Im Juni 2024 haben wir das Bastille vorgestellt — ein Faltrad mit normalen 27,5-Zoll-Rädern statt der üblichen Zwergenreifen. Damals war eine E-Version angekündigt. Jetzt ist sie da: Das Bastille E packt Motor, Akku und Controller in das Hinterrad und wiegt trotzdem nur 16,7 Kilogramm.
Bastille E: Normales Fahrgefühl, trotzdem faltbar
Das Konzept klingt widersprüchlich: Ein Faltrad, das sich fährt wie ein normales City-Bike. Bastille Cycles aus Frankreich hat dafür acht Jahre entwickelt und drei Patente auf den Klappmechanismus angemeldet. Das Ergebnis: Ein E-Bike mit 27,5-Zoll-Laufrädern, das in fünf bis zehn Sekunden zusammengefaltet ist und dann 82 × 33 × 80 Zentimeter misst.
Zum Vergleich: Klassische E-Falträder wie das Brompton Electric rollen auf 16-Zoll-Reifen. Selbst das brandneue Brompton G Line kommt nur auf 20 Zoll. Das bedeutet weniger Rollkomfort, mehr Unruhe bei Kopfsteinpflaster und ein grundsätzlich anderes Fahrgefühl. Das Bastille E will genau diesen Kompromiss beseitigen.

Alles im Hinterrad: Motor, Akku und Controller als Einheit
Technisch setzt Bastille auf eine All-in-One-Hinterradnabe. Motor, Akku mit 210 Wattstunden und die Steuerungselektronik sind komplett im Hinterrad integriert. Von außen sieht man dem Rad den elektrischen Antrieb kaum an. Geladen wird direkt am Fahrrad, der Akku ist fest verbaut und muss nicht entnommen werden.
Die Unterstützung erfolgt über zwei Modi: ECO und SPEED, bis maximal 25 km/h. Ein Display am Lenker gibt es nicht — stattdessen übernimmt eine App die Steuerung und zeigt Akkustand sowie Fahrdaten an. Die Motorunterstützung passt sich progressiv der Trittfrequenz an.
Als Antrieb dient ein Gates Carbon-Riemenantrieb ohne Gangschaltung. Singlespeed also. Die Bengal-Hydraulik-Scheibenbremsen sorgen für die nötige Verzögerung, eine integrierte Beleuchtung gehört zur Serienausstattung.
Für wen sich das Bastille E lohnt — und für wen nicht
Die Reichweite gibt Bastille mit 40 bis 50 Kilometern an. Für tägliches Pendeln in einer flachen Stadt reicht das. Wer jedoch hügelige Strecken fährt, wird den Singlespeed-Antrieb schnell an seinen Grenzen erleben — ohne Gangschaltung bleibt bei Steigungen nur die Motorunterstützung, und die arbeitet mit 210 Wattstunden deutlich kürzer als bei Wettbewerbern.
Ein direkter Vergleich zeigt die Stärken und Schwächen: Das Brompton C Line Electric kostet ab 4.399 Euro, hat 16-Zoll-Räder und einen 300-Wh-Akku mit bis zu 90 Kilometern Reichweite. Es ist kompakter gefaltet, aber die deutlich kleineren Räder verändern das Fahrgefühl spürbar. Die Brompton Electric T Line wiegt sogar nur 14,1 Kilogramm dank Titan-Rahmen, hat ebenfalls 300 Wh, bleibt aber bei 16 Zoll und liegt preislich in einer ganz anderen Liga.
Das Lemmo Zero geht einen anderen Weg: Mit nur 12,5 Kilogramm ist es noch leichter als das Bastille E, kostet mit 1.790 Euro auch deutlich weniger — hat dafür aber nur 20-Zoll-Räder und eine geringere Reichweite.
Das Bastille E ist ideal für Pendler in flachen Städten, die ein vollwertiges Fahrgefühl wollen und das Rad regelmäßig in Bahn, Büro oder Wohnung mitnehmen. Wer mehr Reichweite oder Bergtauglichkeit braucht, ist bei den Alternativen besser aufgehoben.
Bastille E für 3.190 Euro ab sofort bestellbar
Das Bastille E ist über den Webshop des Herstellers bestellbar. Der Preis liegt bei 3.190 Euro — 600 Euro mehr als die nicht-elektrische Version, die weiterhin für 2.590 Euro angeboten wird. Im Lieferumfang enthalten ist eine Transporthülle für die Mitnahme im Zug.
Das deutsche Händlernetz befindet sich im Aufbau. Bis Ende des Jahres plant Bastille rund 100 Standorte in Europa. Designed und montiert wird das Bastille E in Frankreich. Hinter der Marke steht der Erfinder des BABYZEN YOYO — eines Kinderwagens, der sich so kompakt zusammenfalten lässt, dass er ins Flugzeug-Handgepäck passt. Die gleiche Falt-Philosophie steckt jetzt im E-Bike.
Wer sich generell für leichte E-Bikes interessiert, findet in unserem aktuellen Vergleich acht E-Bikes unter 20 Kilogramm im Test — darunter auch Modelle, die deutlich weniger kosten als das Bastille E und trotzdem erstaunlich wenig auf die Waage bringen.














