Wie klang Musik vor über 2.000 Jahren? Ein Forschungsteam am MIT will genau das herausfinden – und nutzt dafür moderne Technologien wie CT-Scans und 3D-Druck, um antike Instrumente wieder spielbar zu machen.
So klingt die Vergangenheit
Gemeinsam mit dem Museum of Fine Arts (MFA) in Boston geht das Massachusetts Institute of Technology (MIT) der Frage nach, wie Musik früher geklungen hat. Hierfür erwecken Forscher historische Musikinstrumente durch moderne Technologien wieder zum Leben.
Die Forscher legen die Originale vorsichtig in einen CT-Scanner von Lumafield – zerstörungsfrei, ohne das geringste Risiko. Der erfasst jedes Detail, innen wie außen. Das Spannende für 3D-Druck-Kenner: Das MIT druckt keine direkten Kopien. Das Material würde den Klang verfälschen.
Stattdessen drucken sie Formen, die als Gussvorlage dienen. Daraus entstehen Repliken aus dem Originalmaterial – im Fall der Paracas-Flöte aus Keramik per Schlickerguss. Wie das genau funktioniert, zeigt dieses Video:
Mark Rau, MIT-Professor für Musiktechnologie, bringt es auf den Punkt: „I want to hear these instruments; I want to play these instruments.“ Genau das ist jetzt möglich.
Über 2.000 Jahre alte Paracas-Flöte zum Leben erweckt
Insgesamt wurden bereits etwa 30 Instrumente der Sammlung des MFA gescannt. Ziel ist es, im Laufe des Projekts mindestens 100 Instrumente zu scannen, zu dokumentieren und so zukünftige Forschungen zu unterstützen – darunter historische Violinen und mehr aus aller Welt. Die Scandaten werden dann genutzt, um die Instrumente sowohl physisch als auch digital zu rekonstruieren und ihre Form und ihren Klang originalgetreu wiederzugeben.
Das MIT hat beispielsweise bereits eine Nachbildung einer Paracas-Flöte erschaffen. Hierbei handelt es sich um ein Keramikartefakt aus Peru, das aus einer Zeit von 600 bis 175 v. Chr. stammt, also schon über 2.000 Jahre alt ist. Dieses uralte Instrument wurde bereits durch ein spielbares Replik zu neuem Leben erweckt, um zu verstehen, wie Menschen früher Musik erlebt haben.
Was bedeutet das für 3D-Druck-Fans?
Für eine Paracas-Flöte braucht es zwar MIT-Expertise und einen CT-Scanner. Aber das Grundprinzip – ein Objekt scannen, digital nachbauen und drucken – ist längst auch im Hobbybereich angekommen. Von praktischen Ersatzteilen bis zu kreativen Projekten zeigen Einsteiger-Drucker heute, was möglich ist.
Wer jetzt Lust bekommen hat, selbst loszulegen: In unserem Test zum Bambu Lab A1 zeigen wir, warum der Einstieg in den 3D-Druck noch nie so einfach war.














