Die Spritpreise steigen auf ein Rekordhoch und die Politik scheint machtlos. Wir zeigen, wie viel Geld sich mit einem Longtail-E-Bike sparen lässt und stellen drei Modelle mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis vor. Aber kann ein Rad das Auto im Familienalltag wirklich ersetzen?
Spritpreise machen alternative Antriebe attraktiver
Mit weit über 2 Euro pro Liter halten sich Benzin- und Dieselpreise aktuell auf einem historischem Rekordhoch. Die Blockade der Straße von Hormus lässt die Ölpreise weltweit in die Höhe schießen. Ein baldiges Ende der iranischen Reaktion auf die Angriffe durch die USA und Israel ist nicht in Sicht.
Die hohen Preise zeigen erneut, dass eine Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen aus anderen Ländern zum Problem werden kann. Nicht in allen Branchen gibt es derzeit einen Ausweg, doch im privaten Bereich kann man sich durch alternative Antriebe vor Preisschwankungen schützen.
Auto auch mal stehen lassen: E-Bike kann jährlich hunderte Euro sparen
Eine Möglichkeit ist der Umstieg aufs E-Bike – auf Strecken, bei denen es möglich und sinnvoll ist. Mit Longtail-Bikes können Einkäufe erledigt und der Nachwuchs umhergefahren werden. Ein extra langes Heck ermöglicht den Transport von Passagieren auf einer Sitzbank oder Ladungen in Transportboxen.
Dabei ist der Kostenfaktor pro Kilometer um ein Vielfaches kleiner: Statt 15 Euro pro 100 km kostet das E-Bike selbst bei einem hohen Verbrauch von etwa 1 kWh pro 100 km, abhängig vom Stromtarif, etwa 37 Cent pro 100 km. Das sind 2,5% der Kosten eines Verbrenners.

Bei einer täglichen Strecke von 40 km für Kita und Arbeitsweg an Werktagen ergäbe das monatlich etwa 120 Euro fürs Auto und knapp 3 Euro für das E-Bike. Selbst wenn man an regnerischen Tagen weiterhin das Auto nutzt, lassen sich so einige hundert Euro im Jahr sparen – vom Nutzen für Fitness und Gesundheit ganz zu schweigen.
Besonders, wer über einen Zweitwagen nachdenkt, könnte auch ein geräumiges E-Bike in Betracht ziehen. Laut Berechnungen des ADAC liegen beim Neufahrzeug die tatsächlichen monatlichen Kosten eines Autos inklusive Wertverlust bei mindestens 400 Euro pro Monat, in den meisten Fällen jedoch bei 600 bis 2000 Euro – und das, ohne die hohen Spritpreise einzurechnen.
Drei günstige E-Longtails gegen hohe Spritkosten
Sollte der Platz in der Garage also eher für ein Longtail genutzt werden? Und lohnt es sich ohnehin, eines der E-Bikes mit Transportbox oder Sitzbank zu kaufen? Je günstiger der Preis und je öfter es anstelle des Autos genutzt wird, desto schneller amortisiert sich das Longtail-E-Bike. Hier stellen wir deshalb drei Modelle aus unterschiedlichen, aber günstigen Preisklassen vor, mit denen man sich ein Stück weit aus der Krise radeln kann.
1. Tenways Longtail Duo: die vielseitige Familienkutsche
Wer ein hochwertiges Longtail-E-Bike sucht, das dennoch für einen moderaten Preis zu haben ist, sollte sich das Tenways Longtail Duo genauer ansehen. Schon in vielen E-Bike-Tests haben wir die relativ günstigen E-Bikes von Tenways gelobt – das Longtail Duo ist dabei keine Ausnahme. Das E-Bike erlaubt eine Zuladung von insgesamt 220 kg, davon 50 kg auf der Rückbank mit zwei Sitzplätzen.
Der Bafang Mittelmotor mit 80 Nm Drehmoment sorgt dafür, dass man auch unter Last gut von der Stelle kommt. Versorgt wird er von einem entnehmbaren 720-Wh-Akku im Unterrohr. Riemenantrieb und eine stufenlose Nabenschaltung sorgen für hohen Komfort und wenige Wartungsintervalle.
Das Bike hat sich in unserem Praxistest sogar auf einer mehrtägigen Camping-Tour als verlässlicher Begleiter entpuppt. Stauraum, Handling und Power ergeben einen hervorragenden Mix für den Familienalltag – und darüber hinaus. Das Tenways Longtail Duo gibt es im Webshop von Tenways derzeit ab 3.499 Euro.

