Tenways hat sich in den vergangenen Jahren einen Namen gemacht, indem die Marke hochwertige E-Bikes zu Preisen anbot, die deutlich unter denen der etablierten Konkurrenz lagen. Das Erfolgsrezept: Premium-Ausstattung wie Gates-Riemenantrieb und Drehmomentsensor, kombiniert mit günstigen Motoren von Mivice, Bafang oder aus eigener Entwicklung.
Jetzt kündigt Tenways an, künftig auf Bosch-Systeme zu setzen – und das ändert die Spielregeln grundlegend. Ein erstes Teaser-Bild zeigt einen neuen, dunkel-burgunderfarbenen Rahmen mit integriertem Bosch-Mittelmotor. Was steckt hinter dem Strategiewechsel?
Bosch Performance Line statt Bafang und Mivice
Im neuen Modell kommt die Bosch Performance Line zum Einsatz. Der Mittelmotor leistet 75 Newtonmeter Drehmoment und gehört zu den meistverwendeten Antrieben der E-Bike-Branche. Zum Vergleich: Der bisher stärkste Tenways-Antrieb war der Bafang M410 im AGO X mit 80 Newtonmetern.
Auf dem Papier hat der Bafang also sogar mehr Drehmoment – doch in der Praxis gilt der Bosch-Motor als deutlich ausgereifter, leiser und besser im Ansprechverhalten. In der leichten CGO-Serie setzte Tenways bisher auf Mivice-Nabenmotoren und den selbst entwickelten C9-Motor mit 45 Newtonmetern.
Beim CGO009 wagte Tenways den Schritt zur eigenen Motorentwicklung – ein klares Zeichen, dass die Marke den Antrieb als strategisches Kernthema betrachtet. Der Wechsel zu Bosch ist damit der größte technische Sprung in der Geschichte der Marke und ein Signal: Tenways will raus aus der Budget-Ecke und rein in den Mainstream.
Was bedeutet der Wechsel für die Preise?
Genau hier liegt die spannende Frage. Tenways konnte den AGO X bisher für 2.399 Euro anbieten – vergleichbare E-Bikes mit Bosch-Mittelmotor kosten bei anderen Herstellern schnell 3.000 Euro und mehr. Der niedrige Preis war nur möglich, weil Tenways auf günstige Antriebe setzte und den Vertrieb größtenteils online abwickelte.
Mit einem Bosch-Motor steigen die Komponentenkosten deutlich. Ob Tenways diesen Aufpreis auffangen kann oder an die Kundschaft weitergibt, ist die entscheidende Frage. „Dies stellt einen wichtigen Schritt dar, um unser Produktangebot weiter zu stärken und unsere Marke auf die nächste Stufe zu heben“, sagt Amir Fazeli, General Manager von Tenways EU.
Die Zusammenarbeit mit Bosch bringe nicht nur technische Vorteile, sondern auch Zugang zu einem der größten Service-Netzwerke der Branche. Tenways verfügt mittlerweile über mehr als 1.500 stationäre Händler und zertifizierte Servicezentren in ganz Europa – ein Bosch-Motor passt zu dieser Strategie, denn Bosch-Service gibt es an fast jeder Ecke.
Neues Modell kommt nächste Woche
Noch hält sich Tenways mit Details zum neuen Modell zurück. Weder der Name noch der Preis oder die vollständige Ausstattung sind bisher bekannt. Fest steht nur: Das erste Tenways-Modell mit Bosch-Antrieb wird nächste Woche offiziell vorgestellt. Dann wird sich zeigen, ob Tenways auch mit Premium-Motor noch ein Preisbrecher bleibt – oder ob die Marke einen neuen Weg einschlägt.














