützung bereitstellen. Daneben gibt es „Sport+“ mit maximal 500 Prozent. Auf einem E-Mountainbike kann das bei einem besonders schwierigen Abschnitt helfen. Für längere Anstiege ist die maximale Boost-Leistung nicht gedacht, für den Alltag ohnehin nicht.
Auch bei der Steuerung hat Bafang anscheinend nachgelegt. Eine 6-Achsen-IMU erfasst Bewegungen des Fahrrads und liefert zusammen mit weiteren Sensordaten Informationen für eine noch bessere Motorregelung. Das Gewicht des Antriebs liegt dabei bei nur 2,9 kg.
M560RS geht mit bis zu 1.700 Watt noch weiter
Beim ebenfalls konkretisierten M560RS steigen die Spitzenwerte auf 1.400 Watt bei 36 Volt und 1.700 Watt bei 48 Volt. Regulär nennt Bafang 120 Nm, mit „Boost-to-Limit“ sind dann bis zu 150 Nm möglich. Der Antrieb wiegt mit 3,3 kg etwas mehr, richtet sich aber ebenfalls an Fahrer von E‑MTBs, die in steilem Gelände unterwegs sind und dort viel Power brauchen.
Laut Hersteller reagieren die RS-Motoren 50 Prozent schneller als M510 und M560. Beim Abschalten der Unterstützung soll die Reaktion ebenfalls präziser ausfallen. Mehr als 4.000 Stunden Abstimmung auf Trails und Rennstrecken seien in die Software eingeflossen.
Hinzu kommen bei beiden Antrieben noch Funktionen wie „Hill Hold“ und „Walk Assist 2.0“. „Hill Hold“ soll verhindern, dass das Fahrrad an einer Steigung sofort zurückrollt. Was die erweiterte Schiebehilfe bringt, ist noch nicht nach außen gedrungen.
Eine gute Nachricht für den europäischen Markt: Bafang plant jeweils eine Variante mit Unterstützung bis 25 km/h und eine US-Version bis 45 km/h. Erstmals sind Probefahrten laut Bafang beim Italian Bike Festival vom 4. bis 6. September möglich. Die Serienproduktion ist für das vierte Quartal 2026 vorgesehen, E‑Bikes mit den Antrieben erscheinen also frühestens 2027.












