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Home E-Bike Tests

Thule VeloSpace 3 im Test: Ein Fahrradträger, der seinen heftigen Preis im Alltag erklärt

von Simon
24. März 2026
in Tests

Bei Fahrradträgern ist der Unterschied zwischen Datenblatt und Alltag oft größer, als man denkt. Spätestens beim Beladen, beim Öffnen des Kofferraums oder mit schweren E-Bikes auf der Anhängerkupplung trennt sich schnell die Spreu vom Weizen. In diesem Kontext ist der neue Thule VeloSpace 3 besonders spannend. Im Alltag zeigt sich nämlich ziemlich schnell, ob dieses Premium-Modell für fast 1.000 Euro (je nach Ausstattung) wirklich mehr kann oder ob am Ende nur das Logo Geld kostet.

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Schon die Montage ist durchdacht

Bei vielen Fahrradträgern beginnt der Ärger nicht erst beim Beladen, sondern schon bei der Montage. Man hebt das Ding auf die Kupplung, hält irgendwie die Balance und hofft, dass es im richtigen Moment nicht wegkippt. Genau hier fühlt sich der Thule von Anfang richtig gut an.

Produktdetails
Produkt:Thule VeloSpace 3
Typ:Heckfahrradträger Anhängerkupplung
Erweiterbar:Ja, bis zu 4 Fahrräder mit optionalem Adapter
Zuladung:60 kg
Max. Gewicht / Fahrrad:30 kg
Eigengewicht:21,1 kg
Max. Reifenbreite:3 Zoll, bis zu 4,7 Zoll mit extra langen Radgurten
Steckeranschluss:9
Preis:949,95 Euro (UVP)

Der Träger sitzt schon vor dem finalen Verriegeln erstaunlich kontrolliert auf der Kupplung. Der große Spannhebel baut außerdem genug Hebelwirkung auf, damit die Montage nicht zum Workout wird.

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Gerade bei Nutzern, die das Teil nicht nur einmal im Jahr brauchen, um die alten Hollandräder im Urlaub zum Campingplatz zu bringen, sind diese kleinen Details entscheidend. Denn sie sparen nicht nur Zeit, sondern mitunter auch Nerven. Direkt unter dem Hebel befindet sich noch der übliche Mechanismus, um die Spannkraft individuell einzustellen.

thule-velospace-3-spannhebel-anhaengerkupplung

Kofferraumzugang: Mit Fußpedal ein echter Alltagsgewinn

Ein guter Kupplungsträger muss nicht nur Fahrräder sicher transportieren, sondern sollte dem Auto im besten Fall nicht die Alltagstauglichkeit nehmen. An dieser Stelle sammelt der Thule im Test ebenfalls viele Pluspunkte. Der Kippmechanismus wird entspannt per Fußpedal ausgelöst und wirkt im Gegensatz zu manch anderen Lösungen nicht wie eine Notfunktion, sondern wie echter Mehrwert. Denn dadurch, dass man beim Abklappen beide Hände frei hat, um den Träger aufzufangen, wird das „mal eben kurz an den Kofferraum“ auch in der Praxis zum Kinderspiel.

thule-velospace-3-fusspedal-fuer-kippmechanismus

Entscheidend ist bei dieser Funktion auch der Raum dahinter. Im Test fällt mir schnell auf, wie viel Platz zwischen Fahrzeug und Träger bleibt. Man kommt nicht nur gerade so an Taschen oder Einkäufe, sondern kann tatsächlich noch vernünftig am Heck stehen und das Auto beladen, ohne sich verrenken zu müssen.

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thule-velospace-3-abgekippt-fuer-kofferraumzugang

Je nachdem hinter welchem Auto der Träger montiert ist, lässt sich sogar der Abklappwinkel einstellen. Der VeloSpace 3 bietet hierfür zwei verschiedene Verriegelungspunkte, damit der Träger entweder 50° oder 65° abgekappt werden kann. Das kommt vor allem bei Vans zum Tragen, die eine große Heckklappe haben, deren Scharniere verhältnismäßig hoch angebracht sind. Denn hier ist der Öffnungswinkel deutlich flacher als beispielsweise bei Coupes oder Limousinen.

