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Home E-Scooter Tests
Beide E-Scooter als Testgerät zur Verfügung gestellt von Ausom

Ausom L1 ABE vs. Ninebot E3 Pro D: Zwei E-Scooter unter 600 Euro im direkten Vergleich

von Simon
4. November 2026
in Tests
Ausom L1 ABE vs. Segway Ninebot E3 Pro D

Der Ausom L1 ABE und der Segway Ninebot E3 Pro D kosten beide unter 600 Euro, sind vom Charakter her aber ziemlich unterschiedlich. Der Ninebot ist leicht, sauber verarbeitet und wirkt wie ein durchentwickelter Stadt-Scooter. Der Ausom ist groß, schwer und rustikaler, bringt dafür aber deutlich mehr Akku, Federweg und Kraft mit. Für den Vergleichstest bin ich beide Scooter direkt hintereinander gefahren.

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Ein Kurzfazit vorab: Für den normalen Stadtalltag kann der Ninebot angenehmer sein. Wenn der Untergrund schlechter, der Fahrer schwerer oder die Strecke steiler wird, fährt der Ausom davon. Da es allerdings noch mehr alltagsrelevante Unterschiede gibt, greift diese Analyse etwas kurz. Im Verlaufe des Testberichts gebe ich daher einen umfassenden Eindruck von wichtigen Unterschieden und dafür, für wen welcher Scooter wirklich passt.

Zwei E-Scooter, zwei unterschiedliche Ideen

Auf dem Papier sind beide straßenzugelassene E-Scooter mit 10-Zoll-Reifen, Federung und Blinkern ausgestattet. In der Praxis merkt man allerdings schon beim ersten Aufsteigen, dass sie für unterschiedliche Nutzer gebaut wurden.

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Der Ninebot E3 Pro D wiegt laut Hersteller nur 17,9 kg und bleibt mit schmalem Lenker sowie kompakter Bauform trotz Vollfederung angenehm handlich. Beim Ausom L1 ABE sind es je nach Akku 28,4 oder 29,6 kg. Dazu kommen ein 690 mm breiter Lenker, eine höhere und verstellbare Lenkstange sowie der deutlich wuchtigere Offroad-Auftritt.

Diese Unterschiede machen sich im Alltag bemerkbar. Der Ninebot lässt sich noch halbwegs entspannt in den Kofferraum oder ein paar Stufen hochtragen. Beim Ausom überlegt man es sich vorher genau, ob das wirklich sein muss. Dafür stehe ich auf dem L1 deutlich höher und erwachsener. Er fühlt sich nicht wie ein kleines Spielzeug an, sondern wie ein ausgewachsener Touren-Scooter.

Ausom und Ninebot zusammengefaltet im Vergleich
Ausom und Ninebot zusammengefaltet im Vergleich.

Produktdetails im Vergleich

ProduktdetailsSegway Ninebot E3 Pro DAusom L1 ABE
Motor400 W Nennleistung / 800 W maximal500 W maximale Herstellerangabe
Akku368 Wh748,8 Wh oder 998,4 Wh
FederungElastomerfederung vorne und hinteneinstellbare Vollfederung
BremsenTrommelbremse vorne, elektronische Bremse hintenScheibenbremsen vorne und hinten plus E-ABS
Reifen10 Zoll, schlauchlos10 Zoll, schlauchlos
Gewicht / Nutzlast17,9 kg / 100 kg28,4–29,6 kg / 135 kg
Reichweite47 km bei 20 km/h, 55 km bei 15 km/h laut Hersteller70 oder 90 km laut Hersteller
Preis449 Euro zum Verkaufsstartaktuell um 589 Euro

Ninebot E3 Pro D überzeugt beim ersten Eindruck

Der E3 Pro D ist für seine Preisklasse richtig cool verarbeitet. Vom Ladegerät über den Faltmechanismus bis zur Bedieneinheit wirkt alles durchdacht und hochwertig. Das 3-Zoll-Display sitzt sauber im Lenker, die Blinker-Remote fühlt sich gut an und auch der Daumengashebel mit integriertem Ein-/Ausschalter passt in das stimmige Gesamtbild.

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Das sehr schön und hochwertig gestaltete Cockpit am Ninebot E3 Pro D
Blinkerbedienung und Klingel am Ninebot E3 Pro D

Besonders gelungen finde ich den Faltmechanismus. Er ist sauber integriert, lässt sich ohne umständliche Zusatzsicherung bedienen und die Lenkstange bleibt trotzdem stabil. Links und rechts neben dem Display verstecken sich außerdem Abdeckkappen für Zubehör. Braucht man die Aufnahmen nicht, sieht man davon fast nichts. Das klingt nach einer Kleinigkeit, zeigt aber ziemlich gut, wie viel Mühe Segway in die Integration gesteckt hat.

