Lässt sich mit einem 3D-gedruckten Kajak wirklich die 800 km lange Strecke von Prag nach Hamburg paddeln? Zwei Freunde aus Tschechien wollten es herausfinden und haben das Abenteuer gewagt – mit einem erstaunlichen Ergebnis.
Von der verrückten Idee zum riesigen 3D-Druck
Die zwei Hobby-Paddler David und Kuba aus Tschechien hatten vor mittlerweile zehn Jahren eine verrückte Idee. Sie wollten wissen, ob ein Kajak aus dem 3D-Drucker wassertauglich wäre und wie weit man damit fahren könnte.
2025 kam es dann endlich zum Praxistest, unterstützt von Prusa Research. Die beiden Freunde hatten ihr eigenes Kajak aus dem 3D-Drucker per Solidworks (einer 3D-Konstruktionssoftware) designt und den Prototypen fertiggestellt. Das 5 m lange Boot wurde aus PETG-Filament gedruckt – natürlich nicht in einem Stück. Aus ganzen 23 kleinen Segmenten setzt sich das rund 20 kg wiegende Kajak zusammen. Die Materialkosten halten sich also in Grenzen.


Die Einzelteile haben die Freunde mit 225 Schrauben und Silikon miteinander verbunden und abgedichtet. Da dies in einer ersten Testphase nicht reichte, wurde der Rumpfboden zudem mit Epoxidharz verstärkt. Nun war das Kajak bereit für einen echten Belastungstest – 800 km über Moldau und Elbe von Prag bis nach Hamburg.
Bruchlandung nach 20 Kilometern: Die dramatische Rettung des Kajaks
Am 10. Oktober 2025 starteten die beiden ihre Expedition im Prager Stadtteil Troja. Bereits nach 20 km gab es aber die ersten Probleme. Die Bootsspitze löste sich beim Herausziehen aus dem Wasser. Dies war nur die erste von vielen improvisierten Reparaturen mit Bitumenband, Lötkolben und Co. Auch körperliche Probleme traten auf, sodass Kuba ab Děčín alleine gepaddelt ist und David an Land die Logistik übernahm.


Am Ende haben die beiden Tschechen es nach neun Tagen geschafft, die 800 km von Prag nach Hamburg in ihrem selbstgedruckten Kajak zu überwinden. Das beeindruckende Ergebnis zeigt, dass 3D-Druck nicht nur kleine Probleme lösen, sondern auch große Herausforderungen unterstützen und ermöglichen kann.
Wer es den beiden Abenteurern nachmachen möchte, kann die Dateien kostenlos auf Printables herunterladen. Wer noch keinen eigenen 3D-Drucker besitzt, findet beispielsweise hier unsere Erfahrungen mit dem Bambu Lab A1 und hier mit dem Anycubic Kobra 3. Und wer nicht selbst paddeln möchte, kann sich vielleicht in Zukunft auch von einem 3D-gedruckten Motor antreiben lassen.













