Mobile Wallboxen wirken auf den ersten Blick oft wie eine Nischenlösung: ein bisschen für die Garage, ein bisschen für Reisen, ein bisschen als Notfall-Ladegerät. Doch eigentlich steckt mehr dahinter, denn unkomplizierter geht’s kaum. Getestet habe ich die 22-kW-Variante von Depow, die es daneben auch als 11-kW-Version gibt. Eine mobile Wallbox, die nur 249 Euro kostet und alle grundlegenden Funktionen gut beherrscht. Wo die Wallbox liefert und wo du Abstriche machen musst, klärt dieser Test.
Schon beim Auspacken wirkt die Box durchdacht
Zugegeben, ich hatte bei dem eher günstigen Preis der Box keine allzu hohen Erwartungen. Doch ich habe auch ein Faible für ein gutes Preis-Leistungsverhältnis und war deshalb besonders gespannt. Denn meine bisherige go-e Gemini flex Wallbox, die das gleiche Konzept verfolgt, ist, was den Preis betrifft, deutlich höher angesiedelt.
| Produktdetails | |
|---|---|
| Produkt: | Depow Mobile Wallbox |
| Leistung: | 22 kW / 11 kW |
| Typ: | Wallbox mit Typ-2 Steckdose für AC-Laden |
| Ladestrom: | einstellbar |
| Anschluss: | CEE rot 16 A (11 kW) / 32 A (22 kW) |
| Konnektivität: | Tuya-App, RFID Karten |
| Lieferumfang: | Tasche, Montageplatte, Steckerhalter, Adapterset |
| Sicherheit: | Typ B 30mA AC + DC 6mA Sicherung |
| Preis: | 249,95 Euro – 329,95 je nach Variante |
Ein erster positiver Eindruck entsteht bei der Depow tatsächlich schon beim Auspacken. Die Station kommt in einer schlichten Pappverpackung, die ohne unnötiges Plastik auskommt und überraschenderweise mit einer praktischen Aufbewahrungstasche. Gerade bei einer mobilen Wallbox ist das mehr als nur ein nettes Gimmick, da so ein Gerät eben nicht zwangsläufig dauerhaft an der Wand bleibt, sondern auch mal im Kofferraum landet.

Der Lieferumfang kann sich sehen lassen. In meinem Testpaket lagen nicht nur Montagematerial, Halteplatte und 3 RFID-Chips, sondern auch eine separate Halterung für einen Typ-2 Stecker. Das ist kein spektakuläres Feature, im Alltag aber die Art von Detail, die eine Ladeecke in der Garage aufgeräumt hinterlässt. Für eine vergleichsweise günstige mobile Wallbox ist das Paket daher auffallend komplett.


Wenn du das Set mit Adapterkabeln wählst, liegen außerdem noch Adapter für einen blauen CEE-Stecker (16 A), für Schuko und je nach Variante für CEE rot 16 oder 32 A im Paket.
Beide Varianten (11 kW & 22 kW) sind nach Herstellerangaben bei Funktion und Aufbau weitgehend gleich, unterscheiden sich also lediglich beim Anschluss und der maximalen Leistung. Die Box sieht relativ unspektakulär aus und ist eher funktional gestaltet. Für den Außeneinsatz ist die Box nach IP54 (Staub- und Spritzwasser) geschützt.
Im Carport ist das kein Problem, an der witterungsanfälligen Stellen sollte sie jedoch nicht eingesetzt werden. Hier sind Geräte ab Schutzklasse IP65 besser geeignet.
Bedienung direkt an der Station
Was mir an der Depow direkt gut gefällt, ist nicht die App, sondern eher das Gegenteil. Die Wallbox lässt sich vernünftig direkt am Gerät bedienen und bietet dafür ein übersichtliches Display. Es zeigt alle wesentlichen Informationen an und über eine Taste lassen sich Ladestrom und Timer einstellen. Bei der 22-kW-Version aus dem Test geht das von 6 bis 32 A, bei der 11-kW-Version von 6 bis 16 A.
Auch wenn smarte Vernetzung in meinem Alltag eine große Rolle spielt, der pragmatische Ansatz der Depow Box gefällt mir trotzdem ziemlich gut. Bei der täglichen Benutzung ist das nämlich ein echter Vorteil, weil es genügend Wallboxen gibt, die an der Station selbst kaum mehr als einen Statusring bieten.
Die Depow ist direkt selbsterklärend: Stecker rein, Stromstärke wählen, laden startet und funktioniert ohne App oder lange Einrichtung. Gerade wenn die Box wirklich mobil genutzt wird oder mehrere Personen damit laden, ist es sinnvoll, wenn die Box auch ohne WLAN funktioniert.
Alltagstest: 22-kW-Version flexibel und unauffällig
Für den Test habe ich die 22-kW Version an einer 16-A-CEE-Dose in der Garage getestet. Dafür kam der beiliegende Adapter von 32 A auf 16 A zum Einsatz. Wichtig im Alltag: Die maximale Leistung auf dem Datenblatt ist oft weniger entscheidend als die Frage, wie sauber sich die Box an vorhandene Infrastruktur anpassen lässt. Denn dann brauchst du keinen Montagetermin, keinen Elektriker und kannst direkt loslegen.
Mein Testfahrzeug war ein Mitsubishi Outlander PHEV, der AC-seitig nur mit 16 A beziehungsweise rund 3,7 kW laden kann. Also an der Station 16 A eingestellt, das Auto angeschlossen und der Ladevorgang beginnt sofort. Den Plug-and-Play-Anspruch erfüllt die Depow Wallbox also ziemlich gut.
Auch den E-Golf meiner Nachbarin hat die Station problemlos geladen. Allerdings ebenfalls nur einphasig. Mehr Power stellt die Depow nur bei Fahrzeugen zur Verfügung, die dreiphasig laden können.