Das klingt für einige vielleicht banal. Meine Erfahrung mit anderen Kupplungsträgern zeigt aber, dass das nicht immer so sein muss. Viele Fahrradträger schaffen den Kofferraumzugang nur im Prospekt. Denn häufig klappen solche Träger ziemlich direkt an der Kupplung weg, weshalb oft nicht wirklich viel Platz bleibt. Der Thule VeloSpace 3 schafft dagegen wirklich Platz am Kofferraum, wodurch dieser noch tatsächlich nutzbar bleibt. Selbst der Hund kann hier noch entspannt ein- und aussteigen.

thule-velospace-3-kofferraumzugang-im-abgekippten-zustand-mit-Hundebox

Stabilität ist nicht nur Marketing

Der VeloSpace 3 ist für bis zu 60 kg Zuladung und 30 kg pro Fahrrad freigegeben. Das ist je nach Stützlast der verbauten Anhängerkupplung auch üblicherweise die Obergrenze. Damit zielt der Träger vor allem auf moderne E-Bikes, schwere Trekkingräder und größere Mountainbikes ab. Im Test war der Träger bewusst schwer beladen und hat nicht enttäuscht. Das System sitzt satt auf der Kupplung und wirkt auch unter Last bemerkenswert ruhig.

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Das war in meinem Fall besonders interessant, weil mein Auto eine abnehmbare Anhängerkupplung hat. Hier würde ich eher zusätzliches Spiel erwarten. Stattdessen wirkte der Träger fest und vertrauenerweckend. Ein Testbike brachte mit Akku bereits rund 34 kg auf die Waage und lag damit über dem offiziellen Grenzwert. Das ist zwar keine Empfehlung, zeigt aber, wie massiv das System konstruiert ist. Wer regelmäßig schwere E-Bikes bewegt, merkt daher schnell, warum der VeloSpace 3 eher nicht in der 300-Euro-Klasse spielt.

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Befestigungssystem spart Zeit und Nerven

Ein Premium-Träger muss nicht nur viel Gewicht aushalten, sondern auch beim Verzurren der Räder eine saubere Bedienung ermöglichen. Auch das macht der Thule im Test sehr gut. Die Radgurte mit Ratschenmechanik lassen sich schnell festziehen und wieder lösen, ohne dass man sich mit hakeligen Riemen oder unnötig viel Kraftaufwand herumschlagen muss. Gerade mit breiteren Reifen oder schwereren Rädern ist das im Alltag ein echter Komfortgewinn.

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Noch besser gefallen hat mir das System der Haltearme. Statt umständlicher Rändelmuttern oder fummeliger Klemmungen kommt der VeloSpace 3 mit einer einfachen Druckknopf-Mechanik. Lösen, versetzen, wieder einrasten, festmachen. Das klingt unspektakulär, ist aber beinahe genial. Das System ist etwas schwer zu beschreiben, unser Testvideo zeigt deshalb die Funktion noch im Einsatz. Vor allem, wenn mehrere Räder mit unterschiedlichen Rahmenformen auf dem Träger stehen, ist diese Lösung Gold wert.

thule-velospace-3-haltearm-am-fahrradrahmen
thule-velospace-3-haltearm-mit-drehmomentbegrenzer

Auch das Zubehör passt zum Anspruch

Zum VeloSpace 3 gibt es optional noch einiges an sinnvollem Zubehör. Die Thule Loading Ramp XT ergibt bei schweren E-Bikes sofort Sinn, weil sich das Rad damit einfach über die Seite hochrollen lässt statt es anheben zu müssen. Praktisch ist zudem, dass die Rampe mit den beiliegenden Haltern direkt am Träger transportiert werden kann. Somit muss sie nicht im Kofferraum herumfliegen und man kann sie nicht versehentlich in der Garage vergessen.

