Treten und der E-Motor hilft mit – dieses Prinzip kennen Millionen E-Bike-Fahrer. Der US-Hersteller Old Town überträgt es jetzt aufs Wasser: Das Sportsman EPDL ist ein Kajak mit Pedalantrieb und fünf Unterstützungsstufen. Für umgerechnet rund 5.200 Euro ist es allerdings kein Schnäppchen.
Pedalieren mit E-Motor jetzt auch auf dem Wasser
Elektroantriebe haben die Fahrradwelt verändert: Mehr als jedes zweite Fahrrad ist seit 2023 laut ZIV-Statistiken ein E-Bike. Elektromobilität wird immer günstiger und steigert die eigene Reichweite. Jetzt könnte der Trend auf dem Wasser weitergehen. Das Unternehmen Old Town stellt mit dem Sportsman EPDL ein Kajak mit E-Motor vor, das sich vor allem an Angler richtet.
Während E-Motoren immer häufiger an kleinen Schlauchbooten zum Einsatz kommen, geht Old Town nämlich einen Schritt weiter: Der Antrieb funktioniert als ein Hybrid aus Muskelpower und E-Motor. Um voranzukommen, können die Kapitäne die Pedale nutzen und werden dabei vom Elektroantrieb unterstützt. Wie an vielen E-Bikes gibt es zur Unterstützung fünf verschiedene Power-Assist-Modi, die entweder mehr Leistung liefern oder den Akku schonen.

Mit 720 Wh Kapazität ähnelt der Akku dem eines E-Bikes der oberen Preisklasse. In ruhigen Gewässern soll – je nach Unterstützungsstufe – eine Laufzeit von 3 bis 46 Stunden möglich sein. Davon können E-Biker nur träumen. Im Gegenzug sind sie jedoch wesentlich schneller unterwegs als die Boote, die meist unter 10 km/h fahren.
Ohne Führerschein übers Wasser: Was in Deutschland erlaubt ist
Anders als beim E-Bike, das hierzulande nur durch Pedalieren betrieben werden darf, kann der Motor am SUP oder Kajak außerdem ohne Muskelkraft genutzt werden. In Deutschland dürfen kleinere E-Motoren mit bis zu 7,5 kW an Booten, SUPs oder Kajaks auf den meisten Seen legal genutzt werden, auch ohne Bootsführerschein. Damit birgt die E-Bike-Technik in Wassersportgeräten Potential für weitere Segmente im Freizeitbereich.
Der Wassersport öffnet sich damit, wie zuvor der Radsport, allmählich für weitere Zielgruppen. Wenn sich ältere oder körperlich eingeschränkte Personen dank des E-Motors wieder selbstbewusst aufs Rad schwingen, könnte ein ähnlicher Effekt auf dem Wasser eintreten. Allerdings ist das E-Kajak von Old Town in Deutschland derzeit noch nicht erhältlich – und mit umgerechnet rund 5.200 Euro selbst im Ausland kein Schnäppchen.
E-Antriebe für SUPs und Schlauchboote auf langsamen Vormarsch
Dennoch gibt es auch in Deutschland immer mehr E-Antriebe für alles, was schwimmen kann. Das Unternehmen Okayak bietet beispielsweise zum Preis von 449 Euro Elektrofinnen mit integriertem Akku für SUPs an. Ein Vorteil der E-Motoren: Die Lärmbelästigung herkömmlicher Verbrennermotoren wird auf ein Minimum reduziert.
Andere Konzepte wie das Wasser-E-Bike, auf denen die Fahrer sitzen, haben wir in der Vergangenheit bereits vorgestellt. Selbst Decathlon hat vor zwei Jahren mit der Idee eines E-Bike-Katamarans gespielt. Von diesem Hydrobike haben wir seit der Konzeptphase leider nichts mehr gehört, doch vielleicht greift der Sportgigant das Projekt ja bald wieder auf, wenn die ersten E-Kajaks auch bei uns über die Seen und durch die Buchten cruisen.















