Fast kein Müll und ein verlockendes Rabattversprechen: Ein neuer 3D-Drucker liefert gerade zwei Argumente, die etablierten Herstellern wie Bambu Lab gefährlich werden könnten. Doch hinter dem Angebot lauert ein Risiko, das man auf keinen Fall ignorieren darf.
Kampfansage aus der Türkei: Schluss mit „Filament-Poop“
Das türkische Start-up Co Print hat einen innovativen 3D-Drucker angekündigt, der Bambu Lab und Co das Fürchten lehren könnte. Denn das Konzept verspricht nicht nur Vierfarbdruck zum niedrigen Preis, sondern auch ohne die ärgerliche Verschwendung durch „Filament-Poop“.

Die technische Lösung ist so simpel wie genial: Co Print packt beim Quadro gleich vier Druckköpfe auf eine Achse. Anstatt wie zum Beispiel beim Bambu Lab A1 (Test) das Filament zeitraubend zu schneiden und neu zu laden, wechseln sich hier einfach die Werkzeugköpfe ab.
Die Vorteile liegen auf der Hand: Man spart enorme Zeit durch den wegfallenden Filamentwechsel und vermeidet Müll, da keine „Reinigungstürme“ oder Filament-Knäuel produziert werden. Zudem ist ein Material-Mix mit vier verschiedenen Kunststoffen, etwa TPU und PLA, gleichzeitig möglich.
Gerade nicht aktive Werkzeugköpfe parken einfach links bzw. rechts in speziellen „Parkbuchten“ außerhalb des offenen Bauraums mit 300 x 300 x 300 mm Größe. Damit greift Co Print teure High-End-Konzepte wie den Prusa XL an – will aber preislich sogar den günstigen Snapmaker U1 unterbieten.

Dazu kommen weitere Features wie eine KI-Kamera, ein laut Herstellerangaben benutzerfreundliches Interface sowie eine Druckgeschwindigkeit von bis zu 600 mm/s.
200 Dollar Rabatt bei Kickstarter-Reservierung
Jetzt wird es spannend – und riskant. Co Print bietet bereits vorab eine Reservierung für 18 Euro an, die einen Rabatt von 200 US-Dollar auf den späteren Kickstarter-Preis sichert.
Den tatsächlichen Preis will das Unternehmen erst kurz vor dem Kampagnenstart bekanntgeben – ein ungewöhnliches Vorgehen, das für zusätzliche Unsicherheit sorgt. Zum Vergleich: Der technisch ähnliche Snapmaker U1 kostet regulär rund 850 Euro, im Early-Bird sogar noch 679 Dollar.
Es kann auch zum Totalverlust des eingesetzten Geldes kommen. Zumal das dahinterstehende Unternehmen kein ganz Unbekannter in der Szene ist und schon einige tolle Ideen hatte, bei deren Umsetzung es dann aber doch durchaus problematisch zuging.
Von daher bleibt abzuwarten, ob der Quadro nur eine kühne Idee ist oder ob es am Ende wirklich ein Erfolg wird. Zumal auch technisch vieles zusammenpassen muss, darunter neben der Software eine perfekte Z-Offset-Kalibrierung sowie das Verhindern von Ghosting aufgrund des hohen Gewichts auf der X-Achse.
Es gibt derzeit also noch mehr Fragezeichen als Antworten – inklusive des finalen Preises. Wer dem Co Print Quadro eine Chance geben möchte, kann dies in Kürze bei Kickstarter tun. Bereits vorab lässt sich für 18 Euro (vollständig erstattungsfähig) eine Reservierung kaufen, die 200 Dollar Rabatt auf den späteren Kickstarter-Preis garantiert. Angesichts der Lieferprobleme bei früheren Co-Print-Produkten wie dem ChromaSet sollte man das Crowdfunding-Risiko jedoch nicht unterschätzen.
Wer das Risiko scheut, aber dennoch offen für kreative Lösungen gegen unnötigen Müll beim 3D-Druck ist, der findet mit dem Anycubic Kobra X einen weiteren kreativen Ansatz. Alternativ bieten bekannte Modelle wie der Bambu Lab A1 oder der Anycubic Kobra 3 zuverlässige und bereits etablierte Technik für eigene DIY-Projekte zu attraktiven Preisen.
Update, 23. Januar 2026: Ein aufmerksamer Leser hat uns auf einen Fehler hingewiesen: Der Preis des Co Print Quadro steht noch nicht fest. Die im Artikel erwähnten 200 US-Dollar beziehen sich auf einen Rabatt, den sich Interessierte durch eine 18-Euro-Reservierung sichern können. Wir haben die entsprechenden Passagen korrigiert. Danke für den Hinweis!















