Zendure kannte man bisher vor allem für Plug-in-Speicher an Balkonkraftwerken. Mit der neuen SolarFlow Mix Serie will der Hersteller jetzt ganze Einfamilienhäuser versorgen. Drei Modelle, bis zu 50 kWh Speicher und 13 kW PV-Eingang, in der Standardkonfiguration sogar ohne Elektriker. Das Grundsystem kennen wir bereits aus mehreren Tests.
Drei Mix-Modelle vom Einsteiger bis zur 50-kWh-Ausbaustufe
Alle drei Mix-Modelle setzen im Kern auf das AC-Prinzip. Der Speicher wird nicht zwischen Solarmodul und Wechselrichter eingeschleift, sondern hinter den ohnehin vorhandenen Wechselrichter gehängt, der den Gleichstrom der Solarmodule bereits in 230-Volt-Wechselstrom umwandelt. Weil an der Solarverkabelung nichts geändert wird, bleibt die Installation in der Standardkonfiguration Sache des Hausbesitzers, ganz ohne Elektrikereingriff. Beim Mix Pro kommen zusätzlich zwei MPPT-Eingänge hinzu, an die sich Solarmodule auch direkt anschließen lassen.
Das kleinste Modell ist der SolarFlow 3000 Mix AC+ für 1.699 Euro. Er bietet 8 kWh Speicher und eine Dauerleistung von bis zu 3 kW, ist dabei aber nicht erweiterbar. Zendure positioniert ihn als Einstieg in die AC-Speicherwelt für kleinere Haushalte mit rund 3.000 kWh Jahresverbrauch. Weil das Gerät auch mobil und im Inselbetrieb funktioniert, eignet es sich zugleich als Notstromversorgung.
Der SolarFlow 4000 Mix AC+ sieht von außen ähnlich aus, spielt technisch aber eine Nummer größer. Der AC-Eingang schluckt bis zu 5 kW, die Dauerleistung steigt auf 4 kW, und die Kapazität lässt sich von 8 auf bis zu 50 kWh aufstocken. Damit richtet sich das Modell an Haushalte mit etwa 5.000 kWh Jahresverbrauch, die eine bestehende Dach-PV nachrüsten oder langfristig ausbauen wollen. Der Preis liegt bei 1.999 Euro.
Das Flaggschiff der Serie ist der SolarFlow 4000 Mix Pro für 2.399 Euro. Zusätzlich zum 5-kW-AC-Eingang verfügt er über zwei MPPT-Eingänge mit je 4 kW, an die sich Solarmodule direkt anschließen lassen. In Summe sind so bis zu 13 kW PV-Eingangsleistung möglich und damit ein Spitzenwert in dieser Geräteklasse. Der direkte Shop-Kauf ist bei diesem Modell derzeit nicht möglich, der Vertrieb läuft zunächst ausschließlich über Fachhändler.



Die drei Mix-Modelle im Direktvergleich
| Merkmal | 3000 Mix AC+ | 4000 Mix AC+ | 4000 Mix Pro |
|---|---|---|---|
| Preis (UVP) | 1.699 € | 1.999 € | 2.399 € |
| Basiskapazität | 8 kWh | 8 kWh | 8 kWh |
| Preis pro kWh | 212 € | 250 € | 300 € |
| Ausbau max. | nicht erweiterbar | bis 50 kWh | bis 50 kWh |
| AC-Dauerleistung | bis 3 kW | 4 kW | 4 kW |
| PV-Eingang | 3 kW AC | 5 kW AC | 8 kW MPPT + 5 kW AC = 13 kW |
| Zielgruppe | kleinere Haushalte, mobile Nutzung | Nachrüster bestehender PV | Einfamilienhaus mit Dach-PV |
| Jahresverbrauch | ~3.000 kWh | ~5.000 kWh | ~7.000 kWh |
Plug-and-Play bis zur 800-Watt-Grenze
Der spannende Punkt für viele Mieter und Eigenheimbesitzer ist die Installation. Wie schon beim SolarFlow 2400 Pro im Test läuft das System in der 800-Watt-Konfiguration rein steckerfertig. Ein Elektriker wird dafür nicht benötigt.
Wer die volle 4-kW-Leistung der SolarFlow Mix Serie ausschöpfen will, muss in der Zendure-App per Unterschrift bestätigen, zu wissen was er tut. Zusätzlich wird die Anlage beim Netzbetreiber angemeldet, und für den Festanschluss verlangt die VDE-Norm eine Elektrofachkraft. Wer in der Plug-and-Play-Konfiguration bleibt, kann das System dagegen tatsächlich selbst aufstellen.
Die Software kennen wir aus dem Test des 2400 Pro. Die App ist aufgeräumt, es gibt sogar eine Smart-Meter-Anbindung über den Zendure D0, die ohne Elektrikereingriff funktioniert. Home Assistant und MQTT werden ebenfalls unterstützt, sodass das System sich auch in bestehende Smart-Home-Zentralen integrieren lässt. Zendure öffnet sich damit bewusst gegenüber Drittsystemen, während klassische Heimspeicher-Anbieter ihre Nutzer meist in der eigenen App-Welt festhalten.

Preis pro kWh: günstig, aber nicht konkurrenzlos
Auf dem Papier klingt der Preis attraktiv. Der 3000 Mix AC+ kostet bei 8 kWh Kapazität umgerechnet rund 212 Euro pro Kilowattstunde. Klassische Heimspeicher mit Festinstallation starten dagegen meist erst bei 500 Euro pro Kilowattstunde, ein Tesla Powerwall 3-System liegt bei rund 540 Euro pro Kilowattstunde.
Im direkten Plug-in-Vergleich hat Zendure aber Konkurrenz. Der Growatt NOAH 2000 kommt im 4er-Stack auf etwa 195 Euro pro Kilowattstunde, der Marstek Venus E 3.0 liegt bei rund 203 Euro. Beide sind allerdings auf deutlich kleinere Gesamtkapazitäten und geringere Wechselrichter-Leistung beschränkt.
Das Alleinstellungsmerkmal der Mix-Serie ist der Ausbau auf bis zu 50 kWh. Diese Dimensionen erreichen aktuell eher klassische Heimspeicher mit Fachmontage. Für Haushalte, die Zendure bereits aus dem Balkonkraftwerk-Bereich kennen, etwa vom SolarFlow 800 Pro, bleibt beim Umstieg zudem die gewohnte App-Welt erhalten.
Was bedeutet das für Käufer?
Die Mix-Serie ist interessant für Haushalte, die mehr als ein Balkonkraftwerk wollen, aber den großen Schritt zum Tesla- oder Senec-Speicher mit Elektrikerabnahme scheuen. Zendure liefert die Hardware dafür, zum Start allerdings in homöopathischen Stückzahlen.
Vom SolarFlow 4000 Mix AC+ stehen gerade einmal 50 Exemplare bereit, die Lieferzeit liegt bei 50 bis 60 Tagen. Der kleinere 3000 Mix AC+ ist auf 500 Stück begrenzt und braucht rund 90 Tage bis zur Auslieferung. Den 4000 Mix Pro gibt es ausschließlich über Fachhändler. Das ist offensichtlich ein vorsichtiger Markttest.
Die Herstellerversprechen von bis zu 91 Prozent Ersparnis und 2.560 Euro jährlichem Gewinn sind Best-Case-Rechnungen mit großer Dach-PV und hohem Eigenverbrauch. Die SolarFlow Mix Serie ist ab sofort im Zendure-Shop erhältlich.














