Update Mai 2026: Cyplore hat seinen Kickstarter gestartet. Die Kampagne hat ihr Fundingziel in wenigen Stunden weit übertroffen – über 166.000 Euro wurden bereits eingesammelt. Preise und Liefertermin stehen jetzt fest. Alle neuen Infos sind im Artikel ergänzt.
Umrüstsätze oder auch „Conversion-Kits“ sollen dein herkömmliches Fahrrad zum E-Bike machen. Bisher stießen die Systeme am Markt eher auf verhaltene Nachfrage. Die Systeme waren häufig nicht effektiv genug oder ließen die Bikes „verbastelt“ aussehen. Das Hongkonger Startup Cyplore – gegründet von ehemaligen Designern aus Samsung- und Xiaomi-Häusern – möchte das ändern. Das Unternehmen präsentierte auf der Eurobike 2025 ein schlankes, beinahe unsichtbares System und startet jetzt die Serienproduktion per Kickstarter.
Cyplore, der neue E-Bike-Motor für Steckachsen
Ein Nabenmotor, der nur 0,9 kg wiegt, sich an jedes Renn- oder Gravelbike mit der entsprechenden 142-mm-Steckachse anbauen lässt und dennoch an Steigungen bis zu 20 % unterstützt: Das klingt beinahe zu schön, um wahr zu sein. Cyplore richtet sich vor allem an Fahrer, die beim steilen Anstieg am Berg oder beim Fahren in der fortgeschrittenen Gruppe noch etwas Unterstützung benötigen.
Das E-Bike-System ist mit seinem 111-Wh-Akku nicht für den Dauerbetrieb auf der Langstrecke gedacht, sondern für ein wenig Unterstützung, wenn es mal eng wird und die Waden beginnen, sich allmählich zu beschweren. Entsprechend leicht ist auch der Akku. Nur 0,6 kg wiegt der Energiespeicher in stylischer Trinkflaschenform, der 50 km Reichweite bringen soll. Realistisch sind diese 50 Kilometer allerdings nur bei moderater Unterstützung auf flachem Terrain – wer regelmäßig bergauf mit vollem Assist fährt, sollte eher mit 20 bis 30 Kilometern planen.
Im Gegensatz zu vielen Conversion-Kits anderer Hersteller ist der Cyplore Nabenmotor kaum sichtbar. Und das, obwohl in der Nabe auch gleich Kadenz- und Drehmomentsensor untergebracht sind, welche über die Intensität der Unterstützung bestimmen.

Sensoren statt Surren: Die Technik im Hinterrad
Die Nabe liefert bis zu 23 Nm Drehmoment bei 250 Watt Spitzenleistung. Zum Vergleich: Ein Bosch CX – der Standard in der mittleren Preisklasse – kommt auf 85 Nm. Das Cyplore-System ist klar als Rückenwind konzipiert, nicht als Kraftverstärker. Fitte Fahrer, die an steilen Stücken etwas Schub wollen ohne das Bike-Feeling zu verlieren, sind die Zielgruppe.
Fahrer können manuell zwischen „Smooth“- und „Agile“-Modus wählen. Der erste gibt sanfte und graduelle Unterstützung und ist vor allem für die gerade Strecke gedacht. Der zweite Modus verhält sich wesentlich dynamischer und gibt mehr Power, wenn sie wirklich gebraucht wird. Alternativ stehen auch zwei smarte Modi zur Verfügung: der automatische Modus, der sich dem Terrain anpasst und der Trainings-Modus, welcher die Fahrer dabei unterstützen soll, in einem höheren Herzfrequenzbereich zu trainieren.
Die Steuerung des Systems geschieht über die App oder über eine magnetische Remote, die an der Oberseite des Akkus gelagert und geladen wird, sich aber leicht entnehmen und an den Lenker anbringen lässt. Wer ganz ohne Motorhilfe fahren will, deaktiviert den Antrieb darüber komplett – eine interne Kupplung entkoppelt die Nabe, damit kein Rollwiderstand entsteht. ANT+-Kompatibilität sorgt für die Anbindung an gängige Trainingscomputer.


Flex oder One – zwei Varianten für unterschiedliche Räder
Cyplore bietet zwei Ausführungen an. Die Cyplore Flex integriert den Motor in das bestehende Hinterrad – das Laufrad wird dafür neu eingespeicht, was Arbeit für einen Zweiradmechaniker ist. Wer den Aufwand scheut, greift zur Cyplore One: ein komplett neues Hinterrad mit bereits integriertem Motor, Gesamtgewicht 2,5 Kilogramm, sofort einsatzbereit. Beide Varianten nutzen denselben 111-Wh-Akku, der sich via USB-C in rund einer Stunde laden lässt. Die Unterstützung endet bei 25 km/h – das System ist damit als normales Pedelec auf deutschen Straßen zugelassen.
Was kostet das Cyplore-System?
Der Kickstarter-Frühbucherpreis liegt bei 519 Euro für die Flex- und 668 Euro für die One-Variante – rund die Hälfte des späteren Ladenpreises von 980 beziehungsweise 1.300 Euro. Die Auslieferung ist für November 2026 geplant. Über 166.000 Euro wurden bereits eingesammelt, bei einem Fundingziel von rund 8.600 Euro. Hier geht es zur Kickstarter-Kampagne von Cyplore.
Wichtig vor dem Kauf: Crowdfunding-Projekte tragen grundsätzlich ein Restrisiko. Nicht jedes erreicht die Serienreife oder hält Liefertermine ein. Für Cyplore spricht die Industrieerfahrung des Teams und die bereits auf der Eurobike demonstrierte Technik – gleichwohl ist November 2026 noch ein weites Stück hin.














