Der ungewöhnliche Elektroroller Lightfoot ist nicht mehr nur ein Konzept: Hersteller Otherlab liefert nach eigenen Angaben inzwischen die ersten Fahrzeuge aus. Die auf 100 Stück begrenzte Launch Edition kostet 4.495 US-Dollar und lässt sich zunächst gegen 100 Dollar reservieren.
Lightfoot: Solar-Roller geht als Kleinserie an den Start
Der Lightfoot kombiniert zwei Radnabenmotoren mit integrierten Solarmodulen. Die beiden Motoren leisten laut Hersteller jeweils 750 Watt, in der Spitze sind es je 1.000 Watt. Damit erreicht das Fahrzeug knapp 32 km/h, passt dadurch aber zumindest vorerst nicht in den europäischen Markt. Der 1,56-kWh-Akku soll eine Reichweite von rund 60 Kilometern ermöglichen.
Neu ist vor allem, dass Otherlab nach der Ankündigung von 2024 nun von laufenden Auslieferungen spricht. Die erste Charge umfasst 100 Fahrzeuge in einer einheitlichen blau-orangefarbenen Ausführung. Interessenten kaufen den Lightfoot aber nicht einfach ab Lager: Eine vollständig erstattbare Reservierung über 100 Dollar sichert zunächst einen Platz in der Warteschlange.

Solarmodule liefern bis zu 29 Kilometer am Tag
Das Besondere bleiben auch bei der Serienversion die beiden großen Solarmodule mit zusammen 240 Watt Spitzenleistung. Bei voller Sonne sollen sie laut aktuellem Hersteller-Datenblatt bis zu 29 Kilometer zusätzliche Reichweite pro Tag erzeugen. Das ist ein Idealwert und keine Garantie: Wie viel Energie tatsächlich im Akku landet, hängt von Wetter, Jahreszeit, Standort und Ausrichtung zur Sonne ab.
Interessant ist das Konzept trotzdem. Denn wer täglich nur kurze Strecken fährt und den Roller regelmäßig in guter Sonne abstellt, könnte den verbrauchten Strom weitgehend solar nachladen. Für längere Fahrten oder graue Tage bleibt das integrierte Ladegerät.
Eine vollständige Ladung an einer normalen US-Steckdose dauert laut Hersteller rund vier Stunden. Die regenerativen Bremsen speisen beim Ausrollen und Bremsen zusätzlich Energie in die Batterie zurück.
45 Liter Stauraum im wetterfesten „Kofferraum“
Neben der Solartechnik will der Lightfoot auch praktisch sein. Hinter den seitlichen Modulen befindet sich ein abschließbares, wetterfestes Staufach mit 45 Litern Volumen. Laut Hersteller passen drei große Einkaufstüten hinein, aber maximal bis 20 Kilogramm.

Der Rahmen besteht aus Aluminium, die Sitzbank bietet Platz für zwei Personen. Mit 64 Kilogramm ist der Lightfoot allerdings deutlich schwerer als ein typischer E-Scooter. Das aktuelle Gewicht und der 45-Liter-Stauraum haben sich wohl während der Entwicklung geändert – und korrigieren zwei Angaben aus der ursprünglichen Vorstellung des Fahrzeugs.
Für Deutschland ist der Lightfoot so nicht gedacht
Der Launchpreis liegt bei 4.495 US-Dollar einschließlich Lieferung. Laut den Verkaufsbedingungen sind die Käufe für eine Endlieferung innerhalb der USA vorgesehen. Einen Marktstart oder eine angepasste Version für Deutschland hat der Hersteller bislang nicht angekündigt.
Hierzulande wäre die Nutzung ohnehin problematisch. Der Lightfoot fährt bis zu 32 km/h, besitzt keine Pedale und passt damit weder als Pedelec noch als gewöhnlicher E-Scooter in die üblichen deutschen Fahrzeugklassen.
Damit bleibt der Lightfoot vorerst ein spannendes Projekt für sonnige US-Staaten. Die Kleinserie zeigt jedoch, dass das Konzept den Sprung aus der Ankündigung in die Auslieferung geschafft hat. Das große Versprechen vom Fahren ohne Steckdose gilt aber nur eingeschränkt: Solarstrom kann den Alltagseinsatz deutlich verlängern, die Steckdose mit dem aktuellen Stand der Technik aber noch nicht vollständig ersetzen.