2. Decathlon E-Longtail: modulares Lastenrad der Mittelklasse
Etwas günstiger zeigt sich das neue E-Longtail von Decathlon für 2.699 Euro. Auch auf dem Three 500 finden zwei kleine Passagiere auf der Rückbank Platz. Mit einem 711-Wh-Akku gibt es auch hier mehr als ausreichende Reichweite für den Alltag. Der Motor ist mit 60 Nm Drehmoment für einen Heckantrieb ziemlich stark und dürfte damit für den auch unter Last für starken Schub sorgen.
Das Decathlon Three 500 hat ein Eigengewicht von 39 kg und erlaubt zusätzliche 170 kg Traglast, davon 80 kg am Heck. Mit dem B’Clip-System kann es außerdem mit unterschiedlichen Transportmodulen für den flexiblen Einsatz als Lastenrad ausgestattet werden. Transportboxen, Fahrradkörbe oder eine Rückbank für den Nachwuchs lassen sich mit wenigen Klicks anbringen.

3. Fiido T2 Longtail: Preiskracher mit viel Power
Knapp 1.000 Wh im Akku und ein Heckmotor mit 55 Nm Drehmoment: Im Fiido T2 Longtail-E-Bike steckt viel Power. Der Heckmotor wird über einen Drehmomentsensor gesteuert und bietet dadurch ein intuitives Fahrgefühl, wie wir auch in unserem Test des Fiido T2 Longtail bestätigen konnten. Bei der 7-Gang-Kettenschaltung setzt Fiido auf den Markenhersteller Shimano, gebremst wird auf verlässlichen hydraulischen Scheibenbremsen unbekannten Ursprungs.
Trotz der vielversprechenden Komponenten gibt es das Longtail derzeit bereits ab 1.499 Euro im Shop von Fiido. Hinsichtlich des Preis-Leistungs-Verhältnisses ist dieses Longtail-E-Bike derzeit ungeschlagen. Allerdings gibt es ein kleines, problematisches Detail: Bei unserer Testversion konnten wir kein vorgeschriebenes CE-Zeichen am Rahmen finden.

Vorteile von Longtail-E-Bikes vor allem auf kurzen Strecken in der Stadt
Neben unseren drei Kauftipps gibt es noch etliche weitere Longtail-E-Bikes, denn viele Hersteller haben erkannt, dass Alltagstauglichkeit sich auch mit kompakten Maßen, ohne breite XXL-Transportboxen, erreichen lässt. Kein Wunder, dass das Longtail-E-Bike bei uns auch in den E-Bike-Trends 2026 auftaucht.
Dank ihrer relativ kompakten Form lässt sich mit Longtails überall ein Parkplatz finden und auch auf engen Radwegen ist im Gegensatz zu klassische Lastenrädern genug Platz. Für innerstädtische Wege, Fahrten zur Kita und zur Schule, Einkaufsfahrten und kleine Ausflüge ist das Longtail wie gemacht. Für lange Strecken und bei Dauerregen ist das Bike jedoch weniger gut geeignet. Entsprechend ist auch die maximale Reichweite nicht immer der wichtigste Kritikpunkt. Komfort und Fahrgefühl sowie ein smarter, modularer Aufbau, der Einkäufe und Beifahrer erlaubt, spielen die Stärken des Longtails aus.














