Festkörper-Akkus sollen die Elektromobilität sicherer und effizienter machen. Der britische Faltrad-Pionier Brompton testet die Technologie nun für E-Bikes. Das Ziel: Mehr Sicherheit und deutlich weniger Gewicht. Doch wann kommt der Wunder-Akku auf den Markt?
Festkörperbatterien gelten als Technologie der Zukunft
Bisher werden für E-Bikes in der Regel Lithium-Ionen-Akkus genutzt. Doch sie gelten hin und wieder als anfällig für Überhitzung. Schon häufig sind – zumeist defekte, alte oder verbastelte – Akkus in Flammen aufgegangen.
Festkörperbatterien, auch als Solid-State-Batterien (SSB) bezeichnet, könnten dieses Problem beheben und gleichzeitig für eine höhere Energiedichte sorgen. Entsprechend gelten SSB als eine der zukunftsweisenden Entwicklungen der Elektromobilität – vor allem für E-Autos.
Bisher sind Festkörperbatterien allerdings noch Zukunftsmusik. Vor allem die Produktion im industriellen Maßstab gilt als Hindernis. Doch einige Pioniere treiben die Entwicklung voran – darunter nun auch der englische Fahrradhersteller Brompton.
Brompton und Ilika: Weniger Gewicht bei gleicher Leistung
Ab Juli 2026 soll ein 214.000 Pfund schweres Entwicklungsprojekt starten, bei dem Brompton mit der Firma Ilika zusammenarbeitet. Die Goliath-Systeme des Akkuherstellers werden für E-Autos entwickelt, könnten jedoch in kleinerer Form auch E-Bikes mit Strom versorgen.
Das System arbeitet mit einer Silizium-Anode und einem Quasi-Festkörper-Elektrolyt. Sie soll mehr Sicherheit bieten, da Festkörper nicht so leicht entflammbar sind. Mindestens genauso interessant ist für Brompton wohl auch die hohe Energiedichte der Akkus, denn durch diese lässt sich bei gleicher Leistung Raum und Gewicht sparen. Von den etwa 14,1 kg Gesamtgewicht der Electric T-Line, dem leichtesten E-Faltrad von Brompton, entfallen derzeit beinahe 3 kg auf den Akku.

Außerdem sind die Vorgaben für Akkus am chinesischen Markt deutlich schärfer als es in Europa der Fall ist. Für Brompton, dem größten Fahrradexporteur im Vereinigten Königreich, bietet die neue Technologie auch eine Chance, neue Märkte zu erschließen. Ähnliche Entwicklungen gibt es bereits bei den halbfesten Batterien von BASF oder den Keramikbatterien, die in Zukunft bei Stromer eingesetzt werden sollen.
Festkörperbatterie mit 10 Ah bis Mitte 2027 geplant
Brompton plant zunächst die Integration eines Festkörperakkus mit 10 Ah Speicher – genug für die Kurzstrecken, die Fahrer auf den klassischen Falträdern von Brompton meist zurücklegen.
Das Entwicklungsprogramm startet ab Juli 2026 und soll bis Mitte 2027 abgeschlossen sein. Ziel ist es, eine Festkörperbatterie zu entwickeln, welche die zukünftigen Generationen der E-Falträder von Brompton versorgen kann und diese bereits 2027 in der Praxis zu testen. Den Einsatz von Festkörperbatterien in der Serienproduktion wirtschaftlich zu gestalten, wird dann wohl die nächste Herausforderung.














