Wer mehrere 3D-Drucke hintereinander ausführen möchte, kennt das Problem: Nach jedem Druck steht die Produktion still, bis manuell eingegriffen wurde. Wen die lästigen Zwangspausen schon immer genervt haben, für den gibt es jetzt einen Ausweg. Bei Kickstarter lief kürzlich mit dem FlyingBear Ghost7 eine Kampagne für einen innovativen 3D-Drucker, der dank APS automatisierte Seriendrucke ermöglicht.
Statt Wartezeit: APS wechselt automatisch die Druckplatte
Ist ein handelsüblicher 3D-Drucker fertig mit seiner Arbeit, ist zunächst eigenes Einschreiten erforderlich. Die Druckplatte muss entnommen und der 3D-Druck vorsichtig gelöst werden. Anschließend gilt es die Platte zu reinigen und wieder in das Gerät einzulegen. Erst dann kann es mit dem nächsten Druck weitergehen. Ist man gerade nicht in der Nähe des Geräts, können so Stunden sinnlos verstreichen.
Genau dies erspart die innovative Idee des neuen Ghost7 von FlyingBear. Zwar ist auch hier das händische Ablösen der 3D-Drucke erforderlich, aber nicht während des Seriendrucks von mehreren Objekten. Möglich macht dies das APS.
Die Abkürzung steht für „Automated Production System“ und beschreibt zwei seitlich neben dem 3D-Drucker untergebrachte Zusatzgeräte. Während ein AMS das Filament verwaltet und tauscht, sorgt das APS für einen automatischen Austausch der Druckplatte.
Ist ein 3D-Druck abgeschlossen, wird die Druckplatte mit dem fertigen Objekt zur einen Seite aus dem Bauraum transportiert, während von der anderen Seite eine neue und leere Platte nachrückt. Theoretisch lässt sich das System unendlich erweitern, sodass endlose 3D-Drucke möglich sind.
Das Ergebnis: Echter Seriendruck im Dauerbetrieb ganz ohne nervigen Zeitverlust. Dies eröffnet ganz neue Möglichkeiten, um im kleinen Rahmen große Mengen zu drucken, beispielsweise für den Verkauf auf Internetplattformen und andere gewerbliche sowie private Zwecke.
Klingt genial – aber es gibt Haken
Der automatische Plattenwechsel für den Hausgebrauch ist eine weitere geniale Idee im boomenden Markt der 3D-Drucker. Allerdings gibt es auch ein paar Einschränkungen. Das APS ist nur mit dem Ghost7, einem offenen FFF-Drucker im klassischen Bedslinger-Design, kompatibel. Somit ist ein Nachrüsten bei vorhandenen 3D-Druckern nicht umsetzbar. Auch deutlich mehr Platz ist erforderlich.
Zudem scheint die Idee bisher auch nicht auf sonderlich viel Liebe und Zuspruch gestoßen zu sein. Die Anfang Februar 2026 abgelaufene Kickstarter-Kampagne konnte ihr Ziel zwar erreichen, insgesamt aber nur knapp 2.800 Euro einsammeln. Wer dennoch zuschlagen möchte, kann dies auch jetzt noch tun.
Los geht es für den FlyingBear Ghost7 samt APS ab knapp 360 Euro. Aber Vorsicht: Eine Lieferung ist bei Kickstarter nicht garantiert. Es kann auch zum Totalverlust des eingesetzten Geldes kommen, zumal der dahinterstehende 3D-Drucker-Hersteller relativ unbekannt und keiner der großen Player ist.
















