Am früheren Sitz der Porsche eBike Performance GmbH werden 1.476 Lose versteigert – von E-Bike-Prüftechnik und Testfahrrädern bis zur Büroausstattung. Erste Zuschläge fallen am Montag, 19. Oktober 2026, ab 8 Uhr. Die Auktion zeigt damit sehr konkret, was nach dem Ende von Porsches Plan der eigenen E-Bike-Antriebssparte am Standort Ottobrunn zurückbleibt.
Auch Prüfgeräte und Porsche-E-Bikes werden verkauft
Das Auktionshaus Restlos nennt den Hersteller auf der Übersichtsseite zwar nicht direkt beim Namen. Die angegebene Adresse in der Marie-Curie-Straße 6 stimmt jedoch mit der offiziellen Anschrift der Porsche eBike Performance GmbH überein. Im Katalog finden sich zudem zahlreiche Gegenstände aus der Entwicklung und Produktion von E-Bike-Antrieben. Die Auktion lässt sich damit relativ klar dem früheren Fazua- und Porsche-Standort zuordnen.
Ein Beispiel ist das angebotene „eChecker“-Prüfgerät für E-Bikes. Solche Prüf- und Messgeräte machen deutlich, dass hier nicht nur Büromöbel oder Restbestände verkauft werden, sondern technische Ausstattung, die für die Arbeit am Standort benötigt wurde.

Daneben steht unter anderem ein Porsche-Rotwild eBike Cross zum Verkauf. Das komplette Fahrrad dürfte auch private Interessenten ansprechen. Restlos hat seine Funktion allerdings nicht geprüft und verkauft es ausschließlich zur Abholung. Wie das Auktionsbild zeigt, gehört hier mindestens der Reifen aufgepumpt. Ein Satz neue Pedale wären ebenfalls nötig.

Ein Paket mit Fahrradgabeln zeigt, dass auch einzelne Komponenten abgegeben werden. Für Werkstätten oder versierte Schrauber kann das interessant sein. Ohne genaue Prüfung von Zustand und Kompatibilität lässt sich aber kaum beurteilen, ob sich die Teile tatsächlich sinnvoll verwenden lassen – oder gar schon etliche tausend Kilometer auf einem Prüfstand waren.

Für Kaufinteressierte gilt deshalb: Ein niedriges Gebot ist nicht automatisch ein Schnäppchen. Viele Lose sind nicht auf ihre Funktion geprüft, Zubehör oder Akkus können fehlen. Hinzu kommen Aufgeld, Mehrwertsteuer, Abholung und gegebenenfalls Transport oder Reparaturen. Die konkreten Kosten und Bedingungen sollten Bieter direkt beim jeweiligen Los kontrollieren.
Porsche wollte eigene E-Bike-Antriebe entwickeln
Für Porsche endet mit der Auktion ein ambitioniertes Kapitel. Der Autobauer hatte Fazua im Juni 2022 mit großen Plänen vollständig übernommen.
Die anschließend gegründete Porsche eBike Performance GmbH sollte Motoren, Batterien und Software entwickeln und weltweit vermarkten. Neben den kompakten Fazua-Systemen waren besonders leistungsstarke Antriebe unter dem Namen Porsche vorgesehen. Die Technik sollte sowohl in Porsche-E-Bikes als auch in Fahrrädern anderer Marken zum Einsatz kommen.
Am 8. Mai 2026 kündigte Porsche an, die Aktivitäten der Porsche eBike Performance GmbH einzustellen. Zur Begründung nannte das Unternehmen „grundlegend veränderte Marktbedingungen für E-Bike-Antriebe“. Die Betriebsstilllegung an den Standorten Ottobrunn und Zagreb betrifft laut Porsche rund 350 Mitarbeiter.
Die Versteigerung macht den Rückzug nun greifbar: Entwicklungs-, Prüf-, Werkstatt- und Büroausstattung des Ottobrunner Standorts wird auf 1.476 Lose verteilt. Damit endet gut vier Jahre nach der vollständigen Fazua-Übernahme auch sichtbar der Versuch, Porsche als Anbieter eigener E-Bike-Antriebe aufzubauen.










