Der Durchschnittspreis für E-Bikes in Deutschland ist das zweite Jahr in Folge gesunken. Doch Branchenexperten warnen: Die Schnäppchen-Phase könnte bald vorbei sein. Wir ordnen die neuen Zahlen ein und zeigen, wo sich der Einstieg jetzt lohnt.
Die neuen ZIV-Zahlen: Durchschnittspreis fällt das zweite Jahr in Folge
Der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) hat heute in Berlin die offiziellen Marktdaten für das Geschäftsjahr 2025 vorgestellt. Das Ergebnis: Wer sich im vergangenen Jahr ein E-Bike gekauft hat, hat im Schnitt 2.550 Euro bezahlt. Das sind 3,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Damit setzt sich ein Trend fort, der bereits 2024 eingesetzt hat. Noch 2023 lag der Durchschnittspreis auf seinem Allzeithoch von 2.950 Euro. Innerhalb von nur zwei Jahren ist er damit um fast 400 Euro gefallen.
Insgesamt wurden 2025 rund 2 Millionen E-Bikes in Deutschland verkauft, leicht weniger als die 2,1 Millionen im Vorjahr. Auch bei klassischen Fahrrädern ohne Motor blieb der Durchschnittspreis mit 500 Euro stabil. Laut ZIV gab es aber auch hier wegen hoher Lagerbestände kräftige Rabatte. Gegenläufig wirkte der anhaltende Boom bei teuren Renn- und Gravelbikes, der den Durchschnitt nach oben zog. Die vollständige Branchenentwicklung der Vorjahre hatten wir bereits im Detail beleuchtet.
Warum die Schnäppchen-Phase bald vorbei sein könnte
Hinter den sinkenden Preisen steckt vor allem ein Problem der Branche: Während der Corona-Pandemie haben Hersteller massiv produziert, um die explodierende Nachfrage zu bedienen. Als die abflaute, blieben die Lager voll. Gleichzeitig drücken neue Marken aus Asien wie Fiido, Touroll oder Engwe mit E-Bikes für unter 1.000 Euro das Preisniveau. Das Ergebnis: Händler mussten Vorjahresmodelle teils mit massiven Rabatten abverkaufen.
Doch genau diese Dynamik könnte sich 2026 drehen. Die Branche hat ihre Produktion bereits deutlich zurückgefahren, die Lagerbestände schrumpfen. Wenn weniger Räder auf den Markt kommen, dürften auch die Rabatte kleiner werden. Branchenbeobachter rechnen damit, dass die Preise für E-Bikes ab 2026 wieder anziehen könnten. Der ZIV selbst sieht Anzeichen für eine Normalisierung des Marktes. Für Käufer bedeutet das: Die aktuelle Situation mit niedrigen Preisen und großer Auswahl ist keine Selbstverständlichkeit.
Was Käufer jetzt beachten sollten
Wer mit dem Gedanken spielt, sich ein E-Bike zuzulegen, findet aktuell ein ungewöhnlich gutes Preis-Leistungs-Verhältnis vor. Vorjahresmodelle sind technisch oft auf dem gleichen Stand wie die aktuelle Generation und werden mit deutlichen Abschlägen verkauft. Gleichzeitig hat sich im Budget-Segment in den letzten zwei Jahren enorm viel getan. Brauchbare E-Bikes mit Mittelmotor gibt es mittlerweile ab rund 700 Euro. Vor zwei Jahren war das noch undenkbar. Auch der Markt für gebrauchte E-Bikes ist eine Option, die sich lohnen kann.
Gute E-Bikes müssen nicht teuer sein
Wer jetzt zuschlagen möchte, sollte einen Blick auf die wichtigsten E-Bike-Trends für 2026 werfen – so lässt sich besser einschätzen, was man für sein Geld aktuell bekommt. Alle aktuellen Deals sammeln wir laufend in unserer Angebote-Sektion. Weitere E-Bike-Tests, Neuheiten und Kaufberatungen gibt es in unserer E-Bike-Übersicht.