Natürlich reizt das die 22-kW-Hardware nicht ansatzweise aus und in vielen Haushalten ist die 11 kW Variante vermutlich interessanter. Mal ganz davon abgesehen, dass es derzeit ohnehin nur wenige Fahrzeuge gibt, die mit 22 kW AC laden können. Es zeigt dennoch, dass auch das größere Gerät abwärtskompatibel ist und als flexible und solide AC-Ladestation eine gute Figur macht.
Für den Anschluss am Auto stellt die Depow Box eine Typ-2 Buchse bereit. Ein Kabel zum Auto ist nicht enthalten und kann so individuell auf die Gegebenheiten vor Ort abgestimmt werden.
App ist nützlich, aber kein Highlight
Per WLAN lässt sich die Depow mit der Smart-Life-App von Tuya verbinden. Das ist funktional, aber nicht besonders elegant. In meinem Test war die Einbindung etwas hakelig, weil der in der Anleitung beschriebene Weg nicht sauber funktioniert hat. Erst nachdem ich mein Smartphone direkt mit dem WLAN der Box gekoppelt hatte, wurde die Station korrekt gefunden.
Danach zeigt die App alle interessanten Werte wie Ladestatus, Ladezeit, geladene Kilowattstunden, Spannung, Stromstärke und aktuelle Leistung an. Außerdem lassen sich Ladestrom und Zeitplan anpassen, der RFID-Modus aktivieren und die Ladehistorie einsehen.


Für kleine Datennerds wie mich steht die Ladehistorie zusätzlich als CSV Export zur Verfügung. Für eine günstige mobile Wallbox ist das absolut in Ordnung. Gleichzeitig kommt man aber auch schnell an Grenzen: Eine tiefere Energie- oder PV-Logik bringt die Depow ab Werk nicht mit. Wer Überschussladen oder komplexe Automationen umsetzen will, muss sich hier selbst behelfen.
Dachte ich zumindest – denn ich wollte testen, ob ich per Home Assistant (Smart-Home Steuerung) eine Automation zum Überschussladen bauen kann. Für Tuya-Geräte besteht nämlich eine Home Assistant Integration, doch die Wallbox wird leider aktuell nicht unterstützt. Ergo, sie kann nicht in Automationen eingebunden werden – schade.
In der Smart-Life-App lassen sich jedoch auch direkt einfache Automationen erstellen. Ich habe daher versucht, die Wallbox wenigstens über Tag während der Sonnenstunden ein- und auszuschalten.
Die App gibt das zwar her, in der Praxis funktioniert das in meinem Test aber auch nicht zuverlässig. Stecke ich das Auto außerhalb der Schaltzeiten ein, startet der Ladevorgang trotzdem. Hier müsste man also einen Shelly oder Ähnliches davorschalten, um die Stromzufuhr zur Box zu steuern.
11 kW oder 22 kW: unnötige Reserve oder sinnvolle Wahl?
Der entscheidende Punkt bei der Anschaffung einer Wallbox ist aus meiner Sicht, welche Variante für welche Anwendung wirklich Sinn ergibt. Die 11-kW-Version ist für viele Privatnutzer wahrscheinlich die naheliegende Wahl. Der größte Vorteil ist der direkte CEE-16A-Anschluss, was im privaten Umfeld deutlich verbreiteter ist als CEE 32 A.
Außerdem laden viele Elektroautos AC-seitig ohnehin nur mit 11 kW, zahlreiche Plug-in-Hybride sogar nur mit 3,7 oder 7,4 kW. In solchen Fällen bringt die 22-kW-Version im Alltag schlicht keinen Vorteil.
Die 22-kW-Version lohnt sich dagegen vor allem dann, wenn ein passender 32-A-Drehstromanschluss und ein Fahrzeug mit 22-kW-AC-Onboard-Charger vorhanden ist. Auch dann stellt sich allerdings die Frage, ob die höhere AC-Leistung wirklich gebraucht wird.
Die 22-kW-Variante ist jedoch die flexiblere Lösung. Denn alles, was die 11 kW kann, kann die 22 kW Box auch. E-Autos werden sich außerdem weiterentwickeln und künftig vermutlich höhere Ladeströme vertragen.
Falls also irgendwann ein leistungsstärkeres E-Auto dazukommt, müsste ich nur ein dickeres Kabel in die Garage legen und nicht die ganze Hardware tauschen. Bei nur 30 Euro Preisunterschied hätte ich als Käufer also wahrscheinlich trotzdem die 22-kW-Box gekauft.

