Eine neue Maschine aus Deutschland könnte eines der größten Rohstoffprobleme der Welt lösen – ganz ohne Bergbau und Umweltzerstörung. Ein innovatives Projekt einer deutschen Uni soll Ersatz für Seltenen Erden zutage fördern – allerdings nicht aus der Erde, sondern aus dem 3D-Drucker.
KI und die „hellste Röntgenröhre der Welt“: Das steckt in der LMD²-Maschine
Die Universität Kassel hat vor wenigen Tagen eine weltweit einzigartige Maschine namens LMD² feierlich in Betrieb genommen. Diese kann eine riesige Bandbreite an Materialien 3D-drucken sowie per KI und der hellsten Röntgenröhre der Welt deren Eigenschaften erfassen.

Die Forschungsanlage der Uni in Kassel soll bei der Entwicklung neuer Werkstoffe helfen. Sie verarbeitet sowohl Metall als auch Kunststoff. Über einen Laserstrahl werden Metallpulver oder -drähte schichtweise aufgeschweißt, wobei sich die chemische Zusammensetzung Schicht für Schicht verändern lässt. So können ganze Material-Bibliotheken in kürzester Zeit erzeugt werden, wirbt die Universität Kassel in einer Pressemitteilung zur Inbetriebnahme der innovativen Apparatur.
Das Ziel von LMD² ist beispielsweise neue Legierungen für eine nachhaltigere Industrie oder Ersatz für die weltweit so begehrten, aber limitierten und teuren Seltenen Erden zu entwickeln. Gelingt das Vorhaben, könnte die Problematik der seltenen und für Hightech so wichtige Elemente in Zukunft sinken – und damit auch die politisch brisante Abhängigkeit von China. Da erscheinen die gut 2 Millionen Euro für die Anlage, die im Rahmen einer bundesweiten Großgeräteinitiative der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert wurde, fast schon überschaubar.
Vom E-Bike bis zum Kampfjet: Wie diese Erfindung unsere Abhängigkeit von China beendet
LMD² ist derzeit eine einzigartige Anlage. Sie steht für eine Chance für den Standort Deutschland, im Bereich der Seltenen Erden und anderer Materialwissenschaft weltweit für Aufsehen zu sorgen – weg von China, hin zu selbstproduzierten Ersatzstoffen aus Deutschland. Dies könnte weitreichende Folgen für die gesamte Hightech-Industrie haben, die extrem abhängig ist von Seltenen Erden. Schließlich stecken diese heute in nahezu jedem technischen Produkt vom Smartphone über E-Autos und E-Bikes bis hin zu Militärtechnik.
Und LMD² ist auch ein weiterer Beweis, dass 3D-Drucker gemeinsam mit KI die Welt Stück für Stück verändern. Bereits heute sind sie aus vielen Bereichen der Fertigung, Entwicklung und Ersatzteilbeschaffung nicht mehr wegzudenken. So kommen sie beispielsweise im Bereich der Luft- und Raumfahrt, der Medizintechnik oder dem Maschinenbau zum Einsatz, von vielen privaten Anwendern wie uns ganz zu schweigen. Sogar Schuhe können mittlerweile mit dem 3D-Drucker erzeugt werden, wie ein innovatives Start-up aus Deutschland zeigt.