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Ebenfalls nützlich ist das Thule Transport Wheel. Der Träger wiegt 21,1 kg und ist damit nicht absurd schwer, aber auch nichts, was man lässig unter dem Arm trägt. Das kleine Transportrad hilft deshalb beim Rangieren in Garage oder Hof spürbar. Während der Fahrt lässt sich das Rad bequem einklappen, sodass es nicht stört.

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thule-velospace-3-transportrolle-unter-dem-traeger

Wer zusätzlich Kapazität braucht, kann den VeloSpace 3 außerdem mit einem Adapter auf vier Fahrräder erweitern. Das gilt auch für die Variante für zwei Räder, die mit der Zusatzschiene auf drei Fahrräder erweitert werden kann. Wichtig dabei: Der zusätzliche Platz ist laut Thule auf 15 kg begrenzt und damit eher für ein leichtes Fahrrad. Mit einem Preis von 199,95 Euro (UVP) ist aber auch dieses Add-on nicht ganz billig.

Stabil, aber nicht kompakt

Der VeloSpace 3 bietet eine hervorragende Stabilität, ist aber dadurch auch eher sperrig. Mal eben zusammenklappen und im Keller verstauen ist daher bei diesem Modell nicht drin. Doch auch hier ist der Befestigungsbügel klappbar, sodass der Träger bei Nichtbenutzung noch relativ platzsparend in der Garage verstaut werden kann.

Der Preis bleibt hoch, aber ist nicht aus der Luft gegriffen

Der größte Nachteil dieses Fahrradträgers der Preis. Die offizielle UVP von 949,95 Euro ist hoch, und mit Rampe, Transportrad oder Adapter wird das Gesamtpaket schnell noch teurer. Wer nur ab und zu ein leichtes Fahrrad transportiert, findet ehrlicherweise klar günstigere Lösungen, die ihren Zweck ebenfalls erfüllen.

Der Thule rechtfertigt seinen Preis deshalb nicht über irgendein spektakuläres Einzel-Feature, sondern über das Gesamtpaket. Er ist stabil, intuitiv, alltagstauglich und an mehreren Stellen Thule-typisch sichtbar zu Ende gedacht. Genau das merkt man vor allem dann, wenn der Träger regelmäßig im Einsatz ist und nicht nur zweimal im Jahr aus dem Keller geholt wird. Glücklicherweise sind die Marktpreise teilweise deutlich günstiger als es die UVP vermuten lässt.

VorteileNachteile
⬆ hohe Stabilität⬇ hoher Einstiegspreis
⬆ komfortabler Klappmechanismus⬇ relativ hohes Eigengewicht
⬆ viel Platz am Kofferraum⬇ zusätzlicher Platz nur bis 15 kg
⬆ tolles, intuitives Befestigungssystem⬇ nicht klappbar bei Nichtbenutzung
⬆ Traglast bis 60 kg
⬆ sinnvolles Zubehör

Unterm Strich ist der Thule VeloSpace 3 im Test genau das, was sein Preis verspricht: ein hochwertiger, sehr durchdachter Fahrradträger für die Anhängerkupplung. Er löst nicht irgendein Problem spektakulär neu, macht aber viele entscheidende Dinge spürbar besser als günstigere Alternativen. Vor allem der Zugang zum Kofferraum, die gute Stabilität und die einfache Handhabung bleiben hängen.

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Lohnt sich der Kauf? Wer nur gelegentlich ein leichtes Fahrrad transportiert, dürfte auch mit günstigeren Lösungen glücklich werden. Wer jedoch regelmäßig E-Bikes, Familien-Setups oder schwere Räder bewegt und dabei möglichst wenig Gefummel haben will, bekommt mit dem VeloSpace 3 wahrscheinlich einen der überzeugendsten Premium-Kupplungsträger, die man derzeit kaufen kann.

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Simon

Simon

Seit 2013 begeistert von der E-Mobility auf zwei oder mehreren Rädern. Maschinenbau-Techniker mit Faible fürs Campen, Photovoltaik-Fan und großem Interesse an allem, was sich digitalisieren, vereinfachen und automatisieren lässt.


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Tags: FahrradträgerThule

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