Zur Einordnung gehört aber noch ein wichtiger Teil: Laut Bundesnetzagentur müssen private Ladeeinrichtungen mit mehr als 4,2 kW beim Netzbetreiber gemeldet werden. Zudem gilt: Für Wallboxen mit einer Leistung über 11 kW ist die Zustimmung des Netzbetreibers erforderlich.
Die 11-kW-Variante ist aus diesem Grund organisatorisch meist einfacher. Es ist zwar ebenfalls kein völlig formloses Plug-and-Play-Gerät, aber es bedarf lediglich einer Meldung.
Wer dagegen die 22-kW-Version fest oder regelmäßig an einem geeigneten Anschluss nutzen will, müsste das also theoretisch mit seinem Netzbetreiber absprechen. Rechtlich gilt: Auch gedrosselt bleibt es hardwareseitig eine 22-kW-Anlage und ist genehmigungspflichtig.
Hinweis: Seit 2024 müssen neu installierte Wallboxen nach § 14a EnWG steuerbar (netzdienlich) sein. Das bedeutet, dass der Netzbetreiber die Leistung der Wallbox zu bestimmten Zeiten drosseln kann. Bei mobilen Wallboxen kommt es darauf an, ob sie dauerhaft einem Netzanschlusspunkt zugeordnet sind, um unter diese Regelung zu fallen. Die Depow Mobile Wallbox bietet hierfür jedenfalls keine Schnittstelle.
Fazit: Lohnt sich der Kauf?
Im Kern ist die Depow eine erfrischend unkomplizierte Wallbox. Sie ist schnell einsatzbereit, ordentlich ausgestattet und im Testzeitraum von mehreren Wochen bislang zuverlässig. Das Display und die lokale Bedienung sind echte Pluspunkte, ebenso wie der umfangreiche Lieferumfang.
Auch die Flexibilität, die Box bei Bedarf an die Wand zu hängen und genauso schnell wieder mitzunehmen, gefällt mir. Die Schwächen liegen vor allem im Detail. Bei der Smartness und der App-Anbindung ist die Depow klar eher funktional als ausgefuchst.
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| ⬆ umfangreicher Lieferumfang | ⬇ keine Energiemanagement-Logik |
| ⬆ Bedienung am Gerät | ⬇ App nur Basic-Funktionen |
| ⬆ Plug-and-Play Eindruck | |
| ⬆ flexible Nutzung | |
| ⬆ preislich attraktiv |
Unterm Strich hat mich die Depow Mobile Ladestation positiv überrascht. Vor allem, weil sie genau die Dinge gut macht, die bei einer mobilen Wallbox entscheidend sind: einfacher Anschluss, direkte Bedienung und Funktion ohne Drama.
Im Kern kommt der Preisunterschied zu teureren Geräten wie der go-e Gemini Flex (ca. 550 Euro) aber nicht von ungefähr. Die ist zum Beispiel § 14a EnWG konform, mit Schutzklasse IP65 auch für den Außenbereich geeignet und unterstützt Überschussladen.
Welche Variante ist die richtige? Für die meisten privaten Nutzer mit vorhandener CEE-16A-Infrastruktur, normalem Ladebedarf und einem Auto mit maximal 11 kW AC ist die 11-kW-Version die vernünftigere Wahl. Sie passt gut zu den meisten Fahrzeugen, ist regulatorisch einfacher einzuordnen und dürfte im Alltag meist keinen spürbaren Nachteil haben. Die 22-kW-Version ist dagegen die richtige Option für Nutzer mit vorhandenem CEE 32 A oder zukünftigen Plänen, was das zu ladende Fahrzeug betrifft.














