Schuhe wegräumen, den Tisch abwischen oder das Katzenklo leeren: Der Flourish 1 soll neue Haushaltsaufgaben nach 30 Minuten Training per Smartphone lernen. Der rollende Roboter kostet 3.555 US-Dollar und lässt sich laut Hersteller auch nach Deutschland bestellen. Noch ist er aber ein Produkt für Early Adopter: Angelernte Aufgaben gelingen derzeit nur in rund 80 Prozent der Fälle.
30 Minuten zum Erlernen neuer Aufgaben
Der Flourish 1 fährt auf vier Rollen und hat zwei Arme mit einfachen Greifhänden. Von einem humanoiden Roboter wie dem Unitree R1 ist er damit ein gutes Stück entfernt. Dafür soll er bereits konkrete Aufgaben im Haushalt übernehmen können.

Nutzer bauen den Ablauf zunächst per Drag-and-drop in der App zusammen. Anschließend steuern sie den Roboter laut Hersteller etwa 30 Minuten lang per Smartphone durch die Aufgabe. Rund eine Stunde später soll er sie selbstständig ausführen können. Aufgaben anderer Nutzer sollen sich ebenfalls installieren lassen.
Der Haken: Aktuell gelingen nur 80 Prozent der Versuche
Den Tisch abwischen, Pflanzen gießen, Schuhe wegräumen oder das Katzenklo leeren: Der Hersteller nennt mehrere Aufgaben, die sich mit zwei Armen und kleinen Greifern erledigen lassen sollen. Flourish selbst spricht allerdings derzeit von einer Erfolgsquote von rund 80 Prozent bei angelernten Aufgaben.
Vor einem Jahr seien es noch 60 Prozent gewesen, langfristig strebe das Unternehmen 99 Prozent an. Eine Aufgabe könnte damit aktuell ungefähr bei jedem fünften Versuch scheitern.

Kameras und LiDAR mit möglichst lokaler Verarbeitung
Um Aufgaben zu erkennen und sich zu orientieren, nutzt der Flourish 1 drei Kameras, LiDAR und Mikrofone. Auf Nachfrage von wattmoves erklärte Flourish-Gründer Antoine Marcel, dass der Roboter stoppe, sobald ein Mensch in seinen Sicherheitsbereich tritt. Haustieren und Hindernissen am Boden soll er ebenfalls ausweichen können.
Marcel zufolge speichert Flourish keine Kamera- oder Mikrofonaufnahmen der Nutzer und verarbeitet Daten möglichst lokal. Anspruchsvollere KI-Funktionen können jedoch zusätzliche Rechenleistung von Flourish oder eine eigene GPU erfordern und damit zusätzliche Kosten verursachen.
Flourish 1 soll auch nach Deutschland kommen
Zunächst plant Flourish 50 nummerierte Exemplare des Haushaltsroboters. Laut exklusiver Auskunft an wattmoves kann der Flourish 1 auch nach Deutschland und in die EU geliefert werden. Der Preis von 3.555 US-Dollar soll Versand, Mehrwertsteuer und anwendbare Importkosten enthalten. Die ersten Lieferungen sind für Dezember 2026 angekündigt.
Für den Kauf ist eine Anzahlung in Höhe von 200 Dollar fällig. Einen klassischen Checkout gibt es nicht, Anfragen laufen direkt über das Entwicklerteam.
Sechs Monate Cloud-Rechenleistung sollen inklusive sein. Danach nennt Flourish ein optionales Abo für 50 US-Dollar pro Monat. Alternativ können Nutzer eine eigene GPU einsetzen.
Der Roboter ist laut Hersteller 1,09 Meter hoch, wiegt rund 20 kg und kann etwa 1,5 kg tragen. Er bewegt sich nur auf einer Etage und kann keine Treppen steigen, soll aber kleine Schwellen überwinden. Für den Akku nennt Flourish zwölf Stunden aktive Laufzeit und bis zu 48 Stunden Standby.



Ein Haushaltsroboter für Pioniere
Mit 80 Prozent Erfolgsquote, eher langsamer Arbeitsweise und Beschränkung auf eine Etage richtet sich der Flourish 1 vor allem an zahlungskräftige Technikfans, die frühe Robotik miterleben wollen. Marcel beschreibt den Ansatz als bewusst pragmatisch: Statt auf einen vollständig humanoiden Roboter zu warten, wolle das Unternehmen bereits jetzt ein Gerät für echte Haushalte bauen.
Preislich liegt Flourish unter mehreren angekündigten Konkurrenten: Der Isaac 1 kostet 7.999 US-Dollar, der Onero H1 9.999 US-Dollar und der humanoide NEO 20.000 US-Dollar. Der Nori A3 wird dagegen für 1.688 US-Dollar angeboten. Die Geräte unterscheiden sich jedoch deutlich in Bauart und Leistungsversprechen.
Die Idee eines bezahlbaren Haushaltshelfers wird damit konkret bestellbar. Ob der Flourish 1 im Alltag zuverlässig genug arbeitet und echten Mehrwert schafft? Im aktuellen Stadium ist er eher ein Roboter für Idealisten und Interessierte. Der Reiz liegt vermutlich vor allem darin, die Entwicklung hautnah mitzuerleben und Freunden stolz zu verkünden, warum man ab sofort keine Pflanzen mehr gießen muss.