Der schön integrierte Klappmechanismus mit Sicherungshebel am E3 Pro D

Auch beim Ausom funktioniert alles, nur eben weniger elegant. Vor der Lenkstange verlaufen mehrere sichtbare Kabel, das große Display und die separate Bedieneinheit wirken eher funktional statt fein integriert. Das aggressive Design mit gelb-orangenen Details muss man mögen. Dafür gibt es ergonomische Griffe und eine höhenverstellbare Lenkstange. Gerade große Fahrer dürften sich auf dem Ausom schneller wohlfühlen – auch wegen dem höheren zulässigen Gesamtgewicht von 135 kg.

Große, ergonomische Griffe am Ausom L1 ABE
Das große Display am Ausom L1 ABE ist deutlich rustikaler als beim Ninebot
Bedienung über Zeigefingergashebel am Ausom L1 ABE
Ausom L1 ABE Test

In der Stadt ist der Ninebot entspannter

Beim Losfahren bestätigt der Ninebot seinen ersten Eindruck. Das Handling ist unkompliziert, die Beschleunigung ordentlich und der Scooter vermittelt schnell Vertrauen. In der App lassen sich für Eco, Drive und Sport unter anderem Beschleunigung und Höchstgeschwindigkeit anpassen. Wer nicht immer mit voller Leistung fahren möchte, kann sich damit brauchbare Profile anlegen.

Auf glattem Asphalt gefällt mir der E3 Pro D richtig gut. Er lenkt ruhig, steht stabil und lässt sich auch im dichten Alltag einfach kontrollieren. Das Trittbrett bietet selbst bei etwas Nässe guten Grip. Nur der Seitenständer dürfte ein paar Millimeter länger sein, denn der Scooter steht ziemlich schräg.

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Der Ausom fährt sich ebenfalls sicher, aber deutlich direkter. Der breite Lenker sorgt hier für viel Kontrolle, braucht im engen Alltag jedoch auch mehr Platz. Ein wesentlicher Unterschied, insbesondere bei Dunkelheit im Winter, sind in diesem Zusammenhang die Blinker der beiden Modelle: Die Blinkerleuchten stehen beim Ausom L1 deutlich weiter aus den Lenkerenden heraus und bleiben mit Winterjacke und Handschuhen viel besser sichtbar. Beim schmaleren Ninebot-Lenker kann der eigene Körper oder Handschuhe die Sicht auf die Blinker schnell teilweise verdecken.

Blinker am Ausom L1 ABE sind deutlich sichtbar - auch mit Winterkleidung
Blinker am Ausom L1 ABE sind deutlich sichtbar – auch mit Winterkleidung.
Blinker sind mit Handschuhen am Segway Ninebot E3 Pro D teilweise verdeckt
Blinker sind mit Handschuhen am Segway Ninebot E3 Pro D teilweise verdeckt.

Ausom ist schneller und hat mehr Power

Bei der Endgeschwindigkeit verschenkt der Ninebot leider ein bisschen Potenzial – und das ist im Alltag nervig. Das Display zeigt zwar 20 km/h an, per GPS waren es bei mir aber eher 19 und gelegentlich 20 km/h. Da viele andere E-Scooter hier die Toleranz bei der abgeriegelten Endgeschwindigkeit besser ausnutzen, fühlt sich der Ninebot im Vergleich langsamer an, als er sein müsste.

Höchstgeschwindigkeit vom Ninebot E3 Pro D per GPS gemessen
Der Ninebot E3 Pro D schafft nur 20 km/h.

Der Ausom nutzt die in Deutschland zulässige Toleranz dagegen sauber aus. Mein Testroller fuhr per GPS gut 21 bis 22 km/h. Noch deutlicher wird der Unterschied an Steigungen. Auf einer normalen Rampe hielt der L1 ungefähr 19 km/h. Selbst an einem wirklich knackigen Stück, das wohl kaum jemand täglich mit einem E-Scooter fährt, brach er nicht komplett ein und blieb bei etwa 12 bis 13 km/h.

