Ein Fahrradschloss aus Stoff – 2015 klang das nach einer Schnapsidee. Zehn Jahre später tragen textile Schlösser die höchsten Sicherheitssiegel der Branche. Die Kategorie hat eine turbulente Geschichte hinter sich: vernichtende Tests, öffentliche Häme, ein handfester Shitstorm. Dass texlock und Litelok heute zu den sichersten Schlössern am Markt zählen, war lange Zeit alles andere als absehbar.
Von der Schnapsidee zum Shitstorm: 8 Sekunden reichten
Die Geschichte beginnt in Großbritannien. Professor Neil Barron, Luftfahrtingenieur und Absolvent des Royal College of Art, ärgert sich über sein gestohlenes Fahrrad in London. Seine Idee: Hightech-Fasern aus der Luft- und Raumfahrt für Fahrradschlösser nutzen. Im Dezember 2013 gründet er Litelok, im April 2015 startet die Kickstarter-Kampagne. Über 2.700 Bestellungen aus 57 Ländern gehen ein.
Parallel entwickeln in Leipzig zwei Produktdesignerinnen einen ähnlichen Ansatz. Alexandra Baum und Suse Brand gründen 2016 die texlock GmbH. Ihre Kickstarter-Kampagne im Februar 2017 sammelt über 280.000 Euro ein. Die Fachwelt ist skeptisch: Ein Schloss aus Stoff? Das kann man doch einfach durchschneiden.
Die Skeptiker sollten zunächst recht behalten. Als die Stiftung Warentest das erste texlock prüft, ist das Ergebnis verheerend. Mit einer handelsüblichen Baumarktsäge brauchen die Tester gerade einmal 30 Sekunden, um das Schloss zu durchtrennen. Ein YouTuber schafft es sogar in 8 Sekunden. Zusätzlich weisen die Prüfer Schadstoffe in der Ummantelung nach: Phthalat-Weichmacher und Naphthalin.
Der damalige Testbericht löst einen Shitstorm aus. In sozialen Medien häuft sich der Spott. Für das junge Leipziger Unternehmen ein schwerer Rückschlag – aber kein Grund aufzugeben.
Comeback mit Stahlkern: Vom Flop zum Diamond-Zertifikat
Das texlock-Team analysiert die Schwachstellen und entwickelt eine komplett überarbeitete Version. Der neue Aufbau kombiniert einen gehärteten Stahlkern mit mehreren Lagen Hightech-Textilfasern. Die patentierte HybridSecure-Technologie soll Angriffen mit Säge, Bolzenschneider und sogar Feuer standhalten.
Die Baumarktsäge? Keine Chance mehr. Unabhängige Tests bestätigen: Selbst nach mehreren Minuten intensiver Bearbeitung bleibt das Schloss intakt. Der Test der überarbeiteten Version fällt deutlich positiver aus als beim Vorgänger. Heute trägt das texlock eyelet mit D-Lock die höchsten Sicherheitszertifizierungen der Branche. Sold Secure Diamond bedeutet: geprüft gegen Winkelschleifer und Spezialwerkzeuge.

Die zusätzliche ART3-Zertifizierung bestätigt den Schutz für Fahrzeuge mit hohem Diebstahlrisiko. Auch das Litelok erreicht Sold Secure Gold. Zum Vergleich: Viele klassische Bügelschlösser schaffen nur die Silber-Stufe. Der aktuelle Test des Eyelet + D-Lock zeigt, wie weit die Technologie inzwischen gekommen ist.
970 Gramm, kein Klappern, versicherungstauglich: Die Alltagsvorteile
Neben der Sicherheit bieten textile Schlösser handfeste Alltagsvorteile. Das D-Lock-Bundle wiegt nur 970 Gramm und ist damit das leichteste Schloss in der Diamond-Klasse. Die Flexibilität des Textilseils ermöglicht das Anschließen an Laternen, Geländer oder Bäume, wo starre Bügelschlösser kapitulieren.
Die weiche Oberfläche schont den Lack und verhindert das nervige Klappern beim Transport. Für E-Bike-Besitzer relevant: E-Bike-Versicherungen verlangen oft Schlösser mit ART2- oder ART3-Zertifizierung. Das texlock erfüllt diese Anforderungen.
Bauhaus-Edition ab 99 Euro: Tex–Lock bringt Jubiläumsmodell
Zum zehnjährigen Jubiläum bringt texlock eine limitierte Sonderedition auf den Markt. Die Bauhaus-Jubiläumsedition entsteht in Kooperation mit der Stiftung Bauhaus Dessau, die gleichzeitig 2026 auch ihr 100-jähriges Bestehen feiert. Die klassischen Primärfarben Blau, Rot und Gelb finden sich in einer geometrischen Flechtstruktur wieder.

Die Edition ist in allen drei Modellen erhältlich: eyelet, orbit und mate. Das eyelet mit D-Lock erreicht dabei die höchste Sicherheitsstufe. Die limitierte Auflage ist ab sofort im texlock-Onlineshop verfügbar. Ein Teil der Erlöse fließt in ein pädagogisches Kita-Projekt in Leipzig.
Preise im Überblick
Das texlock eyelet mit D-Lock kostet 190 Euro (120 cm), die Variante mit U/X-Lock liegt bei 150 Euro. Das texlock orbit ist ab 129 Euro erhältlich, das mate ab 99 Euro. Mit dem Code wattmoves10 kannst du noch 10 Euro im Tex–Lock Shop sparen.














