Nach der Beinahe-Pleite von Cowboy warteten tausende Kunden vergeblich auf ihre bezahlten E-Bikes. Jetzt tauchen plötzlich die ersten Lieferungen auf. Schafft die Kultmarke das Comeback?
Cowboy-Kunden verzweifelten: Bestellte E-Bikes wurden nicht ausgeliefert
Wattmoves-Leser Wolfgang glaubte kaum noch an einen positiven Ausgang: Über ein Jahr wartete er bereits auf die Auslieferung seines Cowboy-E-Bikes. Doch vergeblich: Der belgische Hersteller war in finanzielle Schwierigkeiten geraten und stellte vorerst die Auslieferungen ein. Um die 2.400 Kunden sahen weder ihr Geld zurück noch erhielten sie eines der gewünschten E-Bikes.
Die Entwicklung von Cowboy ist kein Einzelfall. In den letzten Jahren sind viele Start-ups aus der Urban-E-Bike-Szene pleite gegangen – unter anderem das durch Joko Winterscheidt bekannte Unternehmen Sushi und der einstige E-Bike-Pionier VanMoof. Ähnlich wie VanMoof investierte auch Cowboy zunächst viel Aufwand ins Marketing: Überall im Web fand man noch vor einigen Jahren die Werbebanner der cleanen und urbanen E-Bikes.
Doch genau wie VanMoof stürzte auch Cowboy allmählich ab. Nachdem die Modellreihe Cowboy C4 ST aufgrund der Gefahr von Rahmenbrüchen zurückgerufen werden musste, brach der Umsatz ein und der Schuldenberg wuchs auf eine mittlere zweistellige Millionenhöhe.

Cowboy-Kunden erhalten erste E-Bikes
Ende 2025 gab es dann doch einen Hoffnungsschimmer: Die ReBirth-Gruppe, die schon einigen anderen Fahrradmarken unter die Arme gegriffen hat, spendierte Cowboy eine ordentliche Finanzspritze – im Gegenzug zu 80 Prozent der Anteile an dem Unternehmen.
Seit Beginn dieses Jahres läuft auch die Produktion im französischen Romilly-sur-Seine wieder an und die ersten Cowboys rollten zu den Kunden. Darunter auch Wattmoves-Leser Wolfgang „Ich habe 13 Monate auf mein bereits bezahltes Cowboy-Bike gewartet“, informiert er uns. „Jetzt plötzlich und unverhofft ist es angeliefert worden.“ In einer Pressemitteilung gab Cowboy Mitte Februar 2026 an, bereits 90 Prozent der ausstehenden Lieferungen durchgeführt zu haben.
Preis und Alternativen: Lohnt sich das Cowboy für 3.299 Euro noch?
Wie zufrieden Wolfgang mit dem Cowboy-E-Bike ist, hat er uns bislang nicht mitgeteilt. Doch kann man sich jetzt noch ruhigen Gewissens eines der E-Bikes zulegen? Die drohende Pleite des Unternehmens stand, abgesehen von den Rahmenbrüchen der ST-Version, vor allem im Zusammenhang mit hoher Verschuldung – nicht mit schlechten E-Bikes.
Nach wie vor kann Cowboy mit einem gut vernetzten, urbanen Bike mit cleanem Design punkten. Auf seiner Website verspricht Cowboy aktuell eine Lieferung der E-Bikes innerhalb von 10 Tagen. Der Preis beträgt 3.299 Euro.

Andererseits gibt es am Markt auch günstige Alternativen: VanMoof hat die Kurve bekommen und im Sommer 2025 sogar seine neuen Modelle S6 und S6 Open vorgestellt. Das Tenways CGO009 setzt ebenfalls auf smarte Integration, GPS-Diebstahlschutz und steht dem Cowboy optisch in nichts nach. Im Shop von Tenways kostet das Bike derzeit nur 2.199 Euro.
Noch günstiger ist das Ado Air 30, das weniger Konnektivität bietet, dafür aber mit einer 2-Gang-Automatik ausgestattet ist. Das Modell hat sich in unserem Praxistest als komfortables Stadt-Bike erwiesen und ist im Shop von Ado derzeit ab 1.699 Euro zu haben.














