150 Nm und 1.500 Watt Spitzenleistung: Avinox sticht sich selbst aus und setzt mit seinem neuen M2-Motor eine weitere Benchmark für E-Bike-Antriebe. Kann die Konkurrenz da überhaupt noch mithalten?
Nur 2,6 kg: Neue Motoren bleiben leichter als Bosch CX-R
Dass der bisherige Avinox Motor intern schon als M1 gehandelt wurde, ließ Anfang des Jahres auf ein großes Update hoffen. In Foren und unter Branchenkennern wurde ein noch stärkerer Antrieb von der DJI-Tochter erwartet – mit teilweise bahnbrechenden Daten. Jetzt stellt Avinox genau einen solchen Motor vor.
Enttäuscht wurde kaum eine der Hoffnungen der E-MTB-Community: Mit 2,59 kg für den Avinox M2S und 2,65 kg für den Avinox M2 liegt das Antriebssystem hinsichtlich des Gewichts im unteren Bereich – und ein paar Gramm unter der Bosch Performance Line CX-R. Gleichzeitig wurde die Bauform des Avinox M1 beibehalten, sodass das System auf alle bestehenden Rahmen für das Avinox-System passt.

Bis zu 150 Nm und 1.500 Watt – mit kleinen Einschränkungen
Beachtlich ist die Leistung, die in eine so kompakte Form gepresst wurde: 130 Nm Drehmoment bietet der Avinox M2S dauerhaft, Spitzen von bis zu 150 Nm und 1.500 W sollen zusätzlich möglich sein. Beim M2 liegt die Spitzenleistung bei 1.100 W, das Drehmoment beträgt maximal 130 Nm.
Um Überhitzung zu vermeiden, wird der Output jedoch nach einer Weile gedrosselt. Beim M2S sind 1.500 W über 6 Minuten möglich, dann muss die Leistung massiv heruntergedrosselt werden. 1.000 W sind hingegen bis zu 28 Minuten konstant möglich. In der Realität wird die Leistung jedoch schon zuvor abgeschaltet, die Nennleistung der Motoren ist schließlich mit 250 W angegeben, sodass das System bereit für den legalen Einsatz auf deutschen Straßen ist.
Avinox erfüllt Wünsche der E-MTB-Community
Viele Avinox-Fahrer hofften anstelle von mehr Power auf eine Verbesserung hinsichtlich der Geräuschentwicklung. Doch beim neuen Update scheint es kein Entweder-oder zu geben.
Laut Avinox ist der Geräuschpegel bei M2 und M2S auf ein Minimum reduziert worden. Von Nutzern häufig bemängelte Klopf- und Klappergeräusche sollen durch eine Schrägverzahnung der Vergangenheit angehören.
Als Energiespeicher dienen dem neuen System in Zukunft herausnehmbare Akkus mit 800 oder 600 Wh. Der größere Akku wiegt 4 kg, der kleinere Alltagsakku bringt nur 2,96 kg auf die Waage und kann sogar als Zweitakku am Fahrradrahmen befestigt werden.
Neue Displays mit Navigationsfunktion und Unterstützungsanpassung
Die Entwickler bei Avinox haben außerdem an der Software und Bedienung des neuen Systems gefeilt. Über zwei neue Rahmen-Displays können ab sofort auch Routen navigiert werden, die zuvor über die Ride App geladen werden müssen.
Außerdem lässt sich das neue System mit einem Herzfrequenzmesser verbinden. Fahrer können eine gewünschte Zielfrequenz festlegen und die Unterstützungsstufe wird entsprechend automatisch angepasst. Ähnliches kennen wir bereits vom Lemmo One Collab.Ride, bei dem das entsprechende Update jedoch noch aussteht. Keine herausragende Neuerung, aber ein weiteres, praktisches Feature.

App-Funktionen wie ein urbanes Smartbike
Gleiches gilt für die Integration in das Apple „Wo ist?“-System. Einmal verbunden, lässt sich der Standort des E-Bikes mit neuem Avinox-Antrieb abrufen – genau wie der Akkustand. Per Befehl auf dem Smartphone-Display wird außerdem ein Signalton ausgelöst, damit man das eigene E-Bike nicht ewig am Bahnhof suchen muss.
Eine Art Keyless-System über die Bluetooth-Verbindung zur Avinox Ride App ist ebenfalls angekündigt. So wird der Motor entriegelt, sobald sich das Smartphone im Bluetooth-Bereich des Systems befindet. Auch diese Funktionen sind bereits von vielen urbanen E-Bikes sowie vom Bosch-System bekannt.
Erste Bikes: Amflow startet mit M2-System ab 4.499 Euro
Insgesamt kommt das Avinox-Update mit einem großen Knall. Während es beim Marktführer Bosch derzeit nur Gerüchte über einen stärkeren Motor gibt, schafft die DJI-Tochter erneut Tatsachen und zieht immer mehr Aufmerksamkeit auf sich. Wie sehr das System auch in der Realität seine Versprechen erfüllt, bleibt allerdings abzuwarten. Doch einen Vertrauensvorsprung scheint es zu geben.
Bereits über 60 Kooperationspartner meldet Avinox, darunter angesehene E-MTB-Marken wie BH, Canyon, Mondraker, Raymon, Rotwild oder Unno. Wie schon zuvor wird auch die DJI-Marke Amflow das neue Antriebssystem auf die Straßen und Trails bringen. Amflow stellt mit dem PX (ab 6.999 Euro) und dem PR (ab 4.499 Euro) ebenfalls zwei neue E-MTBs vor.
Weiterhin positioniert sich Avinox mit seinem neuen Antriebssystem also eher in der Top-Liga. Ein Alltagsmotor für City-Bikes lässt auf sich warten – noch.