Der Ninebot scheint dagegen allerdings eine interessante Steuerungsmethode zu haben: An längeren Steigungen fällt das Tempo kurz ab, anschließend gibt der E3 Pro aber zusätzliche Spitzenleistung frei. Das merkt man deutlich und der Scooter hält die Geschwindigkeit dann besser. Segway nennt für den E3 Pro D 400 Watt Nenn- und 800 Watt Maximalleistung. Für einen rund 18 kg leichten Stadt-Scooter ist das ordentlich.

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Schotter und schlechte Wege: klare Sache für den Ausom

Beide Scooter sind vorne und hinten gefedert. Trotzdem ergeben sich beim Komfort große Unterschiede. Der Ninebot ist eher straff abgestimmt. In der Stadt und auf einem gelegentlichen Feldweg bin ich damit völlig happy. Auf gröberem Schotter wird man aber schnell ordentlich durchgeschüttelt.

Der Ausom fährt dort deutlich ruhiger. Seine einstellbare Vollfederung ist weicher und die profilierten Reifen haben besseren Grip auf matschigen Abschnitten. Schlaglöcher, Schotter und abgesenkte Bordsteine nimmt der Ausom relativ gelassen hin. Wer regelmäßig abseits perfekter Radwege unterwegs ist, bekommt hier das deutlich passendere Fahrwerk.

Ausom L1 ABE mit markantem Design und optischen Highlights

Beim Ninebot könnte etwas weniger Reifendruck noch zusätzlichen Komfort bringen. Das dürfte allerdings Reichweite und Endgeschwindigkeit kosten. Genau diese Reserven sind beim E3 Pro D ohnehin nicht übermäßig groß.

Schlachloser Reifen und Federung am Ninebot E3 Pro D

Reichweite: Ninebot ist effizient, Ausom hat mehr Reserven

Beim Ninebot bin ich zwölf Kilometer auf ebener Strecke im D-Modus gefahren. Danach zeigte der Akku noch 49 Prozent Kapazität und ich habe 240 Wh nachgeladen. Das entspricht einem Verbrauch von ungefähr 20 Wh pro Kilometer. Ungeachtet von Ladeverlusten und nutzbarer Akkukapazität deutet das auf eine praxisnahe Reichweite im Bereich von gut 20 Kilometern unter herbstlichen Bedingungen bei etwa 10 Grad hin. Segway selbst nennt 47 km bei 20 km/h und bis zu 55 km bei 15 km/h.

Beim Ausom zeigt schon allein die Akkugröße, in welche Richtung es geht. Denn schon die kleinere Version hat mit 748,8 Wh mehr als doppelt so viel Kapazität wie der Ninebot mit 368 Wh. Die größere Akkuversion vom L1 hat sogar 998,4 Wh. Der Ausom war in meinem Test nicht unbedingt sparsamer, kommt aber bei ähnlichen Bedingungen auf etwa 40 km Reichweite. Das mitgelieferte Ladegerät vom Ausom ist allerdings mit über 10 Stunden Ladezeit sehr langsam.

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Bremsen: Der Ausom hat mehr Reserve

Der Ninebot bremst im normalen Alltag sauber und gut dosierbar. Vorne arbeitet eine Trommelbremse, hinten hilft eine elektronische Bremse. Für vorausschauendes Fahren reicht das. Bei einer echten Notbremsung merkt man aber, dass nur eine mechanische Bremse vorhanden ist. Der Bremsweg fällt im direkten Vergleich länger aus.

Der Ausom bringt Scheibenbremsen vorne und hinten sowie eine Motorbremse mit. Das macht sich deutlich bemerkbar. Er verzögert kräftiger und bietet mehr Reserven, obwohl er selbst viel schwerer ist. Gerade im Straßenverkehr ist das einer seiner wichtigsten Vorteile. Zudem ist die Scheibenbremse besser und einfacher zu warten als die Trommelbremse.

App, Apple „Wo ist?“ und Diebstahlschutz

Bei den smarten Funktionen gewinnt der Ninebot klar. Die Segway-App funktioniert in meinem Test reibungslos, bietet Anpassungen für die Fahrmodi und bindet den Scooter sauber ein. Besonders cool ist Apple „Wo ist?“. Die Funktion war in meiner Beta-Version bereits verfügbar und ließ sich mit wenigen Klicks hinzufügen.

Die Funktion ersetzt natürlich kein vernünftiges Schloss. Sie macht die Ortung nach einem Diebstahl aber deutlich einfacher und ist bei einem Scooter dieser Preisklasse ein echtes Plus.

