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Home Energie

Google gefällt das: Langzeitspeicher speichert 200 MWh mit CO₂

von Simon Stich
22. Juli 2026
in Energie
Energy Dome auf Sizilien

Eine bereits betriebsbereite Speichertechnik nutzt Kohlendioxid, um große Energiemengen viele Stunden lang aufzubewahren. Das könnte eine Lücke schließen, in der heute häufig noch Gaskraftwerke einspringen müssen – findet sogar Google.

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Wie funktioniert der Speicher?

Obwohl der Betreiber Energy Dome selbst von einer CO₂-Batterie spricht, handelt es sich eigentlich um eine große Industrieanlage, die Energie in einem thermomechanischen Kreislauf speichert.

Für die Speicherung von überschüssigem Strom verdichtet ein Kompressor gasförmiges Kohlendioxid so stark, dass es flüssig wird. Dabei entsteht sehr viel Wärme, die in einem separaten Wärmespeicher zwischengespeichert, und später wieder genutzt wird. Das flüssige CO₂ wird anschließend von Druckbehältern aufgenommen, bis das Stromnetz die gespeicherte Energie benötigt.

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Bei der Rückspeisung läuft der Vorgang entsprechend in die andere Richtung. Die Anlage erwärmt das flüssige Kohlendioxid, wodurch es sich ausdehnt und wieder gasförmig wird. Dabei treibt es eine Turbine an, die wiederum Strom erzeugt. Anschließend strömt das Gas zurück in eine große Kuppel und ist bereit für die nächste Runde.

So gut, dass sich sogar Google beteiligt

Die Technologie hat auch Google überzeugt: Der Konzern investierte schon 2025 in Energy Dome und schloss gleichzeitig eine langfristige Partnerschaft zum weltweiten Ausbau der CO₂-Speicher. Ziel ist es, erneuerbaren Strom für die Versorgung der eigenen Rechenzentren über mehrere Stunden verfügbar zu machen. 

Warum ist das interessant?

Wo kurze Peaks sehr gut von klassischen Batteriespeichern abgefangen werden können, ist die Stromabgabe über einen langen Zeitraum besonders gefragt. Die CO₂-Anlage bietet je nach Bauweise Laufzeiten von bis zu 24 Stunden, was für die Stabilisierung der Stromnetze besonders wertvoll ist. Denn genau an dieser Stelle springen häufig Gaskraftwerke ein.

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Der Hersteller bescheinigt außerdem einen Wirkungsgrad von mindestens 70 % (Round-Trip-Efficiency) und nahezu keine Degradierung über mehr als 30 Jahre Lebensdauer. Zum Vergleich: moderne Lithium-Netzspeicher kommen zwar auf einen Wirkungsgrad von über 90 %, die Batteriemodule altern allerdings über die Jahre und verlieren nach und nach an Kapazität.

Ein weiteres Argument ist außerdem die Skalierbarkeit. Da bei der Technik keine kritischen Rohstoffe wie Lithium, Nickel oder Kobalt im großen Maßstab benötigt werden, lässt sich die Kapazität vergleichsweise günstig erweitern.

Erste CO₂-Anlage auf Sardinien, Google will mehr

Auf Sardinien läuft bereits seit Juli 2025 eine solche Anlage des italienischen Unternehmens Energy Dome. Sie speichert 200 MWh und kann zehn Stunden lang eine Leistung von 20 MW abgeben.

Ein ähnlich großer Speicher ist im australischen Bundesstaat Victoria geplant. Google erwägt zudem weitere Anlagen in Europa, den USA und im asiatisch-pazifischen Raum. Erst kürzlich gab die Partnerschaft einen weiteren Bau einer Anlage in Irland bekannt.

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Auch in Deutschland könnten solche Speicher neben großen Windparks, Solaranlagen oder stillgelegten Kraftwerken entstehen. Dort sind oft bereits passende Anschlüsse an das Stromnetz vorhanden.

Ein Selbstläufer ist die Technik trotzdem nicht. Die riesige Kuppel enthält laut dem Fachmagazin IEEE Spectrum rund 2.000 Tonnen Kohlendioxid und benötigt entsprechend viel Platz. CO₂-Speicher sind daher weniger als Ersatz für Lithium-Ionen-Akkus zu verstehen, sondern als deren Ergänzung. Während Batterien ihre Stärken bei der kurzfristigen Netzstabilisierung ausspielen, könnten CO₂-Speicher überschüssigen Wind- und Solarstrom über viele Stunden vorhalten – etwa vom sonnigen Nachmittag bis in die Nacht – und so den Bedarf an fossilen Reservekraftwerken reduzieren.

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Simon Stich

Simon Stich

Fährt immer lieber mit zwei statt mit vier Rädern – und setzt sich nicht nur in Freiburg für eine (noch) bessere Radinfrastruktur ein. Da er ohnehin gerne und viel über E-Bikes und Technik schreibt, hat er hier das Beste aus beiden Welten kombiniert.


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Tags: CO2EnergiespeicherEnergiewendeSolarstrom

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