Der Ausom hat keine App-Anbindung. Dafür lässt er sich per Code oder NFC entsperren. Drei NFC-Schlüssel liegen bei. Das hält keinen Profi auf, verhindert aber, dass jemand den abgestellten Scooter einfach einschaltet und abhaut.

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NFC Karten beim Ausom L1 ABE

Licht und Alltag: Beide gut, aber mit unterschiedlichen Schwächen

Die Frontleuchte des Ninebot ist sehr schön integriert. Gleichzeitig kann das auch ein Nachteil sein: Der Lichtkegel lässt sich dadurch nicht einstellen. In beleuchteten Städten ist die Beleuchtung daher ausreichend, um gesehen zu werden. Auf komplett dunklen Wegen wäre dagegen mehr Kontrolle über die Ausleuchtung sinnvoll.

Der Ausom leuchtet die Fahrbahn etwas kräftiger aus und trägt ein helles Rücklicht mit Bremslicht. Dafür ist die ganze Lösung optisch weniger elegant. Gleiches Bild bei den Blinkern: Ninebot integriert sie schöner, Ausom macht sie durch den breiteren Lenker besser sichtbar.

Lichtkegel Ausleuchtung Ausom L1 ABE vs. Segway Ninebot E3 Pro D
Frontlechten im direkten Vergleich - Ausom L1 ABE und Ninebot E3 Pro D

Vorteile und Nachteile

VorteileNachteile
Ninebot: sehr hochwertige Verarbeitung und saubere IntegrationNinebot: fährt real eher 19 bis 20 km/h und verliert an Steigungen temporär Tempo
Ninebot: nur 17,9 kg und angenehm handlichNinebot: straffes Fahrwerk auf Schotter
Ninebot: gute App und Apple „Wo ist?“Ninebot: nur eine mechanische Bremse, längerer Notbremsweg
Ausom: stärker am Berg und real bis etwa 22 km/hAusom: mit mindestens 28,4 kg sehr schwer
Ausom: weiche Vollfederung und guter Grip auf schlechten WegenAusom: rustikalere Verarbeitung mit sichtbaren Kabeln
Ausom: großer Akku, hohe Zuladung und kräftige BremsanlageAusom: sehr lange Ladezeit

Fazit: Welcher E-Scooter ist besser?

Einen pauschalen Sieger zu küren ist schwierig, weil beide Scooter ihre Aufgabe unterschiedlich lösen. Für den klassischen Stadtalltag würde ich den Ninebot E3 Pro D nehmen. Er ist leicht, hochwertig, angenehm zu bedienen und mit App sowie Apple „Wo ist?“ clever ausgestattet. Auf guten Wegen fühlt er sich erwachsen und stressfrei an, ist aber langsamer als die Konkurrenz.

Der Ausom L1 ABE ist die bessere Wahl für große oder schwerere Fahrer, steile Strecken und schlechte Wege. Er fährt schneller, zieht kräftiger, federt komfortabler und bremst mit mehr Reserve. Dafür schleppt man fast 30 kg durch die Gegend und muss im Vergleich mit einer deutlich rustikaleren Integration leben. Unterm Strich ist der Ninebot der bessere Pendler. Der Ausom ist der bessere Allrounder, sobald Alltag nicht nur glatter Asphalt bedeutet. Der Ninebot ist für etwa 400 Euro je nach Angebot erhältlich, der Ausom ist meist unter 600 Euro erhältlich. Mit dem Rabattcode wattmoves6 kannst du bei Ausom direkt 6 % sparen, was derzeit zu einem Endpreis von etwa 550 Euro führt. Preislich liegen je nach Aktion am Ende dann gute 100 Euro zwischen den Modellen.

Hinweis zum Test: Wir testen Produkte nach bestem Wissen und Gewissen unter praxisnahen Bedingungen. Unsere Bewertungen spiegeln die unabhängige Einschätzung der Redaktion und eigene Erfahrungen mit dem Produkt wider. Hersteller und Werbepartner haben keinen Einfluss auf Testergebnisse oder Empfehlungen. Beim Kauf über entsprechend gekennzeichnete Links können wir eine Provision erhalten, was unsere redaktionelle Arbeit unterstützt. Der Preis für dich ändert sich dadurch nicht.
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Simon

Simon

Seit 2013 begeistert von der E-Mobility auf zwei oder mehreren Rädern. Maschinenbau-Techniker mit Faible fürs Campen, Photovoltaik-Fan und großem Interesse an allem, was sich digitalisieren, vereinfachen und automatisieren lässt.


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Tags: AusomAusom L1SegwayStadtverkehr